Der Ticker zu den Parlamentswahlen in Italien: HintergrĂŒndig, virtuos, intellektuell gnadenlos

Heute und Morgen werden Abgeordnetenkammer und Senat von Italien durch das wahlberechtigte Volk der Republik gewĂ€hlt. Das verspricht interessant zu werden. Über die nĂ€chsten zwei Tage also hier ein subjektives Begleitmoment fĂŒr den Otto-Normal-Kunden von Staatsmedien und Informationsindustrie.

ZunÀchst gilt es zu verifizieren wie, was und wer gewÀhlt wird. Schon das sagt vieles.

Beppe Grillo in Rom: 800.000 Menschen feiern das FĂŒnf-Sterne-Italien

Was bei den am Sonntag und Montag stattfindenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus und Senat von Italien von den Italienern zu erwarten ist, zeigte sich gestern auf dem Piazza San Giovanni von Rom. 800.000 Menschen kamen, um einen alten Mann – einen Old Man, wie manche respektvoll in deren Verkehrssprache zu sagen pflegen – sprechen zu hören. Wenige Fahnen. Kaum Parolen. Kein ameisenhaftes Aufmarschieren. Keine Floskeln, abgetakelten Phrasen, kein Redemanuskript, Teleprompter und staatskapitalistisches Schauspiel. Keine Berater, keine Souffleusen, Spindoktoren, FunktionĂ€rskolonnen, Privilegierten mit Multiwichtigpass.

Es versammelte sich die FĂŒnf-Sterne-Bewegung (MoVimento 5 Stelle, M5S). Und ein alter Mann erzĂ€hlte. Das reichte aus.

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Beppe Grillo, der Banker-Albtraum

SpĂ€testens seit gestern steht fest, dass der von den Medien oft verhöhnte, wenn ĂŒberhaupt erwĂ€hnte charismatische Mann seine Mitwerber in den Schatten stellt und eine breite Mehrheit der Bevölkerung hinter ihm steht. Das Interesse fĂŒr Beppe Grillo ist rasant angestiegen, die Menschen suchen im Internet nach weiteren Informationen.

Frieden und Wassermelonen

Als ich Mitte der 50er-Jahre nach einer Persönlichkeit Ausschau hielt, die vielleicht David Ben Gurion im Amt des MinisterprĂ€sidenten ablösen könnte, dachte ich an Goldmann. Er hatte das notwendige Format und war bei moderaten Zionisten beliebt. Was nicht weniger bedeutsam war: er hatte eine klare Meinung. Vom ersten Tag des Staates Israel an hatte er vorgeschlagen, dass Israel eine „nahöstliche Schweiz“ werden möge, neutral zwischen den USA und der Sowjetunion. FĂŒr ihn war Frieden mit den Arabern fĂŒr die Zukunft Israels absolut notwendig.

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