Grönland: 0,1 statt 15 Prozent Eisrückgang in den letzten zwölf Jahren – britisches Polarforschungsinstitut SPRI

Wissenschaft
Satellitenfoto Grönland

Wissenschaftler vom Scott Polar Research Institute (SPRI) schlagen in einem offenen Brief Alarm über fehlerhafte Angabe zu dramatischem Schwund des Eispanzers auf Grönland - Karten im 172 Euro teuren Times Atlas of the World zeigen eine viel grünere Küste rund um die riesige Insel, Teil des Königreichs Dänemark und müssten neu gezeichnet werden. (Foto: screenshot from NASA’s globe software World Wind, Wikipedia, Lizenz unter public domain)

Das Scott Polar Research Institute ist ein Forschungsinstitut der Fakultät Geografie der University of Cambridge. Zu den Fachbereichen gehören die weltweiten Untersuchungen der polaren Gebiete und die Glaziolgie (Gletscherforschung: Formen, Auftreten und Eigenschaften von Eis und Schnee samt ihren Ausformungen als Gletscher, Permafrost und Schelfeis).

Am 19.September 2011 veröffentlichten die folgenden Wissenschaftler, einschliesslich des Institutdirektors, Dr.Poul Christoffersen, Prof.Julian Dowdeswell (Direktor), Mr.Toby Benham, Prof.Elizabeth M. Morris, Dr.Ruth Mugford, Dr.Steven Palmer und Dr.Ian Willis auf der Webseite von SPRI unter Creative Commons Licence ein öffentliches Statement zu den falsch interpretierten Daten über die Veränderungen des Eispanzers in Grönland und ihre Forschungsergebnisse dazu.

Aufmerksam wurden die Forscher durch eine begleitende Werbekampagne, die das Erscheinen der 13. Ausgabe des The Times Comprehensive Atlas of the World begleitete und in der es hiess, im Atlas (seit 1971 auch auf Deutsch unter dem Titel Knaurs großer Weltatlas) - wurde Grönland grün - "the Atlas is turning Greenland green".

Die Wissenschaftler vom Scott Polar Research Institute waren von dieser Aussage sehr verwirrt und von der Behauptung, dass "zum ersten Mal die neue Ausgabe von The Times Comprehensive Atlas of the World 15 Prozent der einst mit ewigen Eis bedeckten Fläche Grönlands in grün und eisfrei geändert hatte - eine Fläche von der Grösse des Vereinigten Königreichs und Irlands. Die Wissenschaftler glauben, dass die beiden Zahlen - eine "15prozentigen Abnahme" der permanenten Eisbedeckung sowie die Angabe "in den letzten zwölf Jahren" seit der vorherigen Ausgabe des Atlas falsch und irreführend sind.

Die Wissenschaftler vom SPRI verglichen aktuelle Satellitenbilder von Grönland mit der neuen Karte und hatten festgestellt, dass es jedoch noch zahlreiche Gletscher und permanente Eisbedeckung gibt, wo der neue Times-Atlas eisfreie Bedingungen und die Entstehung neuer Ländereien darstellt. Darüber hinaus werden die tiefer liegenden Ränder des Haupteisschild als Land und nicht als Eis gezeigt. Sie folgerten, dass ein beträchtlicher Teil des Gebiets, der im Atlas als eisfrei abgebildet wurde noch eindeutig mit Eis bedeckt ist.

Dr.Poul Christoffersen sagte: "Es ist bedauerlich, dass die behauptete drastische Reduzierung des Umfangs des Eises in Grönland Schlagzeilen auf der ganzen Welt hervorgerufen hat. Es gibt nach unserem Erkenntnisstand in der veröffentlichten wissenschaftlichen Literatur keine Unterstützung für diese Behauptung." (1)

Mit ihrem Statement wollen die Forscher nicht dem Klimawandel, und dass der Eispanzer Grönlands davon betroffen wird, widersprechen; weisen jedoch darauf hin, dass es äusserst wichtig ist, akkurat darüber zu berichten und dass die beiden Aussagen mit Beweisen konkret und korrekt belegt werden müssen.

Eine nähere Betrachtung der neuen Karte von Grönland zeigt, dass sich die Höhenlinien merklich von den Konturen auf der älteren Karte unterscheiden. Dr.Ian Willis und Toby Benham von SPRI waren in der Lage, diese Konturen mit Daten der Eisdicke zu reproduzieren. Es scheint, dass der Times Comprehensive Atlas of the World die Ränder des Eisschildes ab einer Höhe von 500 Metern Eisdicke festgelegt hätte. Wenn ja, ist das offensichtlich ein falsches und fehlerhaftes Verfahren.

Die Diskrepanz zwischen der neuen Karte von Grönland und den sehr aktuellen Satellitenbildern, die von SPRI ausgewertet wurden, wird hier auf der Website der BBC gezeigt.

Das Scott Polar Research Institute weist darauf hin, dass das Volumen des Eises des grönländischen Eisschildes etwa 2,9 Millionen Kubikkilometer beinhaltet und die aktuelle Geschwindigkeit, mit der Eis verloren geht, etwa 200 Kubikkilometer pro Jahr beträgt. Das liegt in der Größenordnung von 0,1 Volumenprozent in zwölf Jahren.

Zahlreiche Gletscher haben sich in den letzten zehn Jahren zurückgezogen, was die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern, Politikern und der breiten Öffentlichkeit erregt hat. Aufgrund diesen Rückzugs fliessen nun viele Gletscher schneller und es entsteht freies Gelände entlang der Küste, das zuvor mit Eis bedeckt war - aber nicht die in den Medien veröffentlichte Grössenordnung, die die neue Ausgabe des The Times Atlas begleitet hatte.

The Times Atlas gehört nicht zu der Zeitung The Times. Das Werk wird von Times Books herausgegeben, zugehörig dem Verlagskonzern HarperCollins, der wiederum der Rupert Murdochs News Corporation gehört, deren unerhörte Abhörskandale in den letzten Monaten aufgedeckt wurden (Radio Utopie, 22.Juli 2011: Militärisch-industrieller Journalismus).

Das Verlagsunternehmen HarperCollins räumte am Dienstag, den 20.September ein, dass die 15 Prozent-Darstellung falsch war, bestand jedoch auf die richtigen Angaben der neuen Karten in der 13. Auflage des Atlas.

"Regierungen in aller Welt, internationale Organisationen einschliesslich der Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission und Medien-Unternehmen verlassen sich vertrauenswürdig auf die Karten. The Times Atlas ist bekannt für seine Autorität und wir tun unser Möglichstes, um diesen Ruf zu erhalten. Bei der Erstellung der Inhalte des Atlas konsultieren wir Experten, um die Welt so genau wie möglich darzustellen.", sagte HarperCollins laut Angaben von Space Daily. (3)

Ein Sprecherin von HarperCollins sagte, dass ihre neuen Karten auf den Angaben des US-amerikanischen National Snow and Ice Data Center (NSIDC) beruhen, die von dieser Nationalen Schnee- und Eis-Datenzentrum-US-Behörde zur Verfügung gestellt wurden. (2) Das NSIDC ist auch als eines von acht von der NASA geförderten Distributed Active Archive Center für die Archivierung und Verteilung von Daten aus vergangenen und aktuellen Satelliten- und Feldmessprogrammen der NASA autorisiert.

Die letzte Ausgabe des weltweit marktführenden Kartenwerkes erschien im Jahr 2007. Die aktuelle 13.Auflage der 544 Seiten "umfassenden"-Version des Atlas enthält eine Reihe von Änderungen aus Gründen des Umweltschutzes. Das Abbrechen von einigen Brocken antarktischen Schelfeises, das Schrumpfen von Binnengewässern wie dem Toten Meer und des Aral-Sees sowie das Austrocknen von Flüssen wie dem Colorado River sind alle im Namen des Klimawandels dokumentiert.

Diese Veränderungen der Umwelt auf eine globale Erwärmung zurückzuführen wird von der Politik als Kontroll- und Machtinstrument missbraucht. Weltweit agierende Konzerne und Banken mit dem Internationalen Währungsfond als Organ, die die natürlichen Ressourcen ausbeuten und die bisherigen Lebensgrundlagen zerstören, sorgen dafür, dass Gesetze in ihrem Interesse erlassen werden. Riesige Stauseeprojekte, Umleitung von Flüssen, Regenwaldzerstörung, Bergwerke, Monokultur-Plantagen von immensen Dimensionen, CO2-Gesetze - die Aufzählung liesse sich noch weit fortsetzen... sorgen zum erheblichen Teil für regionale und globale Veränderungen des Klimas.

Artikel zum Thema

21.09.2011 The SPICE Project: giftige Schwefel-Injektionen in die Hülle des Planeten und unsere Lungen
24.05.2011 Grimsvötn: Vom britischen Verteidigungsministerium zum Deutschen Wetterdienst
31.03.2011 Prozess in Mali gegen die Weltbank – Das Weltgericht von Bamako
01.11.2010 Wettervoraussage für fünfzehn Jahre in Äthiopien und weltweit spuckende Vulkane
27.09.2010 Vaclav Klaus: UNO nicht Sprachrohr supranationaler Konglomerate
23.07.2010 Grossbritannien errichtet neues “Nebel und Wolken” – Weltraumkontrollzentrum
19.04.2010 DIE EU-AGENDA “SINGLE EUROPEAN SKY” (III): Die Hintergründe des Flugverbots und wie es zustande kam
19.03.2010 Die Europäische Union ist einer der grössten Verräter an dem Leben auf diesem Planeten!
03.02.2010 Klimalüge: Prof. Roger Pielke und Prof. Chris Field vom IPCC bei BBC Newsnight 2.2.2010
24.12.2009 Geld regiert mit IPCC-Klima die Welt – welche Lobby bestimmt wirklich unser “Wetter”?
23.12.2009 Klimaschützer seit fünf Tagen in Haft
20.12.2009 Hugo Chávez – Seine Rede in Kopenhagen
16.12.2009 Klimagipfel in Kopenhagen: “Entwicklungsländer verhalten sich wie Schulkinder”
14.12.2009 Klimagipfel in Kopenhagen: Kubas neue Revolution
13.12.2009 Der große Betrug mit der globalen Erwärmung
09.12.2009 Guardian: “Dänischer Text” Entwurf des Klimaabkommens geleakt
08.12.2009 Kilimanjaro: Der Schnee von gestern
08.12.2009 Kaschmirziegen führen zur Desertifikation in Mongolei und China
07.12.2009 Klimagipfel: Entwicklungsländer sollen von EU geprellt werden
06.12.2009 Klimagipfel: Pflanze jeder ein Apfelbäumchen
04.12.2009 UNO untersucht e-Mails der britischen University of East Anglia
03.12.2009 Forderung: eine Welt-Konferenz “Recht auf planetares Leben – vom Einzeller bis zum Menschen”
28.11.2009 Klimalüge: Kann CO2 die Erde vernichten?
28.11.2009 Gordon Browns weltweite Satellitenpolizei
28.11.2009 Klimaschwindel: CRU erlebt ein totales Desaster
26.11.2009 Klimaerwärmung, Klimawandel, Klimaschwindel?
24.11.2009 Der Klimaschwindel: “Ohne Angst der Massen, keine Bewegung der Massen”
14.10.2009 Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke sind keine Lösung für Energieversorgung
23.09.2009 Tschechischer Präsident Vaclav Klaus kritisiert scharf UNO-Konferenz zum Klimawandel
16.08.2009 Kein Kohlendioxidhandel in Down Under
21.04.2009 Abspecken, um die Welt zu retten: weniger Sahneeis für mehr Packeis!
19.03.2009 Lagerland
12.12.2008 Wer hat eigentlich dieses Wetter bestellt oder Klimaschwindel leicht gemacht

Quellen:
(1) http://www.cam.ac.uk/research/news/scientists-raise-concerns-regarding-erroneous-reporting-of-greenland-ice-cover/
(2) http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-14969399
(3) http://www.spacedaily.com/reports/Row_over_British_atlas_showing_greener_Greenland_999.html