Gerichtsverfahren in USA: zehntausende illegale Nacktscans im unerlaubten Speicher
Electronic Privacy Information Center (EPIC) hat beim US-Justizministerium gegen das US-Heimatschutzministerium Klage eingereicht – 70 Seiten-Dokument ĂŒber die Anforderungen der Transportation Security Administration an die Bodyscanner
Im Namen eines selbsterfundenen und -provozierten „Terrorismus“ werden die BĂŒrger der westlichen Welt von ihren Regierungen verblödet, gedemĂŒtigt, in Angst gehalten und nach allen Regeln der Kunst ausspioniert. (Foto: Privat)
Alle Beteuerungen, dass man erhobene Daten und Kontrollmechanismen nur zur Gefahrenabwehr und PrĂ€vention gegen potentielle AttentĂ€ter benötigt und nicht relevante Informationen löscht oder gar nicht erst speichert, sind nur dazu da, dass kein BĂŒrgerwiderstand und Druck auf die Gesetzgeber mit ihren PlĂ€nen entsteht.
Kleinste, so heimtĂŒckisch erschlichene Duldungen zum Abbau der Demokratie und BĂŒrgerrechte, werden schamlos missbraucht, Kompetenzen erweitert und die Gier nach vollkommener Kontrolle artet immer weiter aus, bis die perfekte Diktatur, der Ăberwachungsstaat, endgĂŒltig errichtet ist. In diesem Stadium gibt es keine unabhĂ€ngigen Parlamente mit gewĂ€hlten Volksvertretern mehr, die in der Lage wĂ€ren, die jetzt erlaubten Gesetze zurĂŒcknehmen. FĂŒr die weitere Entwicklung der Menschheit ein unvorstellbares Fiasko, in dem die extremsten Horrorszenarien dank perfekter Techniken sich in der RealitĂ€t austoben werden. Der Planet wird dem letzten grossen Fressen preisgegeben und keiner kann das dann noch verhindern. Hochtechnologische Halbroboter-Soldaten werden fĂŒr Gehorsam und Ordnung sorgen, um die PlĂŒnderungen um die Ressourcen durch mĂ€chtige InteressenverbĂ€nde zu schĂŒtzen.
Dem muss jetzt und nicht ĂŒbermorgen ein Riegel vorgeschoben werden.
Die jĂŒngsten Offenbarungen aus den USA zeigen, wie mit Daten, die so laut „Gesetz“ gar nicht existieren dĂŒrften, umgegangen wird und das ist nicht das letzte Beispiel, was publik geworden ist. Wie heisst es immer so schön bei Verbrechen: „… die vermutete Dunkelziffer dĂŒrfte weit aus höher liegen.“
Die Regierungsbehörden haben das Ganzkörper-Scannen verteidigt und durchgesetzt mit der Versicherung, dass die Bilder sofort nach der Aufnahme und zeitgleichen Sichten gelöscht wĂŒrden. Die Transportation Security Administration (TSA) hat zum Beispiel im vergangenen Sommer behauptet, dass „gescannte Bilder nicht gespeichert oder aufgezeichnet werden können.“
Jetzt stellte sich heraus, dass einige Polizeidienststellen die umstrittenen Bilder gespeichert haben, schrieb am 4.August CNET.
Der US Marshals Service – die Bundespolizei der USA, hat in dieser Woche zugegeben, dass heimlich Zehntausende von Bildern, die mit einem Millimeterwellen-System bei der routinemĂ€ssigen Sicherheitskontrolle vor einem Gericht in Florida aufgenommen wurden, gespeichert worden sind.
Die US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano kĂŒndigte vor zwei Wochen an, dass diese Scanner bald an praktisch allen wichtigen FlughĂ€fen eingesetzt werden.
Am 2.Juli 2010 hat eine Rechtsanwaltsgruppe mit dem Electronic Privacy Information Center (EPIC), die in Washington, D.C. ansĂ€ssig ist, Klage beim US-Justizministerium gegen das Department of Homeland Security (DHS) – dem Heimatschutzministerium – gegen den Einsatz von Ganzkörper-Scannern durch die TSA und Bundespolizei in den USA eingereicht und in Erwartung einer unabhĂ€ngigen ĂberprĂŒfung das Aussetzen des Einsatzes des Ganzkörper-Scannens beantragt, und gefordert, dass Ausnahmen nur begrĂŒndeten Notsituationen vorbehalten bleiben mĂŒssen.
EPIC sagte, dass das Programm „rechtswidrig, invasiv und unwirksam ist“ und argumentiert, dass die Bundesagentur damit gegen den Administrative Procedures Act, den Privacy Act, den Religious Freedom Restoration Act und die Fourth Amendment verstösst. EPIC hat mehr als hundert Bilder von 35314 als Stichprobe von „nackt ausgezogenen“ Personen erhalten, die beim Betreten von Bundesgerichten in dem Zeitraum vom 2.Februar 2010 bis zum 28.Juli 2010 aufgenommen wurden.
William Bordley, Associate General Counsel bei der Marshals Service rÀumte in einem Schreiben ein, dass ungefÀhr 35.314 Bilder mit der Brijot Gen2-Maschine in Orlando vor dem Bundesgericht Florida aufgenommen worden sind. Die Gen2 Maschine, hergestellt von Brijot of Lake Mary, benutzt ein Millimeterwellen-Radiometer und eine begleitende Videokamera zum Speichern von bis zu 40.000 Bildern und Aufzeichnungen.
Brijot rĂŒhmte sich, dass dieser Bodyscanner auch ĂŒber Fernbedienung verwendet werden kann:
„Diese FĂ€higkeit der Gen 2 eliminiert die Notwendigkeit der stĂ€ndigen Beobachtung und der Vor-Ort-Bedienung des Benutzers fĂŒr eine wirksame Ăberwachung. Mit unseren APIs haben wir sofort Verbindung zu unseren Einheiten an einem entfernten Standort ĂŒber die Brijot Client-Schnittstelle.“
DarĂŒber hinaus schrieb Bordley, dass eine Millivision Maschine, die in Washington beim Bundesgericht des Distriktes getestet wurde, wieder
an den Hersteller zurĂŒckgeschickt worden war, der nun anscheinend die Bild-Datenbank besitzt.
Das Rinnsal von EnthĂŒllungen ĂŒber die wahren FĂ€higkeiten von Ganzkörper-Scannern – und wie sie in der Praxis eingesetzt und mit diesen Aufnahmen umgegangen wird – muss alle Alarmglocken zum Schutz der PrivatsphĂ€re ertönen lassen.
Ein 70-seitiges Dokument, hier nun fĂŒr jeden Interessierten in dieser (PDF) zu studieren, zeigt die TSA Beschaffungsspezifikationen, die als „sensible Sicherheitsinformationen“ eingestuft sind und in dem es heisst, dass in einigen Modi des Scanners der „Export von Bilddaten in Echtzeit erlaubt sein“ und einen Mechanismus fĂŒr „High-Speed-Ăbertragung von Bilddaten ĂŒber das Netzwerk“ bieten muss.
Rotenberg von EPIC sagte, dass
„die TSA gegenĂŒber der Ăffentlichkeit ĂŒber die FĂ€higkeiten dieser GerĂ€te nicht aufrichtig ist. Dass das Heimatschutzministerium jeden US-Reisenden diese aufdringliche Suche ohne jeden Verdacht unterwirft und diese aufgezeichnet werden können – ich denke, das ist ungeheuerlich.“
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