Offener Brief an BAYER AG : Bhopal mahnt!

Zum grĂ¶ĂŸten Knall aber kam es am 28. August 2008, als ein VorratsbehĂ€lter in die Luft ging. Zwei BeschĂ€ftigte bezahlten das mit ihrem Leben. Von „Schockwellen wie bei einem Erdbeben“ sprachen Augenzeug*innen. „Die Explosion in dem BAYER-Werk war besonders beunruhigend, weil ein mehrere Tonnen wiegender RĂŒckstandsbehĂ€lter 15 Meter durch das Werk flog und praktisch alles auf seinem Weg zerstörte. HĂ€tte dieses Geschoss den MIC-Tank getroffen, hĂ€tten die Konsequenzen das Desaster in Bhopal 1984 in den Schatten stellen können“, hieß es spĂ€ter in einem Untersuchungsbericht des US-Kongresses. Der Report stellte schwerwiegende SicherheitsmĂ€ngel fest, weshalb BAYER eine Strafe von einer Million Dollar zahlen und zusĂ€tzlich 4,6 Millionen Dollar in die Anlagensicherheit stecken musste.

Categorized as: Aktuelles

Bhopal mahnt!

Am 3. Dezember vor 35 Jahren kam es im indischen Bhopal zum bisher grĂ¶ĂŸten Chemie-Unfall aller Zeiten. Dort starben bei der Explosion einer Pestizid-Fabrik von UNION CARBIDE allein in den ersten drei Tagen 8.000 Inder*innen. Bis heute leiden Millionen Menschen an den SpĂ€tfolgen der Detonation, die Methylisocynat (MIC) und andere Chemikalien freisetzte.

BAYER in Not: PR-Kampagne soll das Image aufbessern

Von der GeschĂ€ftsleitung kam die Anweisung: „Vermeiden Sie Spekulationen und Kommentare zu der Übernahme oder den möglichen Auswirkungen sowohl gegenĂŒber Ihren Kollegen als auch gegenĂŒber externen Personen. Das umfasst auch die sozialen Medien.“ Stattdessen gab der Agro-Riese seinen Angestellten einen Leitfaden mit Sprachregelungen zu dem umstrittenen Deal an die Hand, die er „Argumente fĂŒr die Hosentasche“ nannte.

In der Image-Kampagne versucht die Aktien-Gesellschaft sogar, sich als Klima-KĂŒmmerer zu inszenieren.

Kooperationsvereinbarung in El Salvador: BAYER-Vertrag ist eine KriegserklÀrung

Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren kommentierte das Vorgehen von BAYER und der salvadorianischen Regierung folgendermaßen: „Nach der Übernahme von MONSANTO wieder ein Schritt zur Sicherung der Monopol-Stellung des BAYER-Konzerns im Bereich der WelternĂ€hrung. Und eine KriegserklĂ€rung an die bĂ€uerliche Landwirtschaft in El Salvador und weltweit. BAYER muss gestoppt werden. Wir stehen an der Seite der protestierenden BĂ€uerInnen.“

Neil Young im Visier

Die jetzige BAYER-Tochtergesellschaft MONSANTO hat von 2015 bis 2017 den Rockmusiker Neil Young und die Reuters-Journalistin Carey Gillam ins Visier genommen und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um sich der Kritik der beiden zu erwehren. Dabei steuerte das Unternehmen seine AktivitĂ€ten von einer Abteilung aus, die sich „fusion center“ nannte, in Anlehnung an die gleichnamigen, mit Terrorismus befassten Sektionen des FBIs und des „Departements of Homeland Security“. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian mit Verweis auf Dokumente aus den Schadensersatz-Prozessen in Sachen „Glyphosat“.

Monsanto-Listen

Die PR-Agentur FLEISHMAN HILLARD hat im Jahr 2016 fĂŒr die jetzige BAYER-Tochter MONSANTO ein ausfĂŒhrliches Lagebild ĂŒber das politische Frankreich erstellt. Dabei wurden auch Geheimdienst-Methoden nicht gescheut. Das Beratungsunternehmen legte ein umfangreiches Dossier mit den Namen von 200 JournalistInnen, PolitikerInnen, Verbands- und NGO-VertreterInnen sowie WissenschaftlerInnen mitsamt Kontakt-Daten und Hobbys an. Minutiös verzeichnete es die Haltung der Betreffenden zu Themen wie „Landwirtschaft“, „ErnĂ€hrung“, „Umwelt“, „Gentechnik“, „Gesundheit“ und „Pestiziden“.

Im Zentrum der AktivitĂ€ten von FLEISHMAN HILLARD und PUBLICIS als der zweiten an der Operation beteiligten Agentur stand Glyphosat. Die IllegalitĂ€t der Praktik steht außer Frage: Das französische Gesetz untersagt es nĂ€mlich, politische Meinungen von Menschen ohne Zustimmung der Betreffenden in Datenbanken einzuspeisen. Der Konzern hat also RechtsbrĂŒche in Auftrag gegeben. Und das nicht nur in Frankreich, sondern in gleich sieben LĂ€ndern. Auch in Deutschland.

Stellt Euch vor - wir benutzen Cookies.