Geht in den Schuhen der anderen

Yasser Arafat ist fĂŒr die PalĂ€stinenser das, was George Washington fĂŒr die Amerikaner ist, Mahatma Gandhi fĂŒr die Inder, David Ben Gurion fĂŒr die Israelis. Der Vater der Nation. Selbst seine internen Opponenten auf der Linken und auf der Rechten ehren sein GedĂ€chtnis. Er ist das grĂ¶ĂŸte Symbol der modernen palĂ€stinensischen Nationalbewegung. Sein Bild hĂ€ngt in jedem palĂ€stinensischen BĂŒro und in jeder Schule.

Categorized as: Politik, Diplomatie

Ideokratie

Wie wir damals sagten, war der Schaden mit dem Stoppen des tĂŒrkischen Schiffes viel grĂ¶ĂŸer als der Schaden, der – wenn ĂŒberhaupt – verursacht worden wĂ€re, wenn das Schiff sein Ziel hĂ€tte erreichen dĂŒrfen.

Was hĂ€tte denn im schlimmsten Fall passieren können? Das Schiff hĂ€tte vor der KĂŒste des Gazastreifens geankert, die internationalen Aktivisten an Bord hĂ€tten einen begeisterten Empfang erlebt, Hamas hĂ€tte einen kleinen Sieg gefeiert und das wĂ€r‘s gewesen.

Categorized as: KommentarPolitik, Diplomatie

Die Rede, die nicht gehalten wurde

Vorbemerkung: Ich schrieb diesen Text am Mittwoch, einen Tag vor Obamas Rede in Jerusalem. Wie sich herausstellte, kam ich nÀher an seine aktuelle Rede, als ich hoffte. Diese Passagen sind fast identisch. Einige Leser wollen vielleicht die Texte vergleichen, um zu sehen, was er ausgelassen hat.

Categorized as: KommentarPolitik, Diplomatie

Den Siegern die Beute

DER LETZTE Außenminister, Avigdor Lieberman war wahrscheinlich die am wenigsten passende Person des Landes fĂŒr diesen Job. Er ist kein Apollo. Er hat ein brutales Aussehen, verschlagene Augen und einen geringen Wortschatz. Er ist nirgends in der Welt beliebt, außer in Russland und dessen Trabanten. Er ist von den meisten seiner internationalen Kollegen gemieden worden. Viele sehen ihn rundweg als einen Faschisten an.
Aber Netanyahu fĂŒrchtet sich vor Lieberman. Ohne Liebermans parlamentarische Sturmtruppe hat der Likud nur 20 Sitze – nur eine mehr als Lapid. Und innerhalb der vereinigten Partei könnte Lieberman in einer nicht allzu entfernten Zukunft Netanjahu ersetzen.

Categorized as: KommentarPolitik, Diplomatie

„Ich bin ein Bil’iner!“

DIES GESCHIEHT nicht alle Tage: ein Kulturminister freut sich öffentlich, weil ein Film seines Landes NICHT mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Und nicht nur ein Film, sondern zwei.
Es geschah in dieser Woche. Limor Livnat, noch Kulturministerin der letzten Regierung, sagte zum israelischen Fernsehen, sie sei glĂŒcklich darĂŒber, dass Israels zwei Einsteiger fĂŒr Oskars in der Kategorie Dokumentarfilme es nicht bis zum Ende schafften.