Occupy Wall Street: Brookfield und Bloomberg geben nach – Zuccotti Park wird nicht gerĂ€umt

Die neue soziale Volksbewegung in der Ă€ltesten Republik der Welt hat in ihrem Streben nach Schaffung einer bislang fehlenden relevanten politischen ReprĂ€sentanz von ĂŒber 300 Millionen US-Amerikanern ein wichtiges Tauziehen gewonnen. Die in Kanada sitzende Kapitalgesellschaft Brookfield Properties, zu 50 % in EigentĂŒmerschaft der ebenfalls in Toronto sitzenden Kapitalgesellschaft Brookfield Asset Management und Besitzer des New Yorker Zuccotti Parks, wird New Yorks BĂŒrgermeister Michael Bloomberg und seine Polizei den Park nicht rĂ€umen lassen, sondern ein Arrangement mit den dort versammelten New Yorkern und Aktivisten von „Occupy Wall Street“ treffen. Dies gab New Yorks VizebĂŒrgermeister Cas Holloway bekannt, wenn auch nicht ĂŒber die Netzseite seiner eigenen New Yorker Stadtverwaltung, sondern ĂŒber den in den Niederlanden stationierten Informationsindustrie-Konzern BNO News.

Die Geostrategie EuropÀischer Macht

Anders als etwa in den Vereinigten Staaten wurde mit derartigen Begriffen auf EU-Ebene lange allenfalls hinter verschlossenen TĂŒren hantiert.[1] Sie stehen fĂŒr Machtpolitik und das Denken in EinflusssphĂ€ren und waren deshalb unvereinbar mit dem sorgsam gepflegten Mythos von der ‚Zivilmacht Europa‘: „Die GrĂŒndungsphilosophie der EWG, aus der die EG und dann die EU wurden, richtete sich nach innen und entwickelte ein Gegenkonzept zu Geopolitik und zu geostrategischen Dimensionen: Befriedung, Aussöhnung und politische Kooperation durch wirtschaftliche Verflechtung als Antithesen zur Geopolitik und zum Imperialismus.“[2]

Globale Finanz-Nomaden an Deutschland: „Dringend Schwachköpfe fĂŒr 2 Billionen Euro Banken-Bakschisch gesucht!“

Dem Supersupersuper-Ökonom Nouriel Roubini, der sich selbst gern als „globaler Nomade“ bezeichnet, sind offensichtlich die Ideen fĂŒr eine akkurate Deppenhypnose ausgegangen. Zum zweiten Mal innerhalb knapp einer Woche redet er von einer „Zwei Billionen Euro-Bazooka“. Das Anliegen des hochdotierten Spezialisten fĂŒr „Kapitalmarkt- und Wirtschaftsinformationen“ ist immer noch das gleiche wie letzte Woche: Deutschland solle in die als „Euro-Rettungsfonds“ luxemburgische Aktiengesellschaft EFSF einzahlen, bis darin (nach Zustimmung des Parlaments der Slowakei) statt 780 Milliarden Euro Steuergelder schließlich 2 Billionen Euro Steuergelder seien – zwecks „Rekapitalisierung“ der Banken.

Soros fordert die Diktatur des Kapitals im WĂ€hrungsgebiet „Euro“

Der Multi-MilliardĂ€r George Soros hat das gemacht, was Kapitalisten immer machen, wenn sie bei irgendwas nicht weiter kommen, z.B. bei einem Staatsstreich. Er hat sich ein paar Freunde und Unterschriften gesucht und einen offenen Brief an eine assoziierte Zeitung geschickt. Im „Handelsblatt“ kann man nun das Übliche an Forderungen des Kapitals lesen: Installation eines „Finanzinstituts“ – also z.B. einer ganz normalen Bank – das „Ă€hnlich wie ein Finanzministerium finanzielle Mittel fĂŒr die Eurozone als Ganzes beschaffen und fĂŒr Haushaltsdisziplin in den MitgliedslĂ€ndern sorgen kann„. Mal davon abgesehen, daß dies eine plumpe öffentliche UnterstĂŒtzung fĂŒr die Bundesregierung und den von ihr geplanten „EuropĂ€ischen Stabilisierungsmechanismus“ ESM sein soll, sind SorosÂŽ Forderungen auch eine Aufforderung zum Sturz unserer Verfassung und der Errichtung einer Diktatur des Kapitals, unter Flagge der „EuropĂ€ischen Union“.

„Viel Feind, viel Ehr“

EIN ALTES Foto aus dem 1. Weltkrieg zeigt eine Kompanie deutscher Soldaten, die in einen Zug einsteigen, der sie zur Front bringt. An die Wagenwand hatte jemand gekritzelt: „Viel Feind, viel Ehr“. In jenen Tagen, ganz am Anfang des Krieges, erklĂ€rte ein Land nach dem anderen Deutschland den Krieg. Der Geist des Graffito reflektiert die Hybris des obersten Befehlshabers, Kaiser Wilhelm, der sich auf den Kriegsplan des legendĂ€ren deutschen Generalstabs verließ. Es war tatsĂ€chlich ein ausgezeichneter Kriegsplan, und wie bei vielen ausgezeichneten KriegsplĂ€nen, ging von Anfang an alles schief.