Wie Neocon Christoph Heinemann versuchte Ralf Stegner das Grundgesetz auszureden

Es ist nur eine kleine Anekdote am Rande von Operation Asyl. Aber das Interview des vom German Marshall Fund mit vielen Talenten ausgestatteten Deutschlandradio Korrespondenten Christoph Heinemann mit dem grundrechtspopulistischen stellvertretenden S.P.D.-Vorsitzenden Ralf Stegner („HĂ€nde weg vom Grundgesetz.“) ist dann doch etwas verhaltensauffĂ€llig. Spricht man, nach Jahrzehnten eingetrichterter Spieltheorie, mittlerweile von Verhaltensökonomie (kurz: Du bist das selbst, not the economy, stupid!), so kann man bei Christoph Heinemann durchaus von Verhaltensjournalismus sprechen. Ralf Stegner braucht man in diesem „Interview“ vom „Deutschlandfunk“ (von wo funken die eigentlich?) schon gar nicht mehr zu zitieren, es reichen die „Fragen“:

Kirchenleitungen sollen sich in Weißbuch-Prozess einmischen

Wenn im laufenden Weißbuch-Prozess wiederholt die Frage gestellt werde, was aus internationaler Perspektive von Deutschland erwartet werde, mĂŒssten hier auch die beiden großen Kirchen in Deutschland ihre Stimme erheben, heben die beiden christlichen FriedensverbĂ€nde in ihrem Schreiben hervor und fordern die Leitungen der evangelischen und der katholischen Kirche auf, sich in diesen Diskussionsprozess des Bundesverteidigungsministeriums fĂŒr die Erstellung des Weißbuchs aktiv einzubringen.

AGDF und EAK: Keine Konzerte der Bundeswehr in Kirchen

Wenn die Bundeswehr Konzerte in Kirchen durchfĂŒhre, werbe sie damit zugleich auch fĂŒr ihr militĂ€rgestĂŒtztes Sicherheitskonzept, befĂŒrchten die beiden FriedensverbĂ€nde. „Sie nutzt dabei die besondere Ausstrahlung und PrĂ€gung des Kirchenraumes fĂŒr ihre Öffentlichkeitsarbeit und bedient sich des positiven Ansehens der Kirche in weiten Teilen der Bevölkerung“, kritisiert MĂŒnchow. Auch vermuten AGDF und EAK in solchen Konzerten darin eine Möglichkeit der Nachwuchsgewinnung fĂŒr die Bundeswehr angesichts der zunehmend problematischen Personalsituation bei den StreitkrĂ€ften.

Botschaft an die Weltöffentlichkeit

GrundsĂ€tzlich scheint sich die NATO mit ihrem Großmanöver „Trident Juncture“ offenbar auf einen permanenten weltweiten Kriegszustand einzustimmen. Wie einer ihrer Sprecher unlĂ€ngst erklĂ€rte, besteht die grĂ¶ĂŸte Herausforderung fĂŒr das BĂŒndnis darin, deutlich zu machen, dass „wir niemals den letzten Krieg fĂŒhren, ganz gleich, ob der letzte Krieg zehn Jahre oder zehn Minuten zurĂŒckliegt“. Der deutsche NATO-General Hans-Lothar Domröse, der „Trident Juncture“ leiten wird, ließ sich in diesem Zusammenhang mit der Aussage zitieren, dass somit einzig die „Geschwindigkeit“ der KriegsfĂŒhrung zĂ€hle – „zu Wasser, zu Lande und in der Luft“.

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