Iron Sky und die Militarisierung des Weltalls

Lange achteten die Staaten tunlichst darauf, nicht offen einer Militarisierung des Weltraums das Wort zu reden, sie aber selbstredend dennoch zu betreiben. Nun sind die Masken aber wohl endgĂŒltig gefallen: „Der Kampf um die militĂ€rische Dominanz des Weltraums ist entbrannt“, erklĂ€rt Götz Neuneck vom Hamburger Institut fĂŒr Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH).

Erst gingen die USA in die Offensive und nun ziehen die NATO, Frankreich – und womöglich sogar Deutschland – im Weltraum in den Krieg, indem sie ihn auch offiziell zu einem potenziellen Schlachtfeld erklĂ€ren und dementsprechende Kommandos aufstellen wollen. Gleichzeitig torpediert der Westen seit Jahren Versuche durch China und Russland, einen Vertrag gegen RĂŒstungsspiralen im Weltall ins Leben zu rufen, nur um im selben Atemzug ausgerechnet diesen beiden LĂ€ndern die Schuld daran zu geben, dass man sich um die AufrĂŒstung des Alls bemĂŒhen mĂŒsse.

Das selbstgerechte Auftreten des Westens erinnert dabei fatal an den erst wenige Jahre alten B-Movie-Klassiker „Iron Sky“, wobei selbst einige seiner aberwitzigsten Szenen mittlerweile von der RealitĂ€t ĂŒberholt wurden.

Akt I: USA

Wie gesagt, die Zeit der Heimlichtuerei ist augenscheinlich vorbei – schon im Januar 2019 untermauerte US-PrĂ€sident Donald Trump mit Blick auf das geplante Weltraumkommando: „Es wird ein wichtiger Bestandteil unserer Defensive, aber auch unserer Offensive.“ Ins selbe Horn stieß auch Jay Raymond, der am 27. Juni 2019 zum ersten Kommandeur des im Aufbau befindlichen Weltraumkommandos ernannt wurde, in seiner ersten Senatsanhörung: „Wir verfĂŒgen nicht mehr ĂŒber den Luxus, in einem freundlichen und friedlichen Raum zu operieren. Und wir verfĂŒgen nicht ĂŒber den Vorteil, die Überlegenheit im Weltraum als selbstverstĂ€ndlich zu betrachten.“

Die AktivitĂ€ten Russlands und Chinas hĂ€tten die USA dazu gezwungen, besagtes Weltraumkommando aufzustellen – und in gewisser Weise dĂŒrfte dies auch zutreffen. Denn seit Jahrzehnten sehen die USA in der militĂ€rtechnologischen Überlegenheit, besonders in Kernbereichen, den SchlĂŒssel fĂŒr den Erhalt ihrer Vorherrschaft. Somit erfordert der drohende Verlust der Weltraumdominanz aus Washingtons Sicht verstĂ€rkte militĂ€rische Anstrengungen, um diese missliche Entwicklung aufzuhalten oder im Optimalfall rĂŒckgĂ€ngig zu machen.

Vor diesem Hintergrund spielen sich die US-BemĂŒhungen um die Aufstellung eines Weltraumkommandos ab. Aktuell verfĂŒgen die USA ĂŒber zehn „Kampfkommandos“ („Combatant Commands“), sechs regionale und vier funktionale. Im Juni 2018 ordnete PrĂ€sident Trump die Aufstellung eines weiteren, fĂŒr den Weltraum zustĂ€ndigen Kommandos an, dessen Aufbau bis 2020 abgeschlossen sein soll. UnabhĂ€ngige KostenschĂ€tzungen gingen zunĂ€chst von bis zu 13 Milliarden Dollar aus, das Pentagon wiederum nennt einen Betrag von 2 Milliarden Dollar innerhalb der ersten fĂŒnf Jahre und einen Umfang von 15.000 Mitarbeitern.

Dies war also der erste Streich, mit dem die Gefahr eines RĂŒstungswettlaufs im Weltall massiv erhöht wurde – anschließend war dann zuerst einmal die NATO dran.

Akt II: NATO

Bereits im Jahr 2012 veröffentlichte das Joint Air Power Competence Centre (JAPCC), ein NATO-Exzellenzzentrum, das unter anderem an kĂŒnftigen Konzepten zur LuftkriegsfĂŒhrung arbeitet, eine Studie ĂŒber mögliche Inhalte einer Weltraumstrategie der Allianz. Das Papier „Filling the Vacuum: Framework for a NATO Space Policy“ ließ keine Zweifel an der Bedeutung des Bereiches: „Befehl und Kontrolle militĂ€rischer Truppen, prĂ€zise LuftschlĂ€ge, die Lenkung von Raketen, Truppenbewegungen, AufklĂ€rung der Umgebung und Raketenwarnungen sind inzwischen alle zu großen Teilen von Informationen abhĂ€ngig, die ĂŒber Satelliten weitergegeben werden.“ Deshalb sei es erforderlich, das „Konzept der kollektiven Verteidigung auf WeltraumkapazitĂ€ten“ auszudehnen, es gehe darum, „eine glaubhafte AbschreckungskapazitĂ€t im Weltraumbereich“ zu erlangen.

Gesagt, getan: Beim NATO-Treffen in BrĂŒssel im Juni 2019 soll nun eine solche Weltraumstrategie angenommen worden sein, wobei darĂŒber hinaus nicht allzu viel Details preisgegeben wurden. So hieß es in den Medien, hier etwa bei Zeit online, lediglich: „Die Nato stellt sich damit darauf ein, dass Krieg beispielsweise durch Angriffe auf strategisch wichtige Satelliten oder einen Einsatz von Waffen im All gefĂŒhrt wird. [
] Damit wĂŒrden zusĂ€tzliche Ressourcen bereitgestellt und mögliche Angriffe dort so behandelt wie bislang solche am Boden oder im Luft-, See- oder Cyberraum.“

Weiter wurde berichtet, es sei davon auszugehen, dass beim Treffen im Dezember 2019 ein eigenes NATO-Weltraumkommando beschlossen werde. Dadurch wĂŒrden dem Bereich kĂŒnftig erheblich mehr Bedeutung und damit auch Ressourcen zukommen. Als BegrĂŒndung fĂŒr diesen weitreichenden Schritt wurde dabei der ehemalige NATO-Pressesprecher Jamie Shea mit den Worten zitiert: „Man kann einen Krieg ausschließlich auf den Weltraum begrenzen, aber wer auch immer den Weltraum kontrolliert, kontrolliert auch, was an Land und in der Luft geschieht.“

Akt III: Frankreich, Deutschland und EU

Bei diesen Steilvorlagen aus den USA und der NATO, wobei letztere ihre Weltraumstrategie ohnehin nur mit Zutun Frankreichs verabschieden konnte, ließ es sich StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron nicht nehmen, seinerseits in die Offensive zu gehen. Eingerahmt von einer riesigen MilitĂ€rparade verkĂŒndete er in seiner Rede im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 14. Juli, der Weltraum sei ein „neuer Bereich der Konfrontation“, weshalb in Frankreich schon im September ein Weltraumkommando ins Leben gerufen werde: „Um die Entwicklung und VerstĂ€rkung unserer FĂ€higkeiten im Weltraum zu gewĂ€hrleisten, wird im kommenden September ein großes Raumfahrtkommando innerhalb der Luftwaffe geschaffen“, so Macron.

FĂŒr den deutschen Politikprofessor Thomas JĂ€ger ist die AnkĂŒndigung Ausdruck französischer EU-Machtambitionen: „Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron verkĂŒndet ein militĂ€risches Weltraumkommando aufbauen zu wollen. [
] Das Kommando soll seinen Sitz in Toulouse haben und 200 Personen umfassen. Der Standort symbolisiert einen französischen FĂŒhrungsanspruch. Denn Toulouse ist auch der Firmensitz von Airbus. Das europĂ€ische Unternehmen wird derzeit von einem Franzosen gefĂŒhrt. [
] Die französische Initiative zur Einrichtung eines militĂ€rischen Weltraumkommandos ist aufwĂ€ndiger als die FĂ€higkeiten des Landes erlauben, insbesondere grĂ¶ĂŸer als seine wirtschaftlichen Ressourcen. Und es ist nicht die einzige AktivitĂ€t. [
] Der französische PrĂ€sident erhebt mit diesen neuen militĂ€rischen Maßnahmen einen FĂŒhrungsanspruch in der EuropĂ€ischen Union. Außenpolitische, auch diplomatische Strategien sollen durch sie in Zukunft abgesichert werden können.“

Vor diesem Hintergrund Denken hierzulande Teile der „strategischen Gemeinschaft“ laut darĂŒber nach, ob sich hier nicht fĂŒr Deutschland eine Gelegenheit bietet, auf den fahrenden Zug aufzuspringen und im Vorbeigehen die EuropĂ€ische Union gleich auch noch mitzunehmen. Einer davon ist Christian Fischbach, Mitarbeiter von BwConsulting, ein Unternehmen, das sich selbst folgendermaßen beschreibt: „Die BwConsulting ist das Beratungsunternehmen der Bundeswehr: Wir beraten die strategischen Projekte des Verteidigungsministeriums und sind damit treibende Kraft fĂŒr die kontinuierliche Weiterentwicklung der gesamten Bundeswehr.“

Er tweetete kurz nach der AnkĂŒndigung des französischen PrĂ€sidenten: „@EmmanuelMacron, wollen wir das zusammen machen? Passt zu EU und zur NATO. Wir haben auch schon was: Weltraumlagezentrum in Uedem. Vielleicht wollen wir das als #PESCO-Projekt machen? Oder als #FNC-Projekt. Dann können auch die USA mitmachen.“

Von offizieller Seite war bislang noch nichts in diese Richtung zu vernehmen. TatsĂ€chlich kĂ€me aber das 2011 ins Leben gerufene Weltraumlagezentrum, das aktuell durch Investitionen in Infrastruktur und mehr Personal zu einem WeltraumfĂŒhrungszentrum aufgewertet wird, fĂŒr eine solche Kooperation in Frage. Zum Start des Zentrums hieß es auf der Seite der Bundeswehr: „Eine gesicherte Weltraumlage ist Grundvoraussetzung einer gesicherten Weltraumnutzung. Mit dem Aufwuchs des Weltraumlagezentrums in Uedem bei Kalkar nimmt eine vorrangige Aufgabe der Luftwaffe Konturen an. [
] FĂŒr moderne StreitkrĂ€fte ist die gesicherte VerfĂŒgbarkeit von satellitengestĂŒtzten Diensten in immer stĂ€rkerem Maße Grundvoraussetzung fĂŒr deren FunktionsfĂ€higkeit und fĂŒr die effiziente AuftragserfĂŒllung geworden.“

Die geforderte Einbettung der möglichen deutsch-französischen Kooperation in die EU und möglicherweise auch die NATO macht ebenfalls aus einer militĂ€rischen Perspektive Sinn, da Uedem fĂŒr beide Organisationen wichtige Funktionen mit Blick auf MilitĂ€reinsĂ€tze einnimmt: „Das Weltraumlagezentrum [hat] den Auftrag, die Kernfunktionen eines verlegefĂ€higen multinationalen Luftwaffengefechtsstands zur FĂŒhrung von LuftstreitkrĂ€ften bereitzustellen. [
] Dieses sogenannte Joint Force Air Component Headquarters (JFAC HQ) plant und fĂŒhrt den Einsatz von LuftstreitkrĂ€ften, die durch mehrere Nationen bedarfsgerecht zusammengestellt wurden, beispielsweise im Rahmen der NATO Response Force (NRF) oder European Battle Group (EU BG).“

Wie beschrieben ist die NATO ohnehin bereits dabei, sich intensiv dem Weltraum zu widmen, aber auch fĂŒr die EU ist er schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. So existiert schon seit 2001 ein Satellitenzentrum der EuropĂ€ischen Union im spanischen TorrejĂłn, ĂŒber dessen Aufgabenprofil es heißt: „Das Zentrum arbeitet im Rahmen seiner Aufgaben eng mit der EuropĂ€ischen Verteidigungsagentur sowie der EuropĂ€ischen Agentur fĂŒr die Sicherheit des Seeverkehrs zusammen.“

Ende des Jahres sollen darĂŒber hinaus die letzten der insgesamt 30 Satelliten des Galileo-Systems in den Orbit verbracht worden sein. FĂŒr das System wurden allein zwischen 2014 und 2020 etwa 7 Milliarden Euro eingestellt, es soll unter anderem militĂ€risch nutzbare AufklĂ€rungsdaten liefern und gilt damit als einer der wichtigsten Bestandteile der kĂŒnftigen europĂ€ischen MilitĂ€rpolitik.

So ist also das Feld fĂŒr ein neues WettrĂŒsten im All bereitet, das sich nach aktuellem Stand auch jeder vertraglichen RĂŒstungskontrolle weitgehend entziehen wĂŒrde. So Ă€ußert sich der bereits eingangs zitierte Fachmann Götz Neuneck: „Die USA forcieren mit Trumps AnkĂŒndigung und Milliardeninvestitionen die Ängste Chinas und Russlands. [
] Trump stĂ¶ĂŸt die TĂŒr zu einem neuen teuren und gefĂ€hrlichen Offensiv-Defensiv-WettrĂŒsten mit Russland und China auf.“

Hoffnungsschimmer PAROS?

Leider wird der im Januar 1967 vereinbarte Weltraumvertrag wenig dazu beitragen können, ein neues WettrĂŒsten im All zu verhindern. Mit Ratifizierung verpflichteten sich die Staaten zwar zu dem allgemeinen Ziel, zur Nutzung des Weltraums zu friedlichen Zwecken beizutragen – die Sache hat allerdings nach EinschĂ€tzung der Stiftung Wissenschaft und Politik einen Haken: „Laut Artikel IV ist es den Vertragsstaaten nicht gestattet, Massenvernichtungswaffen im All zu stationieren. Zu anderen Waffenkategorien jedoch stehen keine Regeln im Vertrag.“ Auch werden die Staaten zwar dazu verpflichtet, dass der „Mond und die anderen Himmelskörper [
] ausschließlich zu friedlichen Zwecken benutzt“ wird, vom Raum dazwischen ist aber keine Rede.

Vielversprechender sind da schon die Versuche, einen Vertrag zur Verhinderung eines WettrĂŒstens im Weltraum (PAROS, „Prevention of an Arms Race in Outer Space“) auf den Weg zu bringen. Die Verhandlungen darum begannen schon lange davor, aber 2008 legten Russland und China der UN-AbrĂŒstungskonferenz einen Vertragsentwurf vor, der unter anderem vorsah, dass alle Unterzeichner davon absehen Objekte im Orbit zu stationieren, die irgendeine Waffe mit sich fĂŒhren.

Im Wortlaut hieß es in Artikel IV: „Die unterzeichnenden Staaten erklĂ€ren im Orbit ĂŒber der Erde keine Objekte zu platzieren, die irgendwelche Waffen mit sich tragen, keine solche Waffen auf Himmelskörpern zu installieren und auch auf keine andere Weise Waffen im Weltraum zu stationieren; nicht zur Drohung oder Anwendung von Gewalt gegen Objekte im Weltraum zu greifen; und anderen Staaten oder Staatengruppen oder Internationalen Organisationen nicht dabei zu assistieren oder sie dazu zu verleiten, an Handlungen teilzunehmen, die gegen diesen Vertrag verstoßen.“

In Artikel XIII des PAROS-Vertrags wird zudem festgelegt, dass der Vertrag in Kraft tritt, sollte er von 20 Staaten „einschließlich aller stĂ€ndigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat” unterzeichnet werden. ErwartungsgemĂ€ĂŸ stießen Moskau und China damit im Westen ebenso auf taube Ohren, wie eine von beiden Staaten einige Jahre spĂ€ter aktualisierte Version, wie erneut Götz Neuneck betont: „Es gibt schon seit Jahrzehnten PlĂ€ne fĂŒr einen PAROS-Vertrag. [
] ‚Fahrt gewann das Thema, weil China und Russland 2014 bei der UN-AbrĂŒstungskonferenz einen neuen Entwurf prĂ€sentierten‘, sagt der Leiter der Genfer GesprĂ€che, der brasilianische Botschafter Guilherme de Aguiar Patriota. Die westlichen LĂ€nder haben den Entwurf abgelehnt.“

Es hinterlĂ€sst – vorsichtig formuliert – einen faden Beigeschmack, wenn die westlichen Staaten in ihren RĂŒstungsbemĂŒhungen mit dem Finger auf Russland und China zeigen, gleichzeitig aber nicht einmal den Versuch unternehmen, einen Vertrag zum Abschluss zu bringen, der womöglich helfen könnte, das sich anbahnende WettrĂŒsten wenigstens ansatzweise einzudĂ€mmen.

Und das wiederum legt den Schluss nahe, dass es tatsÀchlich nicht darum geht, sich vor etwaigen Angriffen Russlands und Chinas zu verteidigen, sondern seinerseits die Eskalationsdominanz im Weltraum zu erlangen bzw. aufrecht zu erhalten.

Iron Sky: Nichts ist bizarrer als die RealitÀt

Die Tatsache, dass sich die Staaten lange scheuten, ihre Maßnahmen zur Militarisierung des Weltalls offen einzurĂ€umen, wurde 2012 in dem B-Movie-Klassiker Iron Sky in einer der skurrilsten Szenen des Films aufgegriffen.

Nachdem sich die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unbemerkt auf den Mond geflĂŒchteten Nazis fĂŒr eine Gegenoffensive rĂŒsten, wendet sich die US-PrĂ€sidentin in der Stunde der Not an den UN-Sicherheitsrat: „Meine Frage an sie lautet: Wie wollen sie sich vor denen schĂŒtzen? Wir hĂ€tten jedenfalls noch ein kleines Ass im Ärmel. Und ich bin sicher, dass sie uns dafĂŒr danken werden. Ich prĂ€sentiere ihnen das Mars-Erkundungsschiff USS George W. Bush.“

Das vermeintlich zivile Schiff entpuppt sich dann als bis an die ZĂ€hne bewaffneter Kampfkreuzer – allerdings stellt sich kurz danach heraus, dass die USS George W Bush dem Ansturm der Nazihorden nicht gewachsen ist, woraufhin ihr plötzlich eine Reihe weiterer „ziviler“ Kampfschiffe anderer Staaten beiseite springen.

Das allerdings bringt die US-PrĂ€sidentin gehörig in Rage: „Das ist eine Verletzung internationaler VertrĂ€ge zur Nutzung des Weltraums, die jeder von ihnen unterzeichnet hat. [
] Sie alle lĂŒgen doch. OK, wer hat seine [„zivilen“ Schiffe] nicht bewaffnet?“

Als auf diese letzte Frage im Sicherheitsrat lediglich der Vertreter Finnlands die Hand hebt, ist die US-PrĂ€sidentin gĂ€nzlich außer sich: „Sie haben ihre Versprechen gebrochen“, kritisiert sie, woraufhin ein anderes Sicherheitsratsmitglied erwidert: „Sie doch auch.“ Die Szene schließt mit der US-Replik ab: „Das tun wir immer, wir sind halt so.“

Damit fing der Film die Situation des Jahres 2012 ĂŒberaus treffend ein – inzwischen wird er aber von der RealitĂ€t ĂŒberholt. Nicht nur machen sich die Staaten wenig MĂŒhe mehr so zu tun, als wĂŒrden sie nicht die Militarisierung des Weltraums betreiben, auch was die Protagonisten anbelangt, ist der Streifen mittlerweile veraltet.

WĂ€hrend die Macher von Iron Sky im Jahr 2012 fĂŒr ihre fiktive US-PrĂ€sidentin die republikanische Rechtsauslegerin Sarah Palin zum Vorbild nahmen, um damit ihre Satire auf die Spitze zu treiben, sitzt im Jahr 2019 Donald Trump im Weißen Haus, was zeigt, wie schwierig politische Satire in der heutigen Zeit geworden ist.

Informationsstelle Militarisierung (IMI), 18.7.2019

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