Protest gegen Waffenexporte vor BRD-Botschaft in Mexiko

Familienmitglieder der 43 in Mexiko verschwundenen Studenten und Aktivisten haben vor der deutschen Botschaft in Mexiko-Stadt gegen RĂŒstungsexporte demonstriert. Die Protestteilnehmer forderten einen Stopp von WaffenverkĂ€ufen in das lateinamerikanische Land und verwiesen auf zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen staatlicher KrĂ€fte. „Wir rufen die deutsche Regierung dazu auf, keine Waffen mehr an den mexikanischen Staat zu verkaufen“, sagte ein Sprecher der Opferfamilien, Felipe de la Cruz, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auf einem Transparent sei zu lesen gewesen: „Eure Waffen haben meine BrĂŒder getötet. Wir wollen sie lebend zurĂŒck“, berichtet der Dpa-Korrespondent aus Mexiko Stadt.

Ende September hatten Mitglieder der lokalen Polizei im sĂŒdmexikanischen Bundesstaat Guerrero Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars angegriffen. Dabei wurden sechs Menschen getötet und Dutzende zum Teil schwer verletzt. Die Demonstranten verweisen nun darauf, dass dabei auch Waffen aus deutscher Produktion zum Einsatz kamen. Seit Wochen kursieren im Internet Fotos von Bundespolizisten und Armeeangehörigen mit Schnellfeuergewehren des deutschen Herstellers Heckler & Koch.

Unmittelbar nach den TodesschĂŒssen in Guerrero verschleppten die Polizisten 43 Studenten und ĂŒbergaben sie Zeugenaussagen zufolge einer kriminellen Bande, die sie ermordet haben soll. WĂ€hrend die mexikanische Regierung das Geschehen zunĂ€chst als lokalen Konflikt abtat, berichteten mexikanische und internationale Medien inzwischen, dass die Bundespolizei und die Armee in das mutmaßliche Massaker verstrickt sind.

In Mexiko kommt es angesichts dieser Entwicklung zu anhaltenden Protesten. Wegen der Waffenexporte gerĂ€t allerdings auch die deutsche Bundesregierung unter Druck. Sie verhandelt derzeit ĂŒber ein sogenanntes Sicherheitsabkommen mit Mexiko, das mutmaßlich die Zusammenarbeit mit PolizeikrĂ€ften intensivieren wĂŒrde, die in Menschenrechtsverbrechen verstrickt sind. Zudem garantiert die Bundesregierung keine Endverbleibskontrolle bei RĂŒstungsexporten. Im Fall von Mexiko dĂŒrfen deutsche Waffen wegen der prekĂ€ren Menschenrechtslage zwar theoretisch nicht in bestimmte Bundesstaaten verkauft werden. Praktisch wird dieses Verbot nicht kontrolliert.

Quelle: https://amerika21.de/2014/12/110201/protest-mexiko-brd-waffen

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