Bundestag, Syrien-Krieg: „Kein Einvernehmen der Fraktionen“ bei Tagesordnung

02.12.15: Tagesordnung Bundestag am 04.12.2015 "nicht im Einvernehmen" der Fraktionen erstellt

Bundestag: GrĂŒnen-Fraktion lehnt von der Regierung geforderten „Fristverzicht“ und Eilverfahren fĂŒr Kriegseinsatz in Syrien ab.

Wie Radio Utopie gestern am Mittag berichtete, trafen sich gestern die parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bundestagsfraktionen. Erster GeschĂ€ftsfĂŒhrer der C.D.U./C.S.U.-Fraktion ist Michael Grosse-Brömer (C.D.U.), GeschĂ€ftsfĂŒhrer der C.S.U.-Landesgruppe Max Straubinger, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der S.P.D.-Fraktion ist Christine Lambrecht, die der GrĂŒnen-Fraktion ist Britta Haßelmann und Petra Sitte die der Linksfraktion.

Bereits vorher hatte in der Presse gestanden, was dieses Treffen der GeschĂ€ftsfĂŒhrer erst beschließen sollte – fĂŒr den heutigen Mittwoch eine erste Lesung des Regierungsantrags auf Entsendung des deutschen MilitĂ€rs in den Angriffskrieg in Syrien auf die Tagesordnung des Bundestages zu setzen, sowie den Beschluss auf die Tagesordnung vom Freitag.

Gestern dann, irgendwann gegen Abend, eine ungewöhnliche Bekanntmachung auf der Webseite des Bundestages.

In der Tagesordnung fĂŒr Freitag, den 4. Dezember, ist unter dem Antrag der Bundesregierung auf „Einsatz bewaffneter deutscher StreitkrĂ€fte“ in Syrien zu lesen:

„Die Fraktionen Die Linke und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen prĂŒfen momentan noch ob sie mit der Aufsetzung einverstanden sind.“

01_12_2015__Screenshot Tagesordnung Bundestag fĂŒr den 04_12_2015

Heute Morgen wurde die Meldung dann wie folgt geÀndert:

„Es besteht zwischen den Fraktionen kein Einvernehmen ĂŒber die Aufsetzung dieses Zusatzpunktes.“

02.12.15: Tagesordnung Bundestag am 04.12.2015 "nicht im Einvernehmen" der Fraktionen erstellt

Wie aus dem Bundestag zu hören ist, hatten bei dem gestrigen Treffen am Dienstag Vormittag die GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Regierungsfraktionen von ihren Amtskolleginnen der Opposition einen „Fristverzicht“ fĂŒr das Bundestagsverfahren gefordert.

Im Klartext: die Regierung forderte von Britta Haßelmann und Petra Sitte die Zustimmung zum Blitzverfahren innerhalb von drei Tagen deutsche Soldaten in einen Angriffskrieg in Asien zu schicken.

Es dauerte bis zum Abend, bis sich gestern schließlich eine Oppositionsfraktion – die der GrĂŒnen – dazu durchringen konnte, diesen von der Regierung geforderten „Fristverzicht“ abzulehnen.

Der Ältestenrat, der laut § 20 der GeschĂ€ftsordnung des Bundestages Termin und Tagesordnung jeder Sitzung des Bundestages „vereinbart“, spielte in diesem Prozedere keine Rolle. Er hat diese Woche noch nicht einmal getagt.

Nun muss die Regierung am Freitag Morgen erst eine GeschÀftsordnungsdebatte ansetzen um ihre Tagesordnung zu erzwingen und damit die Entsendung deutscher Truppen in den Syrien-Krieg gegen den Willen der Opposition blitzkriegartig durchzusetzen.

Damit ist diesmal – im Gegensatz zu frĂŒheren „Eilverfahren“ – klar, wer dafĂŒr nun die Verantwortung trĂ€gt.

(…)

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