Aus der Vogelperspektive

Die neue Regierungskoalition hat erklärt, sie wolle die Verhandlungen mit den Palästinensern wieder aufnehmen (jeder weiß, dass dies ein hohles Versprechen ist) Eine Welle von Morden und Vergewaltigungen wurde den Arabern ( und afrikanischen Asylsuchenden) untergeschoben. Alle Kandidaten für die ägyptische Präsidentschaft versprechen, den Kampf für die Palästinenser aufzunehmen. Ranghohe israelische Armeeoffiziere haben bekannt gemacht, dass 3500 syrische und iranische Raketen, als auch Zehntausende Hisbollahraketen aus dem Südlibanon bereit liegen, um wegen Palästina auf uns abgefeuert zu werden. Und so weiter – eine tägliche Liste.

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Der neue Protest

Sie hat nichts mit dem Ereignis zu tun, das ihm den Namen gab: Die riesige Rallye fĂĽr Frieden , an deren Ende die Ermordung Yitzhak Rabins war. Diese Rallye war in jeder Hinsicht anders.

Es war ein fröhliches Ereignis. Dutzende von NGOs, viele von ihnen klein, einige von ihnen etwas größer, jede mit einer anderen Agenda, kamen zusammen, um den sozialen Protest des letzten Jahres wieder aufzunehmen

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Operette in fĂĽnf Akten

Der Oberste Gerichtshof, der von einem neuen Präsidenten – handverlesen von den Siedlern und der extremen Rechten – geleitet wird, trifft eine Entscheidung: ein neuer Ortsteil der Bet- El-Siedlung muss innerhalb von zwei Wochen abgebrochen werden. Kein Wenn und Aber., dies ist eine entgĂĽltige Entscheidung. Auch eine andere Siedlung, Migron, muss innerhalb von zwei Monaten aufgelöst werden.

Ein Putsch gegen den Krieg

ES BEGANN mit dem unwahrscheinlichsten Kandidaten fĂĽr solch eine Rebellion: mit Ex-Mossadchef Meir Dagan.

Acht Jahre lang, länger als die meisten seiner Vorgänger, hat Dagan den Mossad, Israels ausländischen Nachrichtendienst geführt, vergleichbar mit dem britischen MI6. („Mossad“ bedeutet „Institut“. Der offizielle Name ist „ Das Institut für Nachrichtendienst und Sonderoperationen“.)

Keiner warf Dagan je Pazifismus vor.

Bekenntnis eines Optimisten

Aber trotzdem sind mächtige Kräfte am Werk, ungesehene und ungehörte, die die Dinge zum Besseren verändern können. Es ist wie das Errichten eines Dammes an einem Fluss. Hinter dem Damm steigt das Wasser langsam, still, unbemerkt. Eines Tages bricht der Damm ganz plötzlich, und das Wasser überschwemmt die Landschaft.

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„Dumm, gemein und brutal“

“MIT BLUT und Schweiß / wird sich eine Rasse für uns erheben / stolz, großzügig und brutal…“ So schrieb Vladimir (Ze’ev) Jabotinsky, der Gründer des extremen rechten Zionismus, der auch ein Schriftsteller und Dichter war. Die heutigen Likudführer sehen ihn als ihren Gründungsvater an, so wie Stalin Karl Marx als den seinen ansah.

Das Wort „brutal“ fällt auf, weil es unglaubwürdig erscheint, dass Jabotinsky wirklich dieses Wort meinte. Sein Hebräisch war nicht sehr gut, und er meinte wahrscheinlich etwas wie „hart“.

Falls Jabotinsky den heutigen Likud sähe, würde er schaudern. Er war eine Mischung von extremem Nationalismus, Liberalismus und Humanismus des 19.Jahrhunderts.

Paradoxerweise ist Brutalität der einzige der drei Wesenszüge, der in unserm Leben heute auffällig ist, besonders in den besetzten palästinensischen Gebieten. Es gibt dort nichts, auf das man stolz sein könnte – und Großzügigkeit ist etwas, das zu den verachteten Linken gehört.

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