Warum wird Kerry Syrien nicht in Ruhe lassen?

Der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika John Kerry scheint die persönliche Mission zu verfolgen, die Vereinigten Staaten von Amerika in eine Invasion Syriens hineinzuziehen. Zumindest bleibt er entschlossen, weiterhin die Rebellion gegen die syrische Regierung zu unterstĂŒtzen, bis das Land völlig zerstört ist.

Bei ihrem Treffen gestern in London beschlossen die selbsternannten “Freunde Syriens,” darunter neben den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich weitere Modelldemokratien wie Qatar, Saudiarabien und die TĂŒrkei, die UnterstĂŒtzung fĂŒr diejenigen zu verstĂ€rken, die seit drei Jahren gekĂ€mpft haben, um die syrische Regierung zu stĂŒrzen.

Kerry nĂŒtzte die Gelegenheit, anlĂ€ĂŸlich der Konferenz wieder die syrische Regierung zu beschuldigen, chemische Waffen einzusetzen, wobei er sich in keiner Weise durch seine verlogenen Behauptungen derselben Art schon im vergangenen Jahr beirren ließ. „Rohdaten“ legten nahe, dass die syrische Regierung vor kurzem Chlorgas eingesetzt hat, behauptete Kerry dieses Mal. Sehr rohe, ohne Zweifel.

Inzwischen sagte der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten von Amerika Chuck Hagel am gleichen Tag: „Wir haben keinerlei Beweise fĂŒr neue chemische Attacken gesehen.“ Es sieht so aus, als ob die Administration der Vereinigten Staaten von Amerika mit sich selbst Krieg fĂŒhrt, wobei Kerry bei jeder sich bietenden Gelegenheit auszurasten scheint.

Denken Sie daran, dass im letzten Sommer Kerry unmissverstĂ€ndlich sagte, dass „wir wissen,“ dass Assad chemische Waffen in Ghouta eingesetzt hat. Erinnern Sie sich auch, dass er komplett daneben lag, damit allerdings die Vereinigten Staaten von Amerika an den Rand der Invasion in ein weiteres Land aufgrund eines gefĂ€lschten Vorwandes brachte.

Aber obwohl im vergangenen Sommer eine Vereinbarung erzielt worden war, wobei die syrische Regierung zustimmte, ihr chemisches Arsenal aufzugeben – die Vereinbarung wurde eingehalten – verstĂ€rkten die Vereinigten Staaten von Amerika nur ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr den Regimewechsel.

In der Tat begannen die Vereinigten Staaten von Amerika mit einem Pilotprogramm zur Versorgung der „gemĂ€ĂŸigten” Opposition mit tödlichen Panzerabwehrwaffen. Es wurde bereits berichtet, dass diese Raketen fast umgehend in den HĂ€nden von Radikalen in Syrien landeten, darunter KĂ€mpfer der berĂŒchtigten al-Nusra Front. Kurz gesagt stellen die Vereinigten Staaten von Amerika einige der tödlichsten Waffen aus ihrem Arsenal VerbĂŒndeten der al-Qaeda zur VerfĂŒgung.

WĂŒrden die Bestimmungen ĂŒber die unbefristete Anhaltung nach dem National Defense Authorization Akt (nationales VerteidigungsermĂ€chtigungsgesetz) in Kraft gesetzt, kĂ€men Minister Kerry und ein großer Teil der Administration der Vereinigten Staaten von Amerika hinter Gitter, isoliert ohne Anklage oder Zugang zu rechtlicher Vertretung. Aber solche Gesetze gelten nicht fĂŒr diejenigen, die sie machen oder ausfĂŒhren.

Es ist tragisch, dass diese Aufstockung von UnterstĂŒtzung fĂŒr die von Extremisten dominierten Rebellen in Syrien gerade erfolgt, wĂ€hrend die ersten Anzeichen eines Auswegs aus dem nunmehr drei Jahre dauernden Albtraum erkennbar werden. In Homs, das als Geburtsort der Rebellion gesehen wird, kamen RegierungskrĂ€fte und Rebellen zu einer Vereinbarung ĂŒber einen friedlichen Abzug der Rebellen aus der Stadt. Der jahrelange Kampf endete und fast unmittelbar danach begann die Bevölkerung in ihre Stadt zurĂŒckzukehren, um mit dem Wiederaufbau zu beginnen.

HĂ€tte die Propaganda der Vereinigten Staaten von Amerika der Wahrheit entsprochen, dann hĂ€tten wir natĂŒrlich gesehen, wie die RegierungskrĂ€fte die Menschen nach ihrer RĂŒckkehr umgebracht hĂ€tten. In Wirklichkeit war das Gegenteil der Fall, und syrische Fahnen wurden in der Stadt gehisst und die Menschen kehrten zurĂŒck zu dem, was von ihren HĂ€usern noch ĂŒbrig ist.

Sogar die Los Angeles Times entdeckte: „… eine Gruppe christlicher Frauen machte sich auf den Weg in die Altstadt, um die Reste des Hauses ihrer Familie zu sehen. Die christliche Minderheit ist generell ĂŒberschwĂ€nglich aufgrund der ‚Befreiung’ eines Bereichs, der von alters her eine zentrale Rolle fĂŒr ihre IdentitĂ€t spielt.“ „Die Armee hat alle bösen Leute aus unserer Stadt vertrieben,“ sagte Hannan Ragap, 45, Mutter von zwei Kindern, die Stöckelschuhe und Jeans trug, als sie in Richtung Altstadt spazierte. Im angrenzenden Bezirk Zahra wĂŒrdigten die Menschen einen Sieg gegen das, was viele als existenzielle Bedrohung durch eine radikale islamistische Kraft betrachten. Im noch immer von Rebellen kontrollierten Aleppo machen die KĂ€mpfer gegen die Regierung einen resignierten Eindruck, haben aber Hoffnung aufgrund der friedlichen Übergabe von Homs.

Die Publikation al-Monitor zitiert den syrischen Rebellen „Abdel,” der in Aleppo kĂ€mpft: „Geben wir es zu: die Zeit fĂŒr eine Vereinbarung ist gekommen,“ sagt Abdel … Das Vorbild, sagt er, ist Homs, dessen WaffenstillstĂ€nde die mĂŒden KĂ€mpfer in Aleppo anzusprechen beginnen. „Wir geben nicht auf, weil wir nicht wollen, dass Assad an der Macht bleibt, aber auf andere Weise. Niemand kann sich mit Waffen durchsetzen. Wissen Sie, was da, im Westen, in der Richtung dieses Mörsers liegt? Wissen Sie, auf was ich da schieße? Dort befindet sich mein Haus. Ich schieße auf mein Haus.“ Die AbsurdidĂ€t dieses Kampfes liegt klar vor uns – ein „Rebell“ dem nichts bleibt, als auf sein eigenes Haus zu schießen.

Vor diesem Hintergrund suchen die Vereinigten Staaten von Amerika tatsÀchlich den Krieg zu intensivieren und zu verlÀngern. Vor diesem Hintergrund fÀhrt John Kerry fort, auf die Einmischung der Vereinigten Staaten von Amerika zu drÀngen, bis zu dem Punkt, wo er wilde Behauptungen aufstellt mit null Beweis. Hören Sie auf den verwirrten, aber mörderischen Ingrimm in seiner Stimme.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika verurteilte gestern die bevorstehende PrĂ€sidentenwahl in Syrien, indem er sagte: „Wir alle sind einer Meinung, wenn wir sagen, dass Assads inszenierte Wahlen eine Farce sind. Sie sind eine Beleidigung. Sie sind ein Betrug an der Demokratie, am syrischen Volk und an der Welt.“

Wie auch immer, sogar die Zeitung The National der Vereinigten Arabischen Emirate (die zwar zu den „Freunden Syriens” gehören, aber alles andere als pro-Assad sind) schließt: Das schmutzige Geheimnis im heutigen Syrien ist jedoch, dass wenn die PrĂ€sidentenwahlen frei und fair wĂ€ren, Bashar Al Assad noch immer gewinnen wĂŒrde.

Kerry macht sich wieder einmal seine eigene RealitÀt zurecht.

Kein Wort jedenfalls von Kerry ĂŒber einen Autobombenanschlag gestern durch Rebellen, der Dutzende Zivilisten tötete. Kein Wort ĂŒber die Rebellen, die das Wasser fĂŒr die Zivilbevölkerung in Aleppo blockieren und eine humanitĂ€re Katastrophe von erschreckendem Ausmaß schaffen. Einige humanitĂ€re Katastrophen sind gleicher als andere.

Ist John Kerry verrĂŒckt geworden? Kann Obama ihn aus irgendeinem Grund nicht entlassen? Gibt es da noch Erwachsene?

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Orginalartikel Why Won‘t Kerry Leave Syria Alone? am 16.Mai 2014

Quelle: http://antikrieg.com/aktuell/2014_05_18_warum.htm