China plant rasanten Klimawandel

Ökologie, Gesundheit

Die fortschreitende Industrialisierung Asiens benötigt Wasser. Viel Wasser, das buchstäblich aus der Luft gegriffen wird. Peking holt es sich mit neuen Projekten zur Wetterbeeinflussung.

Klimaforscher können alle ihre bisherigen Wettermodelle und Zukunftsprognosen zu den Akten legen. Das Vorhaben zur Wetterbeeinflussung in grossem Massstab, welches die Regierung in Peking unmittelbar in den nächsten Jahren realisieren will, droht zur weltweiten Gefahr mit unübersehbaren Folgen zu werden.

Eine Fläche von mindestens 54 Millionen Quadratkilometer des chinesischen Territoriums soll mit künstlich erzeugtem Regen versorgt werden. Sechs Zentren für regionale Wettermanipulation im Nordosten, Nordwesten, Norden, Südwesten, Südosten und in der Mitte des Staates werden eingerichtet.

60 Milliarden Kubikmeter "technologisch" erzeugtes Regenwasser pro Jahr sollen zusätzlich Agrarflächen und Wasserreservoirs (Rückhaltebecken und Staudämme) versorgen um die Nahrungsmittelproduktion und die Stromversorgung zu erhöhen.

Allein schon die bisherigen Eingriffe in die Natur mit der Umleitung natürlicher Flüsse, dem Bau von Wasserkanälen und Megastaudämmen haben unwiderbringlich Landschaften mit ihrer oft einzigartigen Fauna und Flora zerstört. Millionen von Menschen wurden zwangsumgesiedelt, die sich zuvor in den kleineren Strukturen ihrer Gemeinden selbst versorgen konnten.

Und es sind weitere Grossprojekte in Planung, im Bau so wie gerade das gestern nach zwölfjähriger Bauzeit fertiggestellte South-to-North Water Diversion Project, bei dem über eine Strecke von 1200 Kilometer südlich von Peking Wasser vom Hanjiang River nach Peking umgeleitet wird. 800 Millionen Kubikmeter Wasser werden im nächsten Jahr die Hauptstadt versorgen. Insgesamt werden über die mittlere Route 9,5 Milliarden Kubikmeter Wasser jährlich an die nördlichen Regionen geliefert, einschliesslich für die Städte Peking und Tianjin und in die Provinzen Henan und Hebei.

Wasser, das den südlichen Regionen entzogen wird und das mit der geplanten Wettermanipulation wieder kompensiert werden soll.

Bei diesen Ausmaßen an Eingriffen in die natürlichen Witterungsbedingungen kann keine Rede mehr von lokalem Wetter sein wie es zum Beispiel bei Weinbauern und Landwirten üblich ist, wenn sie zum Abregnen bei drohenden Unwettern Raketen mit Chemikalien gegen Hagelschäden in die Wolkenbänke schiessen oder wie es bei der Olympiade in China der Fall war, um so Sonnenschein während der Spiele zu garantieren.

Diese riesigen Mengen an Wasser und Luftfeuchtigkeit, die dem Boden und der Luft entzogen wird, fehlt diesen Regionen. Die Erde ist ein geschlossenes System mit nichtlinearen Wetter- und Klimaverhältnissen.

Niemand kann voraussagen, welche Auswirkungen Chinas Klima-Projekt haben wird. Schon gar nicht sind den Ergebnissen der Grundlagenforschung der National Development and Reform Commission (NDRC) und der China Meteorological Administration (CMA) mit ihrem Entwicklungsprojekt Development Planning for National Weather Modification (2014-2020) zu trauen. Schliesslich fliesst zu viel Geld hinein, denn es beinhaltet schon die komplette Bereitstellung der Funktionspläne der benötigten Anwendungstechnik mit all ihren mechanischen und elektronischen Komponenten. Das wäre das Gleiche, als würden Biotechnologiekonzerne ihre gentechnischen Produkte fertig entwickeln und eigene Unbedenklichkeitsstudien erstellen.

Es wird stets seit Jahren von Geostrategen davor gewarnt, dass die kommenden Kriege vor allem auch um Wasser neben den fossilien Brennstoffen geführt werden.

Hier haben wir eine konkrete Kriegserklärung vorliegen. Nicht nur die Nachbarländer Chinas werden betroffen sein.

Andere Staaten werden den gleichen Weg einschlagen. Es ist ein Wettrüsten um die kostbare Ressource Wasser. Aus diesem Grund, und auch wegen der Beteiligung an den lukrativen Aufträgen der internationalen Baufirmen in China, ist kein Engagement der Industrienationen und "Supermächte" mit ihren korrupten, mit der Wirtschaft verschweissten Regierungen zu erwarten. Auch nicht von den Regierungen, in deren Länder chinesische Investoren in Grossprojekte investieren, vor allem auch in Afrika. Deutsche Investoren fördern wegen der billigeren Produktionskosten die Industrialisierung asiatischer Länder, die über keine hohen Standards für den Umweltschutz verfügen.

Auf der Welt gibt es viele Länder, die von Austrocknung bedroht sind. Die einzige Chance für diesen Planeten besteht darin, gemeinsam mit zur Einsicht fähigen Politikern, Wissenschaftlern und Umweltgruppen bei entsprechenden Gremien für so grossen Druck zu sorgen, dass ein weltweites Verbot zur Wetterbeeinflussung dieses Ausmasses definitiv festgeschrieben wird.

In 2011 haben fast 400 Organisationen eine Petition gegen Afrikas höchsten Staudamm unterzeichnet. Survival International, International Rivers, die Kampagne zur Reform der Weltbank, die Counterbalance Coaltition und Friends of Lake Turkana hatten diese Initiative organisiert.

Jetzt geht es um mehr als einen Staudamm, denn weitere Staaten werden dem Beispiel Chinas folgen: der Damm ist gebrochen.

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Quelle:
http://news.xinhuanet.com/english/china/2014-12/26/c_133879686.htm
http://news.xinhuanet.com/english/china/2014-12/27/c_133882428.htm