Wie Elizabeth Warren mit Bernie Sanders‘ Hilfe U.S.-Präsidentin geworden wäre

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Der Reihe nach.

Am 13. Juni 2018 prognostizierte Radio Utopie, mit verschiedenen Szenarien bei immer gleichem Ergebnis (u.a. dem Szenario der Unterstützung von Bernie Sanders für einen scheinbar progressiven Kandidaten der "Demokratischen Partei", der wie Sanders in 2016 tatsächlich soziales, linkes, pazifistisches, demokratisches Potential einfangen und einbinden soll), den Sieg Donald Trumps bei der U.S.-Präsidentschaftswahl 2020 und damit dessen Wiederwahl.

Des Weiteren prognostizierten wir, dass

  • in keinem Falle Bernie Sanders als unabhängiger Kandidat zur Präsidentschaftswahl antritt
  • ebenfalls in keinem Fall eine neue Partei gründet
  • in keinem Falle die demokratische Linke in den U.S.A. es schafft diese vor der Präsidentschaftswahl in 2020 zu gründen
  • dies erst nach der erneuten desaströsen Niederlage der sogenannten "Demokraten" gegen Donald Trump in 2020 geschehen wird.

Ebenfalls am 13. Juni 2018 beschrieben wir, wie Bernie Sanders (oder ein „Demokrat“) in 2020 U.S.-Präsident geworden wäre und dass dies nicht passieren wird. Dazu später mehr.

Im Juli 2018 prognostizierten wir, dass die "Demokratische Partei" für die Präsidentschaftswahlen in 2020 den Kandidaten Deval Patrick nominieren würde, als Abziehbild von ex-Präsident Barack Obama und Kandidat der Nomenklatura. Und das Bernie Sanders ihn, natürlich, unterstützen wird. Und dass Deval Patrick dann bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Donald Trump verlieren wird.

Am 6. Dezember 2018 verkündete Deval Patrick den Verzicht auf eine Präsidentschaftskandidatur. Auf Facebook erklärte er:

"Im Wissen, dass die Grausamkeit unseres Wahlprozesses unweigerlich zurückspritzen würde auf Menschen die ich und Diane lieben, die sich aber für diese Reise nicht gemeldet haben, war das mehr als ich verlangen konnte".

Es fiel ihm spät ein.

Bereits Mitte 2017 war von Obamas "innerem Zirkel" über ihre Hofpostille Politico.com selbst öffentlich gemacht worden, dass sie Deval Patrick dazu drängten 2020 als Präsident der "Demokraten" zu kandidieren.. U.a. hatte Deval Patrick diesbezüglich "mehrere Gespräche" mit Barack Obamas "Gehirn", Stratege und Wahlkampfmanager David Axelrod geführt und war mit ihm öffentlich aufgetreten.

Dazu ein kurzer Hinweis: wie grausam wäre es für wen und wie viele gewesen, wenn Deval Patrick bei den anschließenden Vorwahlen der "Demokratischen Partei", bekanntlich ein "demokratischer" Musterprozess, tatsächlich zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gewählt worden wäre - selbstverständlich völlig überraschend, sensationell und als "neue Hoffnung"? Nachdem das ein Dreivierteljahr vorher irgendeine kleine Webseite, irgendwo im Hinterhinterland der Deppenkolonien des "greatest country of the world" prognostiziert hatte, zusammen mit der anschließenden Wahlniederlage dieses Kandidaten gegen Trump in 2020?

Können es sich die Großen Brüder Krieg, Kapitalismus und Spitzelstaat, vereint (auch) in der Happy Family namens "Demokratische Partei", wirklich leisten gegen die zu verlieren, von denen sie nicht geliebt werden?

Na dann doch lieber gegen Donald Trump verlieren, was?!

Womit wir nun zu Elizabeth Warren kommen.

Am 6. Dezember also hatte Deval Patrick seinen Verzicht auf eine Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben.

Zwei Tage zuvor stand es bereits auf Politico.com.

Die Hofpostille wörtlich:

"Patrick war einer von mehreren Massachusetts Demokraten, der den Wettbewerb der Vorwahlen im Auge hatte. Senatorin Elizabeth Warren erwägt offen eine Kandidatur."

Soso.

Politico.com verwies des Weiteren auf einen Tweet von Stratege Doug Rubin, Berater sowohl von Deval Patrick als auch von Elizabeth Warren, sowie Stabschef in Patricks Gouverneursbüro. Als

"Antwort auf Spekulationen am Mittwoch, dass Patrick gewzungen gewesen wäre negativ gegen Warren vorzugehen falls beide die Nominierung angestrebt hätten,"

habe Rubin in seinem Tweet geäußert, dass Patrick "nie und nimmer" ("no way in hell") seine ebenfalls aus Massachusetts stammende Kollegin Elizabeth Warren angegriffen hätte, ob "in der Presse oder irgendwo anders".

kurzer Überblick, Zwischenstand 6. Dezember:

  • der Lieblingskandidat von ex-Präsideent Obama und dessen innerem Zirkel, Deval Patrick, erklärt, aus Rücksicht auf seine Familie und ihm nahestehende Personen auf eine Kandidatur zur Präsidentschaft zu verzichten
  • im Zuge des bereits vorher bekannt gemacht wordenden Schachzugs wird erklärt, Elizabeth Warren habe vor Präsidentin zu werden (wovon zuvor nie die Rede war, jedenfalls nicht ohne sehr viel Humor)
  • der Berater sowohl von Deval Patrick als auch von Elizabeth Warren erklärt, Patrick hätte Warren in einem Wahlkampf gegeneinander nie weh getan.

13. Dezember, Washington: es treffen sich Elizabeth Warren und Bernie Sanders. Das Treffen ist so geheim, dass es in der "New York Times" steht.

Es wird deutlich gemacht: beide würden sich doch nie wehtun.

Gestern, 31. Dezember 2018: Völlig überraschend erklärt Elizabeth Warren ihre Präsidentschaftskandidatur.

Situationsanalyse

Mit der Kandidatur von Warren ist eine Kandidatur von Bernie Sanders für die "Demokratische Partei" vom Tisch. Das Ganze erscheint abgestimmt, sowohl unter den einzelnen ProtagonistInnen, als auch

  1. mit der Nomenklatura der "Demokratischen Partei", dem entscheidenden Stützpfeiler der Demokratie-Simulation in den Vereinigten Staaten von Amerika überhaupt,
  2. mit der in Konkurrenz zur Fraktion Trump stehenden Nomenklatura insgesamt bzw den Interessenvertretern des größeren Teils der 200 die U.S.A. seit Dekaden beherrschenden Familien
  3. den entsprechenden Hierarchien in Kapital und Staat.

Angenommen, die Nomenklatura lässt in den Vorwahlen der "Demokratischen Partei" eine Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren zu (die Vorwahlen sind ein Witz, es entscheiden "Superdelegierte", Funktionäre, die nie gewählt wurden), hat sie bei den Präsidentschaftswahlen als Kandidatin der "Demokraten" gegen Trump nicht den Hauch einer Chance. Alle müssen das wissen.

Die "Demokratische Partei" ist von zu vielen Amerikanerinnen und Amerikanern als das erkannt worden, was sie ist: die Mutter aller contralinken Verräterparteien in der U.S.-Hegemonie, wie z.B. der "S.P.D." in Deutschland, um nur eines von vielem immer kleiner werdenden Beispielen zu nennen. Jetzt kann man natürlich diejenigen ausbuhen, die das laut aussprechen und genau denen die Schuld am eigenen Verrat zuschanzen die ihn bloßstellen. Mit innerer Sicherheit kann man das. Das hat ja auch jahrzehntelang funktioniert.

Aber funktioniert das immer noch? Bei allen? Wirklich? Strategisch? Ganz sicher?

Was meinen Sie - wer liest diesen Artikel? Können Sie garantieren, dass den in ein paar Monaten alle wieder vergessen haben? Ja? Ganz sicher?

Unserer bereits oben erwähnten Analyse nach, gäbe es eine Option wie Elizabeth Warren tatsächlich erste U.S.-Präsidentin wird. Nämlich durch eine Präsidentschaftskandidatur von Bernie Sanders, als unabhängigem Kandidaten oder als Kandidat einer neuen, tatsächlich progressiven linksdemokratischen Partei.

Sanders und Warren müssten sich vor der Präsidentschaftswahl schlicht taktisch abstimmen und vor der eigentlichen Wahl der Präsidentin / des Präsidenten, die durch das Gremium der Wahlmänner und -frauen erfolgt, in einer Art "Koalitionsvertrag" einigen.

Wir müssen hier leider unsere diesbezügliche Einschätzung vom Juni letzten Jahres wiederholen: das wird nicht passieren.

Bernie Sanders wird sich zwar, aller Wahrscheinlichkeit nach, diese Option bis zur letzten Sekunde offenhalten, aber im entscheidenden Moment wieder nicht ziehen. Und danach wird er sich rausreden, dass er zu alt ist.

Und um auch den letzten Fluchtweg von Sanders zu beleuchten, nach dem bekannten Motto aller vermeintlichen Linksdemokraten "ich habe es doch versucht..": eine Unterstützung von Bernie Sanders für Elizabeth Warren innerhalb der "Demokratischen Partei" ist bedeutungslos.

Es geht um die Wählerinnen und Wähler, die ihn bzw eine neue Partei wählen würden, aber nicht mehr, nie mehr, diese sogenannte "Demokratische Partei", welche Simulation diese auch immer als Kandidaten / Kandidatin aufstellt, nur damit nach der Wahl er oder sie wieder und wieder und nochmal und nochmal alles verrät und verkauft was er oder sie und seine oder ihre "Demokraten" in die Finger bekommen.

Was viele diesbezüglich nicht wahrhaben wollen, wir aber bereits ein halbes Jahr vor der Wahl von Trump zum U.S. Präsidenten auch bezüglich der Vorwahlen der "Demokraten" korrekt vorausgesagt haben: Bernie Sanders ist ein Mann der Nomenklatura, ein Mann der herrschenden Klasse in den Vereinigten Staaten von Amerika. Er dient dazu die Bevölkerung ruhig zu halten und sie weiter als zahlendes Publikum in der Demokratie-Simulation zu halten, einem perfiden Staatsschauspiel, dass darauf setzt, dass alle ZuschauerInnen, die es begriffen haben, aufstehen und protestieren, vom Publikum selbst ausgebuht und zur Ruhe aufgefordert werden, sowie sich wieder hinzusetzen oder am Besten gleich zu legen.

Was ebenfalls nicht passieren wird.

(...)

13.06.2018 Wie Bernie Sanders (oder ein „Demokrat“) in 2020 U.S.-Präsident geworden wäre
Nachfolgend unserer Prognose, dass Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in 2020 wiedergewählt wird, hier die Szenarien, wie die Wahl eines Kandidaten der "Demokratischen Partei" oder eines unabhängigen Kandidaten Bernie Sanders zum U.S.-Präsidenten realistisch gewesen wäre (was aber nicht passieren wird).

Artikel zuletzt aktualisiert um 22.29 Uhr