Studenten protestieren gegen Raytheons PrÀsenz auf der Jobbörse des College

Als ich mich dem GebĂ€ude nĂ€herte, kam Billy Calphas, ein Raytheon-Mitarbeiter und derjenige, der die Veranstaltung leitete, nach draußen. Als ich ihn fragte, was er von den Demonstranten hielt, „die darauf aufmerksam machten, dass Raytheons Bomben benutzt wurden, um Zivilisten und Kinder im Jemen zu töten“, antwortete er: „Hmmm, nun, ich sollte erwĂ€hnen, dass ich ein wenig voreingenommen bin, ich bin selbst Raytheon-Mitarbeiter … ich sollte Sie das wissen lassen, wenn Sie mir eine Frage ehrlich stellen. Aber meine ehrliche persönliche Meinung darĂŒber ist, dass die Meinungsfreiheit etwas ist, das dieses Land großartig macht, also wissen Sie was? Wenn sie völlig frei sind, ihre Meinung so oft zu Ă€ußern, wie sie wollen, und so lange niemand verletzt wird, hĂ€lt sie niemand davon ab, das zu tun, was sie tun mĂŒssen, dann können sie schreien, was immer sie wollen.“

„Glauben Sie, es gibt ein moralisches Dilemma, bei Raytheon mit all diesen Kriegsverbrechen im Jemen zu arbeiten, die von Saudi-Arabien mit Raytheons Bomben begangen wurden?“ fragte ich.

Er wurde sofort nervös: „Ich glaube nicht, dass ich genug ĂŒber die Situation weiß, um das ehrlich zu beantworten“, antwortete er.

„Nun, es gibt Hunderte von Kindern, die mit Raytheon-Bomben getötet wurden, was halten Sie davon?“ sagte ich.

„Ich verstehe, ich muss zurĂŒck zur Veranstaltung“, sagte er.

„Hiermit trete ich unverzĂŒglich unter Protest zurĂŒck“

Hiermit trete ich unverzĂŒglich unter Protest zurĂŒck

Ich habe dem post-9/11 militĂ€risch-industriellen Komplex zehn Jahre gedient, zuerst als Soldat in Bagdad und nun als Auftragnehmer (“defense contractor”).

Zu Antritt meiner Dienstzeit glaubte ich an die Sache. Ich war ignorant, naiv und irregefĂŒhrt. Die Darstellung, erklĂ€rt durch den Staat und von der Mainstreampresse wiederholt, hat sich als falsch und kriminell erwiesen. Wir sind das geworden, wovon ich dachte wir bekĂ€mpfen es.

Categorized as: MilitÀr, Krieg

TOP SECRET AMERICA (II): „Nationale Sicherheit AG“

Am Dienstag erschien der zweite Teil einer Artikelserie der “Washington Post”, die in der Öffentlichkeit zu heftigen Debatten fĂŒhrt und bei Kongress, PrĂ€sidenten und Geheimdiensten Reaktionen hervorgerufen hat. Über zwei Jahre recherchierten die Reporter Dana Priest und William M. Arkin fĂŒr „Top Secret America“ im Spionage-Komplex der USA. Die Zeitung hat dazu auf einer extra eingerichteten Webseite umfangreiche Einzelheiten, Details, sowie eine komplette Datenbank zur VerfĂŒgung gestellt. Teil I – TOP SECRET AMERICA: “Eine versteckte Welt, jeder Kontrolle entwachsen”. Radio Utopie dokumentiert nun den zweiten Teil „Nationale Sicherheit AG“ („National Security Inc.“). HinzugefĂŒgte Einzelheiten sind kursiv dargestellt, manche Teile des Artikels rĂ€umlich zu anderen versetzt worden. Offiziell sind seit den Attentaten am 11.September 2001 zweiundzwanzig fĂŒr die CIA arbeitende Personen umgekommen. Davon waren aber nur 14 Mitglieder der CIA. Die anderen Personen waren sogenannte „private contractors“: dies kann man mit „private Vertragsnehmer“ ĂŒbersetzen. Das US-Gesetz sieht ausdrĂŒcklich vor, das „grundlegende Regierungsaufgaben“ nicht durch „private“, also kommerzielle Firmen und Konzerne ĂŒbernommen werden dĂŒrfen. Doch genau das ist allgegenwĂ€rtige Praxis in allen Geheimdiensten und Organisationen, die in der Branche „TerrorismusbekĂ€mpfung“ operieren.