Neue Order von Obama: Unruhe in der Berliner Nomenklatura
Die Kanzlerin lÀsst ihre Witzfiguren tanzen: Justizminister Heiko Maas und dessen Untergebenen, Generalbundesanwalt Harald Range. Eine EinschÀtzung.
Harald Range (Titel: Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof) hĂ€lt die Aufnahme eines „förmlichen Ermittlungsverfahrens“ wegen des Abhörens vom Handy Angela Merkels (Titel: Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland) „fĂŒr möglich“, steht heute im „Spiegel“ der Republik. Gerade noch rechtzeitig. SchlieĂlich hatte gestern U.S.-PrĂ€sident Barack Obama im Interview mit dem „ZDF“ das Abhören von Merkels Privathandy zwar nicht im rechtlichen Sinne zugegeben, so doch versichert:
„Solange ich PrĂ€sident der Vereinigten Staaten bin, wird sich die Kanzlerin von Deutschland deswegen keine Sorgen machen mĂŒssen.“
Die nun von der Bundesregierung ĂŒber ihr Organ „Spiegel“ bekannt gegebene Verlautbarung der möglichen Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Spionage ist der gewohnte Zynismus Maximus aus den gesellschaftlich ĂŒppigst alimentierten StaatsheaterhĂ€usern der Berliner Nomenklatura. Und dies aus mehrfacher Hinsicht.
1. Der Generalbundesanwalt, meistens Bundesanwaltschaft genannt, untersteht der Weisung des Justizministers bzw der Justizministerin. Am 5. November verweigerte die damalige unsĂ€gliche (und mittlerweile mit Schwung in der Versenkung verschwundene) geschĂ€ftsfĂŒhrende Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (F.D.P.) die Aufnahme eines förmlichen Ermittlungsverfahrens wegen Spionage. Eines Ermittlungsverfahrens. (Spionage-Skandal: GeschĂ€ftsfĂŒhrende Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (F.D.P.) verweigert Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft)
Noch einmal: seit das Preussische Königreich nach der versuchten Revolution 1848 ĂŒberhaupt Staatsanwaltschaften einfĂŒhrte, sind diese in Deutschland unter allen bisherigen System niemals unabhĂ€ngig, sondern stets weisungsabhĂ€ngig gewesen. Noch heute ist das so. Von den Untertanen weiĂ das, auch heute noch, fast keiner, geschweige denn dass es hier, im Herzland der demokratischen Traditionen auf dem Planeten Erde, irgendein Sapiens Ă€ndern wollte.
Wenn also Generalbundesanwalt Harald Range (ĂŒber den Oliver Welke stellvertretend fĂŒr alle noch denkenden Menschen in dieser Witzrepulik vermerkte, dass man „Opa fĂŒr diese Pressekonferenz nicht extra wecken“ hĂ€tte mĂŒssen) bekannt gab, die N.A.S.A. hĂ€tte Merkel gar nicht abgehört, dann blamierte er sich damit auf Anweisung der Justizministerin und damit wiederum auf Anweisung von deren Vorgesetzten, ihrer Exzellenz Mutti herself. Und wenn jetzt dieses GummibĂ€rchen Heiko Maas dasteht, fĂŒr die eigene Propaganda die tiefen Denkerfurchen auf der fliegenden Stirn in Schwung bringt und sagt, „Hmm, wir mĂŒssen was tun, am besten wir tun so als ob“, dann macht er das ebenfalls auf Anweisung der Kanzlerin, mindestens in Absprache mit ihr.
2. Seit Jahrzehnten hat sich, unter Kollaboration aller Staatsparteien in Deutschland, die man mit Recht in allen Kernfragen die Einheitspartei nennen kann – 1. Nie den Euro-Kapitalismus in Frage stellen, 2. Nie die (nicht zuletzt fĂŒr den Ausbruch des Krieges elementaren) Behauptungen der Spione und Geheimdienste in Frage stellen, aber dafĂŒr 3. das Grundgesetz – ein Orwell-Staat aufgebaut, der sich hinter dem GroĂen Bruder in Washington im Windschatten hĂ€lt und die neuen Chancen des neuen Imperialismus seit Ausbruch des Krieges in 2001 zu nutzen wusste. Ich werde ĂŒberwacht, 24 Stunden am Tag, jetzt in dieser Sekunde wĂ€hrend ich diesen Artikel schreibe und es gibt nicht eine einzige staatliche Stelle bei der ich dagegen klagen oder auch nur feststellen lassen könnte dass es so ist. Stattdessen sehe ich mich einer Bande von Feiglingen in faschistischer und totalitĂ€rer Tradition gegenĂŒber, die vor allem wegrennen was ihre Aufgabe wĂ€re, aber dann aufmucken, wenn es opportun ist weil es die Masse macht, oder wenn es von oben mal genehmigt wurde, oder wenn die Königsameise „SchwĂ€che“ zeigt, womit in Deutschland allgemein das ehemalige Wort „Freundlichkeit“ ĂŒbersetzt wird. Wenn also jetzt Merkel ihre Prothese Range vorschiebt, damit der andeutet er könne ja mal was tun, z.B. als ob, dann tut sie und tun ihre kleinen Wuffis von der Fantomsozialdemokratie dies, um dem neuen Befehl, der neuen Ordnung, der neuen „Order“ PPD-28 von Barack Obama (der gestern im ZDF-Interview sagte, er sei „nicht der Imperator der Welt“) den Schwung zu nehmen, einen RĂŒckfall in die Gewaltenteilung zu verhindern, den faktischen Kriegszustand und das faktische informelle Kriegsrecht der Spione aufrecht zu erhalten; konkret: den Zugriff auf unsere Daten durch die National Security Agency und ihre in ungezĂ€hlten Datentauschbörsen und Geheimabkommen vernetzten Helfershelfer im Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, MilitĂ€rischen Abschirmdienst, etc, inklusive „Privatdetekteien“ und Spionage-Söldner.
Es geht Merkel und ihrer „groĂen Koalition“ doch gar nicht um ein „Nospy“-Abkommen mit „den Amerikanern“, also dem Regierungsapparat der Vereinigten Staaten. Es geht der Regierung um ein „spy“-Abkommen, um eine Aufrechterhaltung der Spionage-Informationen, der wichtigsten Waffe der hier in Deutschland mindestens seit Jahrzehnten herrschenden Klasse und Nomenklatura im Kampf gegen ihre Bevölkerung und deren mittlerweile mehr als rudimentĂ€ren demokratischen AufbrĂŒche.
Nach 205 Montagsdemonstrationen im einstmals konservativen KernlĂ€ndle Stuttgart, wegen eines tief in die Bundespolitik hinein wuchernden Skandals und Umprogrammierversuchs einer ganzen Region namens „Stuttgart 21“, ist bewiesen, dass die Deutschen auch im 21. Jahrhundert willens und in der Lage sind der herrschenden Nomenklatura effektiv demokratischen und selbstorganisierten Widerstand entgegenzusetzen. Die BĂŒrgerbewegung gegen das Programm „Stuttgart 21“ wird von den Geheimdiensten ausspioniert, unter der Verwantwortung der grĂŒn-roten Landesregierung Baden-WĂŒrttembergs, aber ganz sicher auch nach Anweisung von oben, aus Berlin. Wer tut dagegen etwas? Wer regt sich darĂŒber auf? Wo sind diese ganzen durchgeknallten paneuropĂ€ischen Freaks, die gefĂŒhllos mitanschauen wie sie sich auf dem Kontinent unter dem Joch des Kapitalismus schon vor den Parlamenten erschieĂen, aber dessen kapitalistisches Finanzsystem als höchst emanzipatorisch, links, sozial, weil notwendig fĂŒr den anti-„verfassungsnationalistischen“ Zweck erachten? Wo ist diese ganze BĂŒrgerrechtsbewegung in Deutschland?
Sie ist nicht da. Weil es keine gibt. Aber trotzdem stellen sich DummschwĂ€tzer, BĂŒcklinge, akademische Windhemden und FlachpfeifInnen in LegionsstĂ€rke auf die BĂŒhnen ihrer ach so pro-sozialen Netzwerke und erzĂ€hlen vom Trojanischen Pferd das sie jubelnd in unsere Gesellschaft geschleppt haben, aus Furcht vor den bösen Trojanern, von denen ihnen die Ekschperde immer erzĂ€hlt haben. Jaaa, lasset uns werfen das Konfetti und feiern in Saus und Braus. Warst Du – auch dabei? Auf diesem und jenen Kongress, Treffen, Parteitag? Was waren wir wieder einmal gut.
Fazit
Mir ist völlig klar, dass die Mischpoke von „Nachrichtendienstlern“ sich nur dafĂŒr interessiert mir irgendetwas – irgendetwas – anzuhĂ€ngen, um mich irgendwie vom Hals zu bekommen. Nicht nur das haben sie mit diesem Pack von Partei-Kadern in Berlin gemeinsam. Doch nun fangen die Leichen im Regierungskeller von Berlin nicht nur an zu stinken, sondern sich auch noch zu bewegen.
Ich nehme dem „mĂ€chtigsten Mann der Welt“, U.S. PrĂ€sident Barack Obama, ab was er sagt. Er macht einen Unterschied. Der Richtungswechsel dieses zweiten „Commander in Chief“, dieses zweiten KriegsprĂ€sidenten seit 2001, jagt vielen in Berlin, dem designierten „Neuen Rom“ von Europa, jede Menge Angst ein. Mit dieser „New World Order“, was eben auch mit „Neuer Befehl fĂŒr die Welt“ oder „Befehl der Neuen Welt / Amerika“ ĂŒbersetzt werden kann, hatten sie hier bei den Berliner imperialistischen Mittelpfosten auf dem Kontinent offensichtlich nicht gerechnet. Da fĂ€llt es dann – Hand aufÂŽs Herz – sogar Claus Cleber schwer „pro-amerikanisch“ zu sein.
Es ist an den Deutschen selbst zu denken, selbst zu lesen, selbst zu sagen und selbst zu entscheiden wie sie leben wollen und wie sie sich organisieren. Mein Rat ist und bleibt dabei das zu halten und nicht fallen zu lassen, was sie in den HĂ€nden haben: das Grundgesetz.
Auf den real existieren Staat, seine Organe und seine Parteien allerdings können sie dabei pfeifen. Die sind ein Witz.
