Geh in Frieden!

Die gegenwĂ€rtige FĂŒhrung und die gesamte Galerie der gegenwĂ€rtigen Regierungsminister vom Likud und von seinen VerbĂŒndeten bestehen aus Nullen. Ich kann mir wirklich keinen von ihnen als die Person vorstellen, die die Verantwortung fĂŒr die Zukunft Israels tragen könnte.

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Hab Mitleid mit dem Mandelbaum

Mandelblit (so sprechen wir in Israel den Namen aus) ist in einer unmöglichen Lage. Der MinisterprĂ€sident wurde von der Polizei offiziell beschuldigt, dass er sich in zwei FĂ€llen habe bestechen lassen. Jetzt muss Mandelblit entscheiden, ob der MinisterprĂ€sident vor Gericht gestellt werden soll. Aber Benjamin Netanjahu war lange Zeit sein WohltĂ€ter und hat ihm zu seiner hohen Stellung verholfen. Beißt ein Hund in die Hand, die ihn fĂŒttert? Oder soll Mandelblit sich davor drĂŒcken, seine Pflicht zu tun?

Was zum Teufel?

JE „JÜDISCHER“ Israel wird, umso breiter wird der Abgrund zwischen ihm und der muslimischen Welt. Je „israelischer“ Israel wird, umso grĂ¶ĂŸer ist die Chance, dass es sich schließlich in die Region einfĂŒgt. Diese Idealvorstellung greift viel weiter als nur nach dem Ziel Frieden. Darum wiederhole ich: Ich bin in erster Linie Israeli und erst in zweiter Linie Jude.

Das hĂŒpfende Parlament

Hunderte Piloten und andere Flugzeugbesatzungsmitglieder forderten von den Fluggesellschaften, sie sollten sich weigern, FlĂŒchtlinge aus Israel nach Afrika zu transportieren. Sie schworen, sie seien nicht wie die deutschen LokomotivfĂŒhrer, die Juden in die Vernichtungslager und damit in den Tod transportiert hatten.

Eine Ă€ltere Frau, die aus einem solchen Lager geflohen war, verkĂŒndete im Fernsehen, sie werde FlĂŒchtlinge, die sie um Hilfe bitten wĂŒrden, verstecken. Sie rief alle israelische Frauen auf, dasselbe zu tun und FlĂŒchtlinge auf den Dachböden ihrer HĂ€user zu verstecken. Das war eine deutliche Anspielung auf Anne Frank, die wĂ€hrend des Holocaust mit ihrer Familie auf einem Dachboden in Amsterdam versteckt worden war.

Das geschieht jetzt, die Flut steigt, es ist eine Stimme Israels, die lange Zeit nicht zu hören war, eine Stimme, die so viele Jahre verstummt war, die Stimme meines Israels, die Stimme des Israels von gestern – und hoffentlich die des Israels von morgen.

Bibis Sohn oder: Drei in einem Auto

IM GEGENSATZ zu vielen anderen Israelis hasse ich Benjamin Netanjahu nicht. Als Person interessiert er mich nicht besonders. Aber ich glaube, dass er eine Gefahr fĂŒr die Zukunft Israels darstellt. Die Besessenheit, mit der er an der Macht festhĂ€lt, bewirkt, dass er unsere nationalen Interessen an Interessengruppen verkauft, und zwar nicht nur an MilliardĂ€re, sondern auch an das korrupte religiöse Establishment und viele andere.

Ein solcher Mann ist nicht dazu fĂ€hig, Frieden zu schließen, nicht einmal, wenn er es wollte. Frieden schließen verlangt CharakterstĂ€rke, die sich unter anderem drin zeigt, dass einer das Risiko, gestĂŒrzt zu werden, auf sich nimmt. Eine solche Waghalsigkeit kommt Netanjahu ĂŒberhaupt nicht in den Sinn.

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