Trump gegen seine eigene Administration?
Arbeiten PrĂ€sident Trumps leitende Kabinettsmitglieder gegen ihn? Es ist schwierig, nicht zu der Schlussfolgerung zu kommen, dass viele der kriegstreiberischen Neokonservativen, die Trump (irrtĂŒmlich, meiner Meinung nach) in Spitzenpositionen berufen hat, aktiv daran arbeiten, die erklĂ€rte Agenda des PrĂ€sidenten zu untergraben. Besonders, wenn es so aussieht, dass Trump versucht, den Dialog mit den LĂ€ndern zu suchen, die die Neokonservativen als Gegner sehen, die einen Regimewechsel brauchen.
Erinnern Sie sich, wie sein Nationaler Sicherheitsberater John Bolton ein von PrĂ€sident Trump organisiertes historisches Gipfeltreffen mit Kim Jong-Un fast gesprengt hat, indem er wiederholt auf das „Modell Libyen“ und dessen Anwendung auf Nordkorea verwies. Als ob Kim scharf darauf wĂ€re, von einem von den USA unterstĂŒtzten Mob bombardiert, gestĂŒrzt und ermordet zu werden!
Es scheint, dass Trump‘s Mitarbeiter erneut gegensĂ€tzliche Ziele verfolgen. Letzte Woche kĂŒndigte AuĂenminister Mike Pompeo an, dass er sich auf ein US-Gesetz aus dem Jahr 1991 gegen den Einsatz chemischer Waffen beruft, um eine weitere Runde von Sanktionen gegen Russland wegen der, wie er behauptet, Beteiligung Putins an der Vergiftung eines ehemaligen russischen Spions und seiner Tochter im Vereinigten Königreich anzukĂŒndigen.
Die angebliche Vergiftung fand im MĂ€rz statt und erst jetzt stellte das AuĂenministerium fest, dass Russland dahinter stand und damit das Sanktionsgesetz von 1991 anzuwenden war. Gab es neue Informationen, die auf ein russisches Engagement hindeuteten? Laut einer Information des AuĂenministeriums gab es keine. Das AuĂenministerium hat halt gerade beschlossen, die britische Regierung beim Wort zu nehmen.
So nebenbei, woher bekommen wir die Befugnis, Russland wegen eines angeblichen Verbrechens, das im Vereinigten Königreich begangen wurde, zu verfolgen?
Die eigene Regierung von PrĂ€sident Trump zwingt ihn, die Entschlossenheit des AuĂenministeriums zu akzeptieren und Sanktionen zuzustimmen, die nach dem Gesetz von 1991 einen vollstĂ€ndigen Bruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland beinhalten können. Das wĂ€re de facto eine KriegserklĂ€rung. Wegen unbewiesener Anschuldigungen.
Trump hat die AutoritĂ€t, die VerhĂ€ngung neuer Sanktionen abzulehnen, aber wenn seine demokratischen Gegner weiterhin behaupten, er sei mit dem russischen PrĂ€sidenten im Bunde, wie könnte er dann kurz vor den Kongresswahlen im November auf Sanktionen verzichten? Das wĂ€re ein GlĂŒcksfall fĂŒr die Demokraten, die versuchen, die Kontrolle ĂŒber das ReprĂ€sentantenhaus und den Senat zu ĂŒbernehmen.
Der einzige Weg, wie Russland die zweite, extremste Runde dieser Sanktionen im November vermeiden könnte, wĂ€re das Versprechen, keine chemischen Waffen mehr einzusetzen und seine TĂŒren fĂŒr internationale Inspektionen zu öffnen. Welche Regierung wĂŒrde eine solche Forderung akzeptieren, wenn keine Beweise dafĂŒr vorliegen, dass sie ĂŒberhaupt chemische Waffen eingesetzt hat?
Sicherlich ist es möglich, dass sich PrĂ€sident Trump der Manöver von Bolton und Pompeo voll bewusst ist und dass er zustimmt. Vielleicht spielt er gerne „guter Bulle, böser Bulle“ mit dem Rest der Welt, indem er gleichzeitig Friedensangebote macht, Sanktionen verhĂ€ngt und mit Krieg droht. Aber es sieht ganz so aus, als wĂŒrden einige seiner Kabinettsmitglieder das Beste aus ihm herausholen.
Wenn PrĂ€sident Trump beim Wort genommen werden soll, dass er den Dialog „ohne Vorbedingungen“ mit den FĂŒhrern Russlands, Nordkoreas, des Iran und anderer LĂ€nder begrĂŒĂt, wĂ€re es klug, die weitere BeschĂ€ftigung derjenigen in seinem Dienst zu ĂŒberdenken, die ihn bei jedem Schritt unterminieren. Sonst ist es schwer zu glauben, dass der PrĂ€sident aufrichtig ist. Hoffen wir, dass er den Dialog dem Konflikt vorzieht und die FlĂŒgel derjenigen unter ihm stutzt, die versuchen, ihn in die andere Richtung zu drĂ€ngen.
Orginalartikel Trump vs. His Own Administration? vom 13.8.2018
