„Opposition“ wusste seit 18. Dezember von mandatlosen AWACS-Einsatz der Bundeswehr im Syrien-Krieg

Entgegen dem Wortlaut eines Urteils vom Bundesverfassungsgericht schickt die Regierung deutsche Soldaten in AWACS-Einheiten in den Krieg in Syrien und Irak, ohne Mandat des Parlaments. Dessen „Opposition“ tut nichts. Die Republik ist weiter außer Funktion, seit nunmehr zweieinhalb Jahren.

„Bild“-Zeitung, MilitĂ€r, Nordatlantikpakt, Kanzlerin und die Kader der „S.P.D.“ fĂŒhren derzeit wieder einmal vor, wie wertlos und verlogen ihre von der AtlantikbrĂŒcke aus gefĂŒhrte parlamentarische Scheinopposition aus „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ und „Die Linke“ ist.

Wie die „Bild“ heute Nacht schrieb (und sich magischerweise schon heute am Sonntag Morgen durch das Verteidigungsministerium bestĂ€tigen ließ), wurden „die zustĂ€ndigen AusschĂŒsse“ (soll wohl heißen: AuswĂ€rtiger Ausschuss und Verteidigungsausschuss) durch AuswĂ€rtiges Amt (das ist das Außenministerium) und das Verteidigungsministerium ĂŒber eine

„vorĂŒbergehende Verlegung von AWACS-AufklĂ€rungsflugzeugen vom StĂŒtzpunkt Geilenkirchen (NRW) auf den Einsatzflugplatz Konya in der TĂŒrkei“

informiert. Und zwar mit einem Schreiben vom 18. Januar.

Das ist natĂŒrlich ein billiger, verlogener Testballon. In Wirklichkeit laufen die AWACS-EinsĂ€tze im Krieg in Syrien und Irak bereits. Ebenso die vorbereitenden EinsĂ€tze am Boden durch SpezialkrĂ€fte. Regierung und MilitĂ€r bzw. ihre Fernbedienung in Washington und London aber, sie fĂŒhren in ihrem Hochmut ihre Scheinopposition in der Republik auch noch vor. Gleichzeitig testet die Lobby des Terrorkrieges die Kriegswilligkeit der Öffentlichkeit bwz was diese sich noch alles gefallen lĂ€sst.

Bisher lĂ€uft fĂŒr die Kriegslobby alles nach Plan. Deutschlandweit sind derzeit nur Butterbirnen und Kopierer zu sichten, die „Bild“ und Kriegslobby wirklich alles abkaufen und nicht einmal mehr in der Lage oder willens sind die einfachsten ZusammenhĂ€nge zu begreifen.

Das ĂŒber die „Bild“ in höhnischer Arroganz veröffentlichten Regierungsschreibens an ihre Prothesen von „Opposition“ aus „GrĂŒnen“ und „Linken“ spart denn auch nicht am ĂŒblichen Zynismus. Ein Bundestagsmandat fĂŒr den Einsatz brauche es nicht, so Außenamt und Verteidigungsministerium, denn:

„Der Einsatz von Waffengewalt ist derzeit nicht zu erwarten.“

Der „I.S.“ alias „I.S.I.S.“ alias „I.S.I.L“ alias „Daesh“ verfĂŒge schließlich ĂŒber keine Luftwaffe, bahahaha.. Und dann noch:

„Es gebe keine Hinweise, dass das Assad-Regime und Russland ihre Luftwaffe gegen die TĂŒrkei einsetzen wollen.“

Wie lÀcherlich dieser Staat doch ist.

Wer sich hier im Zuge der Beteiligung des offenen Angriffskrieges gegen den souverĂ€nen Staat Syrien und die Verwicklung in den 2003 begonnenen Irak-Krieg – und man denke jetzt eine Sekunde mal auch an die Hunderten von Toten, die Regierung und MilitĂ€r des N.A.T.O.-Staates TĂŒrkei derzeit auf dem eigenen Terrortorium und im Irak unter den Kurden hinterlĂ€sst – ebenfalls als wertlos im Sinne des Grundgesetzes outet, ist das Bundesverfassungsgericht. In Urteil 2 BvE 1/03 vom 7. Mai 2008 hatte es zu EinsĂ€tzen des MilitĂ€rs in AWACS-Lufteinheiten noch geurteilt:

„Hat der Einsatz
ein eigentliches militĂ€risches GeprĂ€ge, weil es ihm etwa darum geht, ein Territorium oder bestimmte Objekte vor Angriffen zu schĂŒtzen, und deuten die nĂ€heren UmstĂ€nde auf eine unmittelbar bevorstehende Verwicklung in Kampfhandlungen hin, so liegt eine Einbeziehung in eine bewaffnete Unternehmung auch dann vor, wenn die am Einsatz beteiligten Soldaten der Bundeswehr zwar selbst unbewaffnet sind, aber als wesentlicher Teil des den bewaffneten Einsatz durchfĂŒhrenden integrierten militĂ€rischen Systems handeln. (…)

Wer im Rahmen einer bewaffneten Auseinandersetzung etwa fĂŒr den Waffeneinsatz bedeutsame Informationen liefert, eine die bewaffnete Operation unmittelbar leitende AufklĂ€rung betreibt oder sogar im Rahmen seiner militĂ€rischen Funktion Befehle zum Waffeneinsatz geben kann, ist in bewaffnete Unternehmungen einbezogen, ohne dass er selbst Waffen tragen mĂŒsste.“

Wertlos! Das Bundesverfassungsgericht ist offensichtlich genauso wertlos wie die parlamentarische „Opposition“, ebenso seine Urteile. Sonst wĂ€re es angesichts der Kollaboration des gesamten Parlaments bei den laufenden verfassungswidrigen KriegseinsĂ€tzen des MilitĂ€rs bereits dazwischengesprungen. Und komme jetzt keiner mit Weihnachten.

Fazit: Die Republik ist weiter außer Funktion. Kein einziges staatliches „Verfassungsorgan“ agiert mehr als solches. Regierung, Parlament und Justiz ignorieren offen das Grundgesetz, nunmehr bereits seit zweieinhalb Jahren.

(…)

Artikel zum Thema:
11.07.2008 Mission Creep: Mit AWACS und SPD in den Weltkrieg
Gegen das Volk, gegen das Grundgesetz trainieren nun deutsche MilitĂ€rpiloten, jetzt, zu dieser Stunde, auf dem Fliegerhorst BĂŒchel den Einsatz als Atombomber. Gleichzeitig proben z.Z. 1300 „Teilnehmer“, tieffliegende Tornados und Eurofighter-Jets, im Kreis Sigmaringen den „elektronischen Kampf zwischen Luftfahrzeugen und bodengebundenen Luftverteidigungssystemen“. Also die Ausschaltung von Radarstationen.

Anm.d.Red.: Zeitangabe „dreieinhalb Jahren“ zu „zweieinhalb Jahren“ im Artikel korrigiert am 22.01.2015