Grundgesetz: Realismus-Anfall der Merkel-Nachfolgekandidaten Von der Leyen und De Maiziere

Als Linker im Euro-Kapitalismus freut man sich schon ĂŒber Minister, die wenigstens die Bundesrepublik Deutschland stehen lassen wollen. So weit ist es schon gekommen.

Verteidigungsminister Thomas de Maiziere und Ministerin fĂŒr Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, Ă€ußerten sich gegenĂŒber dem „Tagesspiegel“ zur permanenten Infragestellung von Verfassung und Republik durch leitende FunktionĂ€re aller Bundestagsparteien und der Piratenpartei zugunsten des Euro-Kapitalismus und den Forderungen der internationalen GeldmĂ€rkte und Banken.

De Maiziere Ă€ußerte – sich der faktischen KrĂ€fteverhĂ€ltnisse am Boden offensichtlich bewusst – daß die Regierung in der „handfesten politischen Auseinandersetzung“ sich lieber auf das konzentrieren solle, „was durchsetzbar ist“.

„Bevor wir das Volk ĂŒber ein neues Grundgesetz abstimmen lassen, mĂŒssen wir doch erst einmal in Europa die VertrĂ€ge Ă€ndern“,

so der Verteidigungsminister. Mal abgesehen davon, daß De Maiziere mit „Europa“ sicherlich nicht die Schweiz, Norwegen oder die Ukraine meinte und da irgendetwas durcheinander brachte, verwies er dann wieder realistisch darauf, dass VertragsĂ€nderungen im Staatenbund „EuropĂ€ische Union“ in allen 27 Mitgliedsstaaten erst ratifiziert werden mĂŒssen.

Ratifiziert. Das heisst – durch die Parlamente oder durch Volksabstimmungen beschlossen, nicht von durchgeknallten Möchtegern-Monarchen. Auch das weiß heutzutage nicht jeder.

Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen wiederum sah den vom Bundesverfassungsgericht bei seinem Urteil zum Lissabon-Vertrag erteilten „Bewegungsspielraum“ fĂŒr einen Staatenbund als „enge, auf Dauer angelegte Verbindung souverĂ€n bleibender Staaten“ in Europa offensichtlich noch nicht ausgeschöpft.

„Wir sollten unsere weise und kostbare Verfassung nicht mal so eben infrage stellen…Da ist noch Musik drin“

Am 15. Juni lehnten in einer Umfrage des Politbarometers 51 Prozent es ab, „GrundsĂ€tzlich mehr Befugnisse an die EU abzugeben“. Am 6. Juli hatten in einer fĂŒr die ARD erstellten Umfrage von Infratest Dimap 55 Prozent der Befragten angekĂŒndigt, sich in einer Volksabstimmung fĂŒr die „Haushaltspolitik/-kontrolle durch die MitgliedslĂ€nder“ des Staatenbundes auszusprechen. 52 Prozent waren gegen „GrundgesetzĂ€nderungen, um den Euro zu retten“.

Dieses KrĂ€fteverhĂ€ltnis von Verfassungspatrioten auf der einen und Verfassungsfeinden, Schwachköpfen und Untertanen auf der anderen Seite bestĂ€tigte eine gestern veröffentlichte „Focus“-Umfrage: 52 Prozent lehnen „eine Vergemeinschaftung der europĂ€ischen Schulden ab – auch dann, wenn die EuropĂ€ische Union die Kontrolle ĂŒber die Staatshaushalte ĂŒbernimmt„, was nur durch einen Sturz des Grundgesetzes möglich wĂ€re.

Minister De Maiziere und Ministerin Von der Leyen gelten beide als mögliche Nachfolgekandidaten der CDU fĂŒr das Amt des Bundeskanzlers.

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