Bezahlte Gutachten? Strafanzeige gegen BGR gestellt
Mitteilung von wendland-net vom 8. Juli 2016
BI fordert ĂŒberfĂ€llige Ăberarbeitung der BGR-Homepage. Strafanzeige gegen BGR. KĂŒrzlich wurde durch Medienberichte bekannt, dass die Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe durch eine Stiftung fĂŒr (u.a.) sogenannte „Gorleben-Gutachten“ bezahlt wurde. Der Republikanische Anwaltsverein erstattete nun Strafanzeige gegen die BGR.
VorteilsgewĂ€hrung und Vorteilsnahme, Bestechung und Bestechlichkeit sieht der Republikanische Anwaltsverein in den VorgĂ€ngen zwischen der Hans-Joachim-Martini-Stiftung und der Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) – und reichte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hannover ein.
Rechtsanwalt Thorsten Deppner beruft sich bei der Strafanzeige auf einen Bericht der Tagesschau, in dem es heiĂt:
„Aus den rund 4000 Seiten interner Dokumente der Stiftung, die WDR, NDR und âSĂŒddeutsche Zeitungâ ausgewertet haben, ergibt sich jedenfalls das Bild eines Ă€uĂerst komplexen und wenig transparenten Geldflusses von der Industrie in die BGR. Das beginnt bereits bei den AnfĂ€ngen der Stiftung 1981. ‚Es ist beabsichtigt, (âŠ) eine Hans-Joachim-Martini-Stiftung‘ (âŠ) zu grĂŒnden,‘
schrieb der damalige Chef-Geologe der Bayer-AG in einer internen Notiz an seinen Vorstand.
‚Die Stiftung soll dazu dienen, junge bzw. verdiente Mitarbeiter der BGR durch maĂvolle finanzielle Anreize zu belohnen‘.“
Laut Medienberichten ist auch fĂŒr Gorleben-Expertisen Geld der Martini-Stiftung geflossen.
Die BĂŒrgerinitiative Umweltschutz LĂŒchow-Dannenberg e.V. (BI) fordert die Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) nun auf, ihre tendenziösen Darstellungen zur Eignung Gorlebens als nukleares Endlager und das eindeutige Eintreten fĂŒr Salz als Endlagerformation auf ihrer Homepage zu korrigieren. In einem Brief an die BGR verweisen der BI-Vorsitzende Martin Donat und der BI-Sprecher Wolfgang Ehmke auf Passagen, in denen immer noch die weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben gefordert wird. Das stehe im Widerspruch zum Standortauswahlgesetz (StandAG), in dem es heiĂt, die Erkundung in Gorleben sei beendet.
„UnertrĂ€glich ist auch die Eignungsaussage in einer Expertise aus dem Jahr 2008, die unter anderem in Verdacht steht, von der wirtschaftsnahen Martini-Stiftung gesponsert zu sein. Wir fordern die BGR auf, sich mit der Person Martinis und seiner Rolle im Dritten Reich kritisch auseinander zu setzen“,
sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. BI-Recherchen zufolge war der Preis-Namensgebers Hans-Joachim Martini 1940 Leiter der Reichsstelle fĂŒr Bodenforschung in Prag mit der Aufgabe âErforschung, ErschlieĂung und Verwertung der slowakischen BodenschĂ€tzeâ, also das okkupierte âReichsgebietâ nach Ausbeutbarem fĂŒr die deutsche Wirtschaft und die KriegsfĂŒhrung zu untersuchen. Von 1962-1969 war er PrĂ€sident der Bundesanstalt fĂŒr Bodenforschung, dem VorlĂ€ufer der BGR.
Artikel zum Thema
10.07.2016 Strafanzeige gegen die BGR â BI fordert Ăberarbeitung der BGR-Homepage
Laut Medienberichten ist auch fĂŒr Gorleben-Expertisen Geld der Martini-Stiftung geflossen.
