Elmau: Polizeistaat Deutschland fürchtet sich vor altem Mann

Gerhard Haase muss ausziehen, denn auch er wurde als ein solches Gefahrenpotential vom Sicherheitsapparat eingestuft. Nicht nur unmittelbar für die beiden Tage, sondern für Wochen. Haase ist kein verkappter Terrorist. Er und seine verstorbene Frau wohnten seit fünfzig Jahren in der Hütte, die dem Hotelschloss gehört und dem Ehepaar ein Dauerwohnrecht eingeräumt hat. Beide arbeiten in dem Schlosshotel und man kann davon ausgehen, dass sie schon allein wegen der militärisch-geheimdienstlichen Historie des Schlosses sämtliche Sicherheitschecks durchliefen.

BAYERs Wiedergeburt

Die USA haben solches Material über die IG FARBEN schon seit Anfang der 1940er-Jahre gesammelt, wie Bernd Greiner in seinem Buch „Die Morgenthau-Legende“ darlegt. BeamtInnen des Finanz- und des Justizministeriums ermittelten über 500 Firmen-Beteiligungen und 2.000 Kartellverträge mit anderen Unternehmen und machten den Konzern als Hauptlieferanten der Vernichtungsfeldzüge aus. 95 Prozent der Giftgase und 84 Prozent der Sprengstoffe stammten aus IG-Fabriken. Zudem gehörten Brandbomben, Handgranaten, Maschinengewehre und kriegswichtige Rohstoffe wie Benzin, Schmieröle, Magnesium, Nickel und Methanol zur Produkt-Palette.

Die neue Geheimorganisation: Das Führerkorps

Die Planer der neuen Superbehörde gehen subtil vor: „Ein integriertes Unternehmen beginnt mit integriertem Personal.“ Mit einem raffinierten Vorschlag über eine Rotation in der Karriere eines jeden Nachrichtenoffiziers sollen verschiedene Fähigkeiten und Ansätze zur Problemlösung erworben werden, die ihnen „helfen, ein ressortübergreifendes Netzwerk aufzubauen“.