Horst Köhler hat den Blues: Angela Merkel drÀngt sich zum Grossen Zapfenstreich auf

Zum Grossen Zapfenstreich der Bundeswehr, der höchsten Form militĂ€rischer Ehrerweisung durch deutsche Soldaten am heutigen Dienstag, hat sich der ehemalige BundesprĂ€sident Horst Köhler wohlweislich kein klassisches deutsches Volkslied ausgesucht, denn mit seiner letzten Unterschrift unter das europĂ€ische Rettungsfondpaket wĂ€re das wie ein Hohn gegenĂŒber der deutschen Bevölkerung gewesen. (Abbildung: Die erste Seite der Partitur des St. Louis Blues (1914), Wikipedia) Zum Vergrössern anklicken Obwohl, als Mahnung an seinen Nachfolger, es besser zu machen als er es vermochte, hĂ€tte er dieses Lied, gespielt von Liederjan mit einem Text von Heinrich Heine wĂ€hlen können oder das flotte BĂŒrgerlied von Zupfgeigenhansel oder diese Ballade in Erinnerung an das Revolutionsjahr 1848. Horst Köhler hĂ€tte auch aus SolidaritĂ€t mit den Ă€rmeren BĂŒrgern mit dem Song Lohntag von Frank Baier Kritik an dem Sparpaket der Bundesregierung zeigen können.

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Die Rechnung bitte! Sozialabbau und die Kosten des deutschen Afghanistan-Einsatzes

Am 7. Juni veröffentlichte die Schwarz-Gelbe Regierung Einzelheiten ihres Sparpakets: wĂ€hrend an den Sozialausgaben in großem Umfang die Axt angelegt wird, kommt der RĂŒstungsetat wohl vergleichsweise glimpflich davon. Daran Ă€ndert auch die Tatsache nichts, dass sich Hardthöhen-Chef Karl-Theodor zu Guttenberg derzeit gerne als „Sparminister“ geriert, denn tatsĂ€chlich sind die kursierenden PlĂ€ne, meist ist die Rede von Einsparungen um 600 Mio. Euro im kommenden Jahr und 1,1 Mrd. 2012, alles andere als ambitioniert.

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SPD und CDU wollen Kunduz-AffÀre vertuschen: Vernehmung Guttenbergs soll verschoben werden

Kriegsministerium und GenerĂ€le geben, einen Tag nach ihrer Meldung ĂŒber vier tote deutschen Soldaten bei Baghlan in der deutschen Besatzungszone Nord-Afghanistans, eine völlig andere Tatversion ab. Die Informationsindustrie – gespenstisch biegsam, unterwĂŒrfig und extrem flexibel – sie dreht sich wie ein Wetterhahn auf dem Wahrheitsministeriums in George Orwells „“1984“ und ĂŒbernimmt die neue Version. Und jetzt versuchen SPD, CDU und CSU – wie von Radio Utopie vorhergesagt – die Kunduz-AffĂ€re im Zuge einer erneuten „Eskalationsstrategie“ vor wichtigen Wahlen in Deutschland irgendwie zu vertuschen. Denn Kanzlerin Angela Merkel und ex-Aussenminister Frank-Walter Steinmeier mĂŒssen sich und ihre Haus- und Hofparteien nach der NRW-Wahl in die nĂ€chste große Koalition retten, um irgendwie den Hals aus der Schlinge zu bekommen. Es ist kein Spielfilm – es ist die RealitĂ€t. Gestern kamen in Deutschland gegen 14.30 Meldungen der deutschen MilitĂ€rfĂŒhrung an. Diese besagten, dass gegen 12 Uhr deutscher Zeit in Afghanistan eine „Patrouille“ deutschen MilitĂ€rs unter bei Baghlan unter Raketenbeschuss gekommen sei. Vier Soldaten seien gefallen. Die erste Meldung Bild-Zeitung:

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