SPD-Fraktionsleitung will „ganz engmaschige Mitwirkung des Bundestages“ bei EFSF „verhindern“

SPD unterstĂŒtzt „ohne Bedingungen“ Merkel-SchĂ€uble-Regierung bei Entmachtungsversuch gegen das Parlament.

Gestern erklĂ€rte der parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der SPD-Abgeordneten im Bundestag, Thomas Oppermann, stellvertretend fĂŒr seine Partei die parlamentarische Demokratie einschrĂ€nken und die verfassungsrechtlich zwingende Hoheit des Parlamentes ĂŒber die Finanzen des deutschen Staates außer Kraft setzen zu wollen. Dabei unterstĂŒtzte der SPD-GeschĂ€ftsfĂŒhrer ausdrĂŒcklich Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang SchĂ€uble und griff demgegenĂŒber die auf eine parlamentarische Kontrolle von 211 Milliarden Euro deutscher Steuergelder bestehenden FDP-Abgeordneten an (1):

„Der nationalwirtschaftliche FlĂŒgel der FDP plant offenbar eine ganz engmaschige Mitwirkung des Bundestages, um die EFSF zu konterkarieren. Das werden wir verhindern. Die demokratisch gebotene Mitwirkung des Bundestags am EFSF muss so ausbalanciert werden, dass die notwendige operative HandlungsfĂ€higkeit erhalten bleibt.“

Wer schon einmal einen 10 Euro-Schein in der Hand gehabt hat, der weiss, daß es bei der „operativen EinsatzfĂ€higkeit“ beim Ausgeben dieser Moneten und die „ganz engmaschige Mitwirkung“ dabei um ein- und dasselbe geht: Geld ausgeben. Der Rest ist Geschwafel.

Was Oppermann, dem bekannten WassertrĂ€ger von ex-Kanzler Gerhard Schöder und dessem ehemaligen Kanzleramtsleiter und heutigen SPD-FraktionsfĂŒhrer Frank-Walter Steinmeier, die „demokratisch gebotene Mitwirkung“ des Parlamentes von Deutschland wert ist, beweist seine heutige Aussage in Berlin (2):

„Wir stellen keine Bedingungen fĂŒr unser Mitwirken bei der WĂ€hrungsstabilisierung.“

Damit wird die SPD an demokratischer GlaubwĂŒrdigkeit sogar vom CDU-Mitglied und BundestagsprĂ€sidenten Norbert Lammert weit ĂŒberholt, der ausdrĂŒcklich gegen den Versuch SchĂ€ubles, den Bundestag durch eine GeneralermĂ€chtigung zu entmachten, protestiert und mehrfach die verfassungsmĂ€ĂŸige Hoheit des Parlamentes ĂŒber die Staatsfinanzen klargestellt hatte. (Lammert: Haushaltsrecht des Bundestages “nicht dispositonsfĂ€hig und nicht verhandlungsfĂ€hig”)

Wieder einmal beweist die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“, daß sie in ihrem bedingungslosen BemĂŒhen den FinanzmĂ€rkten und der Regierung von Finanzminister SchĂ€uble zu gehorchen weder sozial, noch demokratisch noch eine Partei Deutschlands, sondern im Gegenteil eine Gefahr fĂŒr die deutsche Demokratie ist.

Artikel zum Thema:

04.09.2011 Von Weimar nach Berlin und nicht nach BrĂŒssel
Warum die Putsch-Aggregate “SPD” und “BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen” gefĂ€hrlich sind fĂŒr unsere Republik und die erst 36 Jahre dauernde Geschichte der gemeinsamen parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

15.08.2011 Strategie eines Staatsstreichs: “Mit dem Euro die europĂ€ische Integration zu zementieren”
Offensichtlich herrscht bei Vielen immer noch Verwirrung darĂŒber, was hier in Berlin und in den anderen europĂ€ischen Demokratien vor sich geht. Da dies fĂŒr die ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit der Bevölkerung der erste Staatsstreich sein dĂŒrfte, den sie erlebt, sei hier an Hand eines recht nĂŒtzlichen Beispiels einmal aus erster Hand aufgezeigt, wie das Ganze funktionieren soll.

Quellen:
(1) http://www.faz.net/artikel/C30638/euro-rettung-die-angst-vor-karlsruhe-30496638.html
(2) http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE78507C20110906