Washingtoner G20-Treffen am 23. soll globale Bankenabgabe vorbereiten

Beim Washingtoner Atomgipfel wird neben schmutzigen Nebelkerzen derzeit eine ganze andere Bombe zusammengebastelt.

Am 23.April treffen sich die Finanzminister der G20-Staaten im Washingtoner Hauptquartier des Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF). Dort soll, so sickerte im Umfeld des derzeit laufenden Washingtoner Atomgipfels mit Regierungsvertretern von 47 Staaten durch, den G20-Finanzministern eine vom IWF erstellte Vorlage fĂŒr eine „globale Bankenabgabe“ vorgestellt werden. Bereits jetzt ist in Washington fĂŒr den 23. eine Pressekonferenz des sĂŒdkoreanischen Ministers fĂŒr Strategie und Finanzen, Yoon Jeung-hyun, sowie des kanadischen Finanzministers Jim Flaherty angesetzt.

Einen Tag nach dem G20-Finanzministertreffen im Washingtoner Hauptquartier treffen sich dann am 24. und 25. April an gleicher Stelle IWF und Weltbank  zu ihrer FrĂŒhlingstagung.

Geplant ist, das von den G20-Finanzministern bewilligte IWF-Modell einer globalen Bankenabgabe dann endgĂŒltig vom G20-Regierungstreffen im Juni in Toronto, oder spĂ€testens beim nĂ€chsten G20-Treffen im November 2010 in SĂŒdkoreas Hauptstadt Seoul durch die Staats- und Regierungschefs beschliessen zu lassen. (1)

Kommentar:

NĂ€chste Woche wird in der Senats-Kammer des US-Parlamentes Kongress ein Gesetzentwurf der Demokratischen Partei vorgestellt werden. In seinem ursprĂŒnglichen Entwurf verbot dieser Banken, Hedgefonds und Private Equity Firmen zu besitzen. Das hĂ€tte Sinn gemacht. Deshalb ist er jetzt auch nicht mehr da, dieser Entwurf, sondern abermals eine verwĂ€sserte, totgequatschte Ja-aber-nein-Leiche (2). Es ist anzunehmen, dass genau dies der Plan dieser IWF-EntwĂŒrfe auf globaler Ebene ist. Nichts zu tun, ausser Zeit zu schinden, fĂŒr ganz andere PlĂ€ne, wie die Zerschlagung ganzer Staaten wie Griechenland, um sie dann unter dem Gejohle der Proleten den Banken zum Fraß vorzuwerfen.

Um Politik zu verstehen, braucht man eigentlich nur das Zitat des Journalisten Wolfram Weidner zu kennen:

“Politik machen: den Leuten soviel Angst einjagen, daß ihnen jede Lösung recht ist.”

Lauschen wir also, was Ihre eeeehrenwerten Hoheiten, Ihre Durchlauchtigkeiten, Ihre von Gott höchstselbst mit einem Batzen auf Steintafeln gemeisselten Gesetzen entsandten AutoritĂ€ten uns heute wieder Schröckliches aus der Dummpresse wissen lassen. Auf die Knie, „Tageschau“ (3):

„Terroristengruppen wie Al Kaida dĂŒrften unter keinen UmstĂ€nden in den Besitz von atomwaffentauglichem Material kommen, betonte die Kanzlerin..Bei der zweitĂ€gigen Konferenz, an der Staats- und Regierungschefs aus 47 LĂ€ndern teilnehmen, geht es konkret darum, Mittel und Wege zu finden, damit islamistische Fanatiker und Terroristen nicht in den Besitz von Nuklearmaterial kommen, mit dem sie Atombomben bauen können. AusdrĂŒcklich forderte Merkel eine StĂ€rkung internationaler Organisationen wie der Atomenergiebehörde IAEA.

Ach, dieser internationalen Organisation. Boahh, was sind wir doch alle erleichert.

Wie schÀtzen Sie die Situation ein? Schreiben Sie Ihre Ansichten und Hinweise zum Thema im Forum von Radio Utopie und diskutieren Sie mit.

(…)

10.04.2010 Im Westen nichts Neues: “Atombomben” und “al-Qaida”, blablabla
Das Weisse Haus gibt vor dem Washingtoner Atomgipfel bekannt, die “Al Qaida” wolle die Atombombe. Im besetzen Irak bekennt sich, irgendwo im Internet ohne Vorratsdatenspeicherung, die “al-Qaida” zu Attentaten, die Massaker von Todesschwadronen aus Einheiten der US-kontrollierten irakischen Armee verdecken sollen.

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Dr. Werner RĂŒgemer: Die Finanzkrise besteht darin, dass das theoretisch endlose Schnellballsystem, das die Finanzakteure untereinander aufgebaut haben, in den zentralen kapitalistischen Staaten an mehreren Stellen fast gleichzeitig zusammengebrochen ist. Die Finanzakteure geben sich gegenseitig keine Kredite mehr, kaufen sich gegenseitig keine Finanzprodukte mehr ab und fordern jetzt die Staaten auf, so viele Verbindlichkeiten zu ĂŒbernehmen, dass das System wieder anlĂ€uft. Weil die „Realwirtschaft“ im neoliberalen Renditewettlauf extrem kreditabhĂ€ngig geworden ist, bricht auch sie bei der geringsten Konjunkturschwankung ein. FĂŒr die BĂŒrger heißt das, wenn es mit den staatlichen Rettungsmaßnahmen so weitergeht: noch mehr Staatsverschuldung, noch mehr KahlschlĂ€ge im sozialen Bereich, bei Bildung und Infrastruktur, Erhöhung direkter und indirekter Steuern und GebĂŒhren, Einkommensabsenkungen und vor allem Arbeitslosigkeit.

23.02.2009 Die kommende IWF-WeltwÀhrung SZR, der Weltstaat und die magische KontinuitÀt der Schuld
Was die Staatschefs und Finanzminister der EU-Staaten gestern als Vorbereitung fĂŒr den G20-Gipfel am 2.April in London taten, war das Gleiche was sie bisher gegen die “Finanzkrise” taten: nichts.

Quellen:
(1) http://www.koreaherald.co.kr/national/Detail.jsp?newsMLId=20100413000665
(2) http://www.reuters.com/article/idUSTRE63B48820100412