Teuflische Vorstellung des NATO-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen

Hilfsorganisationen sollten als „soft power“-Komponente zu der neuen militärischen Eskalationsstrategie der NATO und der internationalen Koalitionstruppen in Afghanistan als ein Mittel eingesetzt werden, um die militärischen und politischen Ziele in der Aufstandsbekämpfung (COIN) zu erreichen. Was kann es fĂĽr die Menschen in einem Land, dass sich seit ĂĽber zwanzig Jahren in dem Dauerzustand des Krieges befindet – ohne jemals eine Kriegserklärung gegen die Länder, die die Invasionen durchfĂĽhrten und noch durchfĂĽhren, abgegeben zu haben – geben, als dass die medizinische Versorgung als Waffe eingesetzt werden soll, um die Bevölkerung damit in die Knie zu zwingen. Das zerstörte Land verfĂĽgt ĂĽber keine funktionierende Infrastruktur; Kranke, werdende MĂĽtter, gebrechliche Menschen, Verwundete – Tausende von BĂĽrgern mĂĽssen auf die einfachste Grundversorgung verzichten, von komplizierten Operationen und langfristigen Behandlungen ganz zu schweigen.

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Die zweite Kunduz-Affäre

Afghanistan: Am Freitag vermeldet das deutsche Militär drei in einem Gefecht mit „Taliban“ gefallene deutsche Soldaten. Gestern heisst es dann, fĂĽnf oder sechs afghanische „Soldaten“ in einem zivilen Fahrzeug seien von einem deutschen SchĂĽtzenpanzer getötet worden – alles in unmittelbarer Umgebung des deutschen MilitärstĂĽtzpunktes in Kunduz, in dessen Sichtweite gerade ein viermal so groĂźer Komplex der US-Streitkräfte errichtet wird. Afghanistan-Kommandeur General Stanley McChrystal traf gestern in Kunduz ein. Die Nato kĂĽndigt eine Untersuchung der Vorfälle an. Heute morgen flog der deutsche Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel (FDP) nach Kunduz. Er nahm an einer Trauerfeier fĂĽr drei deutsche Soldaten teil, die nach Angaben des Militärs, sowie eingebetteter Presse, am Freitag dem 2.April bei einem ominösen Gefecht mit „Taliban“ unter bislang nicht von unabhängiger Seite bestätigten Umständen um´s Leben kamen. Es gab zahlreiche WidersprĂĽche in den Darstellungen.  (Wer redet von drei toten deutschen Soldaten in Afghanistan?). Hatte es Freitag noch geheissen, Niebel sitze im afghanischen Hauptquartier der deutschen Besatzungstruppen in Mazar-i-Sharif fest, „weil alle verfĂĽgbaren Hubschrauber fĂĽr den Transport von Verwundeten eingesetzt“ wĂĽrden (1), hiess es heute, Niebel mĂĽsse die Särge der drei Gefallenen aus Kunduz holen und mit seinem Regierungs-Airbus nach Hause bringen, da sie sonst „erst in ein paar Tagen ausgeflogen werden…

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Irak, Bagdad: Todesschwadronen und Attentate des Besatzungsregimes

In der Hauptstadt des vor 7 Jahren durch die USA eroberten Irak kommt es zum Tausendsten Male zu einem Massaker an Zivilisten durch Bewaffnete des Besatzungsregimes. Eine weitere Todesschwadron wird in der Provinz Diyala durch Dorfbewohner zurĂĽckgeschlagen. Nachdem Berichte darĂĽber an die Ă–ffentlichkeit dringen, explodieren in Diyala und Bagdad Sprengsätze, u.a. an Fahrzeugen der irakischen „Polizei“. Granaten schlagen in der Regierungszone Bagdads ein. Angeblich sind die mörderischen Explosionen, die bis zu 30 Menschen töten, „Selbstmordattentate“. Berichte sprechen von einer ersten Explosion in der Bagdader Amerat Street, nahe dem Haus des deutschen Botschafters und einer Söldnerfirma. Freitag Nacht (02.03) fahren in der sunnitischen Wohngegend Sufiya im Bagdader Stadtteil Rasheed auf Fahrzeugen des irakischen Besatzungsregimes Dutzende von irakischen Soldaten vor. Bereits vor Jahren wurde extra anlässlich solcher regelmäßigen Ereignisse in einem nie zuvor gekannten Krieg gegen Menschlichkeit, Sinn und Verstand der Terminus „Männer in Armeeuniformen und in Armeefahrzeugen“ erfunden. Die Kriegspresse weltweit tat wieder einmal nur ihre Arbeit – ebenso die Mörder.

„Haltet mich zurĂĽck!“

„HALTET MICH zurĂĽck!“ ist ein Teil israelischer Folklore. Es erinnert uns an unsere Kindheit. Wenn ein Junge einen Streit mit einem größeren und stärkeren Jungen hat, der vorgibt, er werde ihn jeden Augenblick angreifen, schreit den Zuschauern zu: „Haltet mich zurĂĽck, oder ich werde ihn umbringen!“

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Kenia: bis auf Weiteres keine gerichtlichen „Piratenprozesse“

Regierung in Nairobi fĂĽhlt sich mit den abgelieferten mutmasslichen „Piraten“, die von der Operation „Atalanta“ in die Hauptstadt gebracht werden, völlig ĂĽberfordert und im Stich gelassen – der Nachweis der Seeräuberei ist so gut wie nicht vor Gericht zu erbringen und die Prozesse schleppen sich hin. Nach Angaben von mehreren Presseberichten in Kenia und westlichen Medien hätte die Regierung in Nairobi mitgeteilt, dass sie keine Piraten mehr von der EU Naval Task Force entgegennehmen wird, um sie von einem Gericht verurteilen zu lassen.

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