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Landwirte in Haiti verbrennen Monsanto-Samen und verweisen auf Respekt zur Mutter Natur

Von petrapez | 19.Mai 2010

Als “ein neues Erdbeben” bezeichnete der Kleinbauern-Führer Chavannes Jean-Baptiste der Bauernbewegung von Papay (MPP) die Nachricht, dass Monsanto 60.000 Säcke Saatgut (475 Tonnen) von Hybrid-Mais-Saatgut und Gemüse-Samen, einige von ihnen mit hochgiftigen Pestiziden, dem Land spenden wird.

Radio-Utopie berichtete am 15.Mai von dem teuflischen Plan des Konzern-Giganten unter dem Vorwand der humanitären Hilfe für Haiti in dem Artikel “Haiti wird von Monsanto biologisch komplett in Wüste verwandelt”. In der Politik und in der Presse der Bundesrepublik Deutschland regte sich kein Sturm der Entrüstung, nicht einmal ein laues Lüftchen bewegte den Blätterwald, sondern im Gegenteil duldete man mit dem Schweigen die Umweltzerstörung auf der Karibikinsel, will man doch auch in der Europäischen Union und in Deutschland der Gentechnik-Industrie blutrote Teppiche auslegen.

Haiti muss sich nun selber helfen – die Landwirte stehen mit dieser Not einer geballten Übermacht reicher Industriestaaten allein gegenüber. Was bleibt den Bauern anderes übrig, als dieses gentechnisch veränderte Saatgut zu vernichten, bevor es im Boden keimt.

Die Bauernbewegung von Papay (MPP) hat dazu aufgerufen, die Saaten von Monsanto zu verbrennen. Zusätzlich soll es einen Protestmarsch am 4.Juni zum Weltumwelttag gegen dieses Verbrechen geben.

Der satte Spiessbürger in Deutschland wird sich verwundert die Augen reiben, dass die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung von Haiti und weitere soziale Verbände, die nicht wie er in Lebensmitteln schwimmen, zu so einer Aktion aufrufen. Die Not hat die Menschen in Haiti nicht lethargisch gemacht und den Verstand vernebelt, um nicht zu erkennen, was ihr da für eine Henkersmahlzeit geschickt wird – ganz im Gegenteil zu den Deutschen, die unbeteiligt den Aktivisten gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel zuschauen als ginge sie das gar nichts an. In Europa haben die meisten Menschen den Bezug zur Natur längst verloren, die betrachtet man sich im Fernsehen wie ein Etwas, das auf einem anderen Planeten zu Hause ist.

Chavannes Jean-Baptiste, Executive Director der MPP und Sprecher der National Peasant Movement of the Congress of Papay (MPNKP) schrieb in einem offenen Brief am 14.Mai:

“Es ist ein sehr starker Angriff auf die kleine Landwirtschaft, auf die Landwirte, auf die biologische Vielfalt, auf Creole Samen … und das ist ein Angriff auf unsere Umwelt in Haiti.”

Die haitianischen sozialen Bewegungen kämpfen gegen dieses Agrobusiness, der Einfuhr von Saatgut und Nahrungsmitteln, das die lokale Saatgut-Produktion unterminiert. Sie haben die besondere Besorgnis über die Einfuhr von genetisch veränderten Organismen (GVO) ausgedrückt. Aber es gehe nicht nur um die Gefahren der Chemikalien und die Möglichkeit der künftigen Einfuhren von GVO sondern auch darum, dass die Zukunft Haitis gefährdet ist, dass die lokale Produktion mit lokalen Speisen für den lokalen Verbrauch abhängig von Monsanto wird und Haiti die Ernährungssouveränität verliert. Monsanto’s Ankunft in Haiti sei eine weitere Bedrohung für diese Souveränität.

“Die Menschen in den USA brauchen, um unserer Wirtschaft zu helfen, keine Lebensmittel und Saatgut zu schicken. Sie ruinieren damit unsere Chance, uns selbst zu helfen.”

sagte der Bauer Jonas Deronzil aus einer bäuerlichen Genossenschaft in der ländlichen Region von Verrettes.

Jean-Baptiste sagte schon im Februar kurz nach dem verheerenden Erdbeben, dass der Kampf gegen Hybrid-und GVO-Saatgut entscheidend sei, um “unsere Vielfalt und unsere Landwirtschaft zu bewahren.

Wir haben das Potenzial, dass unser Land genug produzieren kann, um die gesamte Bevölkerung zu ernähren und sogar bestimmte Produkte zu exportieren.

Die Politik, die wir für die Ernährungssouvärenität brauchen werden ist es, dass die Gemeinden das Recht haben, unsere Landwirtschaftspolitik zu definieren, das heisst, zuerst die Familie zu versorgen und dann den lokalen Markt – gesunde Lebensmittel im Einklang mit der Umwelt, der Natur und mit Respekt für die Mutter Erde.”

Nun auf einmal heisst es aus dem haitianischen Ministerium für Landwirtschaft, dass man ohne ein Gesetz zur Regelung der Verwendung von GVO in Haiti die Offerte von Monsantos Roundup Ready Angebot von GVO-Saatgut abgelehnt hätte. Das Angebot bleibt aber weiterhin bestehen, denn in einem E-Mail-Austausch hätte ein Vertreter von Monsanto dem Ministerium für Landwirtschaft versichert, dass die gespendeten Samen keine GVO wären.

Ein Narr ist, wer dieser Versicherung Glauben schenken würde. Auf diese Weise sollen die Saatgutkörner doch noch im Land verteilt werden – keine Behörde in Haiti kann oder will die Saatkörner auf die Schnelle im Labor untersuchen, denn sie sollen ja sofort auf die Felder. Dafür fehlt jegliche technische Ausrüstung in dem Land.

Elizabeth Vancil, Monsantos Direktorin für Entwicklungsvorhaben, nannte die Nachricht, dass das haitianische Ministerium für Landwirtschaft in einer E-mail im April die Spende genehmigte, “ein fabelhaftes Ostergeschenk” – vollkommen richtig für die Interessen des Multikonzerns.

Das für Haiti gespendete Hybrid-Mais-Saatgut von Monsanto enthält das Fungizid Maxim XO und die Calypso Tomatensamen sind mit Thiram behandelt. Thiram gehört zu einer Klasse von hochgiftigen Chemikalien, den Ethylen bisdithiocarbamates (EBDCs). Die Ergebnisse der Tests von EBDCs an Mäusen und Ratten rief grosse Bedenken in der US Environmental Protection Agency (EPA) hervor und ordnete neue spezielle Untersuchungen an. Die EPA hatte festgestellt, dass mit EBDC-behandelte Pflanzen so gefährlich sind, dass die Landarbeiter im Umgang mit ihnen spezielle Schutzkleidung tragen müssen. Hier ist von Lebensmitteln die Rede, die man nicht einmal anfassen, geschweige denn zu sich nehmen kann ohne vergiftet zu werden.

Monsanto hätte in einer E-Mail bei der Erwähnung des mit Thiram behandelten Saatgutes gegenüber den Beamten des Ministeriums für Landwirtschaft versäumt mitzuteilen, dass die Samen im Landbau giftig sind und es wären keine Erläuterungen zu den Gefahren sowie kein Angebot zu der Berufsbekleidung oder Ausbildung im Umgang mit den Pflanzen enthalten gewesen, hiess es nun.

Zusammen mit Syngenta, Dupont und Bayer kontrolliert Monsanto inzwischen schon mehr als die Hälfte der weltweit angebotenen Samen. Der Konzern hat fast 650 Saatgut-Patente, die meisten von ihnen für Baumwolle, Mais und Soja und fast 30% des Aktienkapitals in der Biotechnik-Forschung und Entwicklung.

Via Campesina, der weltweit grösste Dachverband der Landwirte mit Mitgliedsorganisationen in mehr als sechzig Ländern hatte Monsanto als einen der “Hauptfeinde der Bauern in der nachhaltigen Landwirtschaft und in der Ernährungssouveränität für alle Völker” bezeichnet.

Die Flammen, die sich von den Gentechnik-Samen – dem Monsanto-Geschenk an die Haitianer – ernähren und diese verschlingen werden, sind Zeichen des Siegesfeuers der Menschheit über die unersättliche Gier der Monopole, die aus kurzfristigem Gewinnstreben die Zukunft der Menschheit zerstören und stehen auch als Warnung an die anderen Konzerne, dass irgendwann Schluss ist mit der Duldung ihres Treibens.

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18.12.2009 GenReis: BAYER muss Schadenersatz leisten
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02.11.2009 US-Studie: gegen Viren gentechnisch modifizierte Nutzpflanzen anfälliger für Bakterien
25.10.2009 Globaler Aufruf gegen Patente auf Milch, Brot und Butter
09.09.2009 Gentechnische Verunreinigungen von Maissaatgut
28.08.2009 Ziviler Ungehorsam eines Bienenzüchters gegen Staat und Gentechnik-Konzerne
22.04.2009 Monsantos Gentechnik ausser Kontrolle, läuft nicht mehr “Roundup”, gewaltige “Superweed” Explosion – herbizidresistentes Riesenunkraut im Anflug

Quelle: http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=19229

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Topics: Ökologie, Medizin, Gesundheit | 9 Kommentare »

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9 Kommentare to “Landwirte in Haiti verbrennen Monsanto-Samen und verweisen auf Respekt zur Mutter Natur”

  1. Off topic meint:
    19.Mai 2010 at 22:59

    News News News

    Müntefering gerät in Krisendemo

    Berlin, 19.05. Eine kleine, aber lautstarke Truppe von ca. 500 Menschen zogen trotz nur 4 Tagen Mobilisierung heute bunt durch Berlin. Die Demo ging vom Finanzministerium über die Griechische Botschaft zum Pariser Platz. Motto: “Von Athen bis Berlin – Banken und Konzerne sollen für die Krise zahlen!”

    Eine gute Show lieferten “Ackermänner” in Anzügen mit Anonymous-Masken und Gummihämmern. Die Krise verschärfte sich deutlich für einige Sekunden im Gesicht von Franz Müntefering als dieser völlig kopflos sich versuchte an der Demo vorbeizuschummeln. Der schwarze Block war leider nicht, da. Liegt wohl auch daran, dass das ganze Normalopack vor irgendwelchen Bloggerseiten rumgammelt oder Faul der perversen Lohnarbeit fröhnt, aber nicht mobilisiert hat!! So war dann auch mein Lieblingstranspi:

    “Zusammen für die Faulheit kämpfen! 1,2,3…viele Griechenlands!” Indymediaartikel gibs bald.

    Demoanfänger, die sich schämen im Stadtzentrum gesehen zu werden, können am Sonntag nach Buch kommen ums wieder gut zu machen:

    http://www.youtube.com/watch?v=ZI4PVdtnLJk

    http://de.indymedia.org/2010/05/281729.shtml

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  2. Landwirte in Haiti verbrennen Monsanto-Samen und verweisen auf Respekt zur Mutter Natur | meint:
    20.Mai 2010 at 05:25

    [...] und Dank an: petrapez – Radio Utopie Sorgen Sie für die Verbreitung dieses Artikels und speichern Sie diesen unter folgenden [...]

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  3. grimoire meint:
    20.Mai 2010 at 05:27

    [...]Von petrapez / Als “ein neues Erdbeben” bezeichnete der Kleinbauern-Führer Chavannes Jean-Baptiste der Bauernbewegung von Papay[...]
    Dank an petrapez!

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  4. Jan meint:
    20.Mai 2010 at 05:44

    Wir haben nicht 2, 3 oder 5 Gelegenheiten, wir haben genau einen Planeten und können uns wohl auf die Schnelle auch keinen neuen leisten, niemand im Universum ist bereit mit uns Handel zu treiben, weil wir nur diese Papierlappen haben!

    Aber unsere Politiker fahren auf diese Papierlappen enorm ab und so hat Monsanto zunächst einmal dafür gesorgt, dass das Dollargen in der amerikanischen Administration, deren Verhalten zugunsten der Monsanto Konzerninteressen sich verändert!

    Mittlerweile ist die Pro Gentechnik Lobby Weltweit bestens aufgestellt und wem wundert es, unsere Politiker sind durchweg Pro Gentechnik eingestellt!

    Monsanto perfider Plan, ist natürlich die Absolute Abhängigkeit, die sich dadurch ergibt, dass sämtliche Saatgüter von Monsanto geordert werden müssen, eine Gewalt mit der man ganze Länder um eine Hungersnot erpressen kann!

    Wirklich Bemerkens und Unterstützungswert, dass sich die Bauern in Haiti trotz ihrer Not, nicht den Verstand verloren haben!

    Monsanto – Mit Gift und Genen
    http://spedr.com/4i2jd

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  5. Purzelbaum meint:
    20.Mai 2010 at 10:25

    neue Steuer: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Pauschaler-Rundfunkbeitrag-soll-die-Rundfunkgebuehr-abloesen-1000769.html

    Und alle Achtung, dass die Haitianer das Geschenk nicht annehmen.

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  6. Melanie Gatzke meint:
    20.Mai 2010 at 12:21

    .Diesen Leuten muß das Handwerk gelegt werden. Das gilt auch für uns- keine Produkte dieser Art kaufen- zurück zur einfachen Ernährung- kein Produkt, das gentechnisch verändert ist.
    Boykott ist die beste Waffe gegen diese Brüder. Man kann sich ganz gut mit einfachen produkten gut ernähren- auch schmackhaft.
    direkt um die Ecke- vom Gärtner nebenan- ist immer ein Vorteil.jede Firma, die auf Gentechnik-produkte verarbeit- boykottieren. Dann ist bald Schluss damit.Wehret den Anfängen.

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  7. Poseidonsche meint:
    20.Mai 2010 at 13:53

    Nicht nur Chemie- und Saatgutfirmen mischen im Gentechnik- und Lebewesen-Patent-Milliardenmarkt mit, sondern auch Firmen von denen man es nicht so vermutet:

    “Bibliographische Daten
    Dokument DE000003752041T2 (Seiten: 41)
    Titel—-[DE] Nützliche, direkt wirkende Bodenbakterien
    Anmelder—-PA—AGRIUM INC, CA
    Erfinder—-IN—-KLOEPPER JOSEPH WAYNE, CA ; SIMONSON CATHERINE, CA ; LIFSHITZ RAN, CA
    Anmeldedatum—-AD—-15.12.1987″
    Von hier: http://depatisnet.dpma.de/

    “Bibliographische Daten
    Dokument DE000003788689T2 (Seiten: 34)
    Titel—-TI—-[DE] Pflanzenwachstumsteigernde Rhizobakterien für landwirtschaftliche Nichtwurzelgetreide.
    Anmelder—-PA—-ESSO CHEMICAL CANADA, CA
    Erfinder—-IN—-KLOEPPER JOSEPH, CA ; SCHER FRAN, CA
    Anmeldedatum—-AD—-19.08.1987″
    Von hier: http://depatisnet.dpma.

    Hinweis: Agrium Inc. ist einer der größten, wenn nicht DER größte Düngemittelhersteller Nordamerikas.
    Und den Namen Esso muß man wohl nicht extra erläutern.

    Was man aus den Titeln der Patente nicht direkt erkennen kann: Es geht hier um Bakterien, die Pflanzen Stickstoff und andere Substanzen aus der Luft oder der Erde verfügbar machen können und im Gegensatz dazu Kohlehydrate (Stärke oder Zucker) bekommen.
    Mit Hilfe dieser (symbiotischen) Bakterien ist es möglich große Mengen an Dünger (Energie und Geld) einzusparen und die Umwelt zu schonen (Nitratbelastung von Gewässern).

    Stichworte dazu: Johanna Döbereiner, Biologische Stickstofffixierung (Biological Nitrogen Fixation – BNF), Diazotrophicus, Azorhizobium

    @Off topic

    Nicht jeder hat das Geld und die Zeit nach Berlin zu kommen.
    Andererseits habe ich selber eine Demo gegen den Gazakrieg Ende Dezember 2008 erlebt wo tausende Palästinenser und Muslime in Berlin demonstriert haben, neben ein paar verstreuten Christen, die alle nicht vermummt waren. D.h. vom heroischen Schwarzen Block war niemand zu sehen.
    Vielleicht war es denen bei ca. -10° zu kalt.

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  8. petrapez meint:
    20.Mai 2010 at 14:14

    Vergiftungssymptome und Organschäden nach Genmais-Mahlzeit:

    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gmo-ia.html

  9. leslie meint:
    21.Mai 2010 at 01:56

    Monsanto verrecke!!!

    Mlg

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