Die ersten Lager: „Europa“ um jeden Preis?
Lager in Nordafrika plante die Bundesregierung schon vor vierzehn Jahren. Jetzt soll diese „europĂ€ische Lösung“ nach Deutschland kommen.
Ein Imperium versucht seine Macht auszubauen, im Inneren wie ĂuĂeren. Das ist was passiert.
Nirgendwo findet man bei den paneuropĂ€ischen Ideologen, die der Doktrin einer unbedingten Beseitung der europĂ€ischen Demokratien zugunsten der zweiten „Vereinigten Staaten“ der Welt auf dem Kontinent Europa folgen, derzeit das Argument, die auf dem E.U.-Gipfel beschlossenen Lager alias „kontrollierte Zentren“ fĂŒr eine bestimmte Gruppe von Menschen verstoĂen gegen das Grundgesetz. Das ist entlarvend.
Dass die Regierung Merkel-Seehofer-Scholz diese Lager nun, unter stĂ€ndiger Begriffsverwirrung („Ankerzentren“, „Transitzentren“, „Transitzonen“, „Auffanglager“, „Aufnahmelager, „FlĂŒchtlingslager“, „Asylzentren“, etc), nicht nur in Nordafrika, sondern auch in der Republik errichten will, setzt schlicht den Beschluss der BrĂŒsseler RĂ€te um.
Und wieder: kein Wort von den „Europa“-Freaks ĂŒber die VerfassungsmĂ€Ăigkeit dieser geplanten Lager auf deutschem Boden, den ersten seit dem Faschismus.
Damit setzt sich im Zuge der sogenannten „FlĂŒchtlingskrise“ der moralisch-politische Zusammenbruch von Humanisten, Liberalen, Demokraten, Pazifisten, Sozialdemokraten und politischer Linken, vor dem wir seit Jahren warnen, schlicht weiter fort.
Dass Lager fĂŒr eine bestimmte Gruppe von Menschen („Einwanderer“, „FlĂŒchtlinge“, „Migranten“, „Immigranten“, „AuslĂ€nder“, wie auch immer) eine sehr gefĂ€hrliche und abstossende Sache sind, ist nur die eine Seite der Medaille. Letzten Endes geht es um Kontrolle, die Macht des Menschen ĂŒber den Menschen. Dass Kontrolle und Macht sich selbst nie Grenzen geben, haben Menschen in frĂŒheren Zeiten einst begriffen. Die Gewaltenteilung wurde deswegen ĂŒberhaupt erst erfunden. Vielleicht sollte sich der Eine oder die Andere einmal an den Erfahrungswert gerade auch der deutschen Geschichte erinnern.
Die paneuropĂ€ische ideologisierte (und damit politisch ihrem eigenen Anspruch nach faktisch neutralisierte und gelĂ€hmte) etablierte Linke, Sozialdemokratie, etc, wenn man sie angesichts ihrer tatsĂ€chlichen Handlungen ĂŒberhaupt noch so nennen mag, ist dem fatalen Aberglauben verfallen, eine Beseitung der europĂ€ischen Demokratien, die durchweg nur noch als „Nationalstaaten“ betitelt und damit schon verleumdet werden, wĂ€re in irgendeiner Weise per se eine emanzipatorische, linke, oder fortschrittliche Angelegenheit. Das ist sie nicht. Die „Vereinigten Staaten von Europa“ bzw deren Vorform „EuropĂ€ische Union“ entpuppen sich derzeit als genau die „imperialistische MiĂgeburt“, als die sie Rosa Luxemburg bereits vor mehr als hundert Jahren betitelte.
Kann man sich jetzt ĂŒberhaupt noch vorstellen, dass (vermeintliche oder tatsĂ€chliche) Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, Gewerkschaftler und Intellektuelle aus der jeweiligen „politischen Klasse“ ihres Landes, in Spanien, Portugal, Frankreich, Tschechien, Polen, Italien oder Deutschland aufstehen und sagen „Was ihr in BrĂŒssel beschlieĂt kĂŒmmert uns einen Dreck! Das verstöĂt gegen unserer Verfassung, unsere souverĂ€ne Demokratie, gegen unsere Werte! Das machen wir nicht! Basta!“ ?
Das groĂe Bild ist den Allermeisten offensichtlich immer noch nicht ganz gelĂ€ufig. Ein Imperium dehnt sich aus, genauso wie seine Macht, im Inneren wie ĂuĂeren. Und dies bereits vor Kriegsausbruch in 2001, aber seitdem immer weiter eskalierend. Dabei den Klon der anvisierten „Vereinigten Staaten“ auf dem Kontinent Europa in irgendeiner Form als gegensĂ€tzlich zu ihrem Leitimperium und Ebenbild auf dem amerikanischen Kontinent zu betrachten, ist bestenfalls esoterisch oder Mystizismus im Rausche der „Atlantiker“.
Die Wanderungsbewegungen aus Libyen, Syrien, Tunesien, Ăgypten, Irak, etc, losgelöst von den dortigen Ereignissen zu betrachten, ob Invasionen, Kriege, UmstĂŒrze oder Diktatur, ist schlicht apolitisch und zeugt von UnfĂ€higkeit. Ignoriert man dann noch die 2008 gegrĂŒndete Mittelmeerunion, die designierte weitere Transformation des Molochs „Europa“ aka „Vereinigte Staaten von Europa“ hin zu einem trikontinentalen orwellschen Block, kann man die eigentliche Motivlage der involvierten Protagonisten und FunktionĂ€re erst recht nicht nachvollziehen.
Lager in Nordafrika zu errichten plante schon der „S.P.D.“-Innenminister Otto Schily und die damalige „rotgrĂŒne“ Regierung. Vor vierzehn Jahren. Und nach einem Vorschlag des Vereinigten Königreiches und dessen „Labour“-Regierung.
Die im weitesten Sinne politische Linke in der U.S.-Hegemonie, dem sogenannten „Westen“, und explizit in dessen Labor „EuropĂ€ische Union“ erodiert gerade. Man könnte auch sagen: sie begeht Selbstmord.
Den verantwortlichen politischen SelbstmordattentĂ€tern und deren JĂŒngerInnen mag es in ihrem Wahn natĂŒrlich seltsam und unerklĂ€rlich vorkommen, dass die Menschen ĂŒberall nur noch vor ihnen weglaufen.
Nichtsdestotrotz sollten sie einmal innehalten und sich fragen, was sie da eigentlich tun.
