Taktik des Terrorkrieges: „Hate Speech“ und Kontrolle
„Und auf einmal begann aus dem Synthetofon eine Stimme zu sprechen. Die Stimme der Vernunft und der Eintracht. Auf dem Tonband lief die synthetische Aufruhrbeschwichtigung Nummer 2 (mittlere StĂ€rke) ab. Unmittelbar aus der Tiefe eines nicht vorhandenen Herzens sagte die Stimme pathetisch: »Meine Freunde, meine Freunde«, sagte das mit so unendlich zartem Vorwurf, daĂ selbst den Polizisten hinter ihren Gasmasken fĂŒr eine Sekunde die TrĂ€nen in die Augen traten. »Was soll das alles? Warum seid ihr nicht allesamt glĂŒcklich und gut miteinander? GlĂŒcklich und gut«, wiederholte die Stimme. »In Frieden, in Frieden.« Sie bebte, sank zu einem FlĂŒstern herab und erstarb fĂŒr einen Augenblick. »Oh, wie möchte ich euch so gerne glĂŒcklich sehen«, begann sie von neuem mit sehnsĂŒchtig eindringlichem Ernst. »Wie gerne sĂ€he ich euch gut! Ich bitte euch, ich bitte euch, seid gut und -« Nach zwei Minuten hatten die Stimme und die SomadĂ€mpfe ihre Wirkung getan. Unter TrĂ€nen kĂŒĂten und umarmten die Deltas einander, immer ein halbes Dutzend Simultangeschwister auf einmal in einer groĂen Umarmung. Sogar Helmholtz und der Wilde waren den TrĂ€nen nahe. Ein neuer Vorrat Pillenschachteln wurde aus der Somakammer gebracht, in aller Eile verteilt, und unter den ĂŒberströmenden SegenswĂŒnschen der Stimme zerstreuten sich die…
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