Die Chronik des Neoliberalen Irrsinns – Oktober 2010

Das Jahr 2010 neigt sich seinem Ende zu und allmählich verklärt sich der Blick auf das Vergangene. Damit aber das weihnachtliche Vergeben und Vergessen nicht allzu groĂźzĂĽgig ausfällt, hat der Politologe und Philosoph Egbert Scheunemann auch in diesem Jahr mit seiner „Chronik des neoliberalen Irrsinns“ eine sowohl subjektive wie informative Jahres-Chronik erstellt, die Radio Utopie in monatlichen Kapiteln dokumentiert.  Nicht alle Meinungen und Auffassungen des Autors mĂĽssen dabei mit denen der Redaktion ĂĽbereinstimmen. Die ersten fĂĽnf Jahre der „Chronik des Neoliberalen Irrsinns“ (2003-2008)  sind bereits als Buch erschienen. Die Chronik 2010 ist hier im Original als PDF zu lesen.

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“Islam is the Solution”

FIRST, AN apology: I am not going to write about the Wikileaks. I like gossip as much as the next (wo)man. The leaks provide a lot of it, interspersed with some real information. But there is nothing really new there. The information only confirms what any intelligent person could have worked out already. If there is anything new, it’s exactly this confirmation: the world is really managed the way we thought it was. How depressing.

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Der GruĂź der westlichen Welt an die Muslime zum Fest

Am 9.September beginnt fĂĽr fast alle gläubigen Muslime in Deutschland das Fest “Eid al-Fitr”, das dreitägige „Fastenbrechen“, welches mit Beendigung des Ramadan 2010 gefeiert wird. In Deutschland wurde gerade eine Debatte ĂĽber die Migration von Muslimen losgetreten, die durch ihre Art und Weise an Unsachlichkeit kaum noch zu ĂĽberbieten ist und nicht dem Verständnis fĂĽreinander dient, indem mit Zahlen ĂĽber Migrationsunwilligkeit und anderen polemischen ErgĂĽssen in den Medien eine Selbstdarstellung einiger Experten angefacht wurde.

DEUTSCHLANDS ABSCHAFFER: Bundesbanker Sarrazin und die Mythologie der kirchlichen Gene

Kirchen sind keine Ethnien, Staaten sind keine Völker, Politik ist keine Religion. Jahrhunderte nach dem Zeitalter der Aufklärung und ĂĽber ein Jahrtausend nachdem das zerfallende Römische Imperium das Christentum formte und zur Staatsreligion machte, werden im EinfluĂźbereich der kulturellen Nachfolger Roms selbst die simpelsten, logischen Gedanken wieder in Frage gestellt. Die in diesem Kulturraum herrschende Nomenklatura aus Finanzalchemisten und ausfĂĽhrenden Machthabern versucht – den drohenden Machtverlust vor Augen – mit ihren verbliebenen Dienern und Propagandisten im welt-, geld- und geopolitisch entscheidenden Deutschland nicht nur eine geistige Wende rĂĽckwärts in die Epoche der Mythologie und des verbrämten Mystizismus. Eine Woche vor dem Treffen der Vize-Finanzminister der G-20-Staaten in Gwangju, zwei Monate vor dem Gipfel der Staatschefs der G-20 in Seoul, mitten in einem Weltfinanzkrieg und kulturellen bzw wirtschaftlichen Umbruch historischen AusmaĂźes, ist die Propagandakampagne eines fĂĽhrenden Mitglieds der Zentralbank unter dem Titel „Deutschland schafft sich ab“ kein Zufall: sie soll unter der falschen Flagge vermeintlicher Bedrohungen durch Einwanderer die Glocke läuten, fĂĽr einen Marsch rĂĽckwärts in Diktatur, Mittelalter, Feudalismus und in ein neues Europäisches Imperium.

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