U.N.O. Resolution 350 aus 1974 steht dem Plan zur Zerschlagung Syriens im Weg

Die Mission der Friedenstruppen der United Nations Disengagement Observer Force (U.N.D.O.F.) zum Schutz der Grenze auf den Golanhöhen wird zur Disposition gestellt. Irland ruft alle beteiligten Staaten auf, wegen des syrischen BĂŒrgerkriegs die Mandate fĂŒr die entmilitarisierte Zone zwischen Syrien und Israel aus SicherheitsgrĂŒnden zu ĂŒberdenken und bei anhaltend gefĂ€hrlicher Lage zu beenden.

Die Organsisation der Vereinten Nationen wird kritisiert oder um Hilfe angerufen, wenn es um die Arbeit der einzelnen zustÀndigen Bereiche geht. Jede offizielle Institution wie die U.N.O. hat delegierte Abgeordnete, die die Interessen der Allgemeinheit vertreten sollen.

Die Ergebnisse der Arbeit in den Gruppen sind ein Resultat der beteiligten Personen, die unter UmstÀnden einem Interessenkonflikt zwischen ihrem eigenen Gewissen, sich an die vorgeschriebenen Bestimmungen zu halten, und den Erwartungen ihrer Auftraggeber unterliegen, die sie auf diesen Posten entsandt haben.

Das Gleiche gilt auf staatlicher Ebene fĂŒr die Regierungen demokratischer LĂ€nder, die durch einen Wahlzyklus von den aufgestellten Kandidaten der Parteien nach ihrem Einzug in die Parlamente nominiert werden. Auch hier gilt, jede Institution ist in ihrer Arbeit fĂŒr oder gegen das Wohl der Allgemeinheit an den Entscheidungen der ins Amt Berufenen zu messen.

Aber eines können die Delegierten nicht: Das universelle Recht auf Freiheit und MenschenwĂŒrde fĂŒr die Interessen des Grosskapitals, der Industriekonzerne und politischer Gruppen brechen, so sehr das immer wieder seit Beginn des Inkrafttretens der ErklĂ€rung der Menschenrechte, der Verfassungen, des Grundgesetzes versucht wird.

Diese verbrieften Rechte gilt es immer wieder zu verteidigen, denn sie kamen nur auf Druck aus der Gesellschaft zustande, nachdem zuvor Kriege, Zerstörung, Ausbeutung das zivile Zusammenleben an den Rand des Zusammenbruchs und in die Barbarei fĂŒhrten.

Unter diesem Gesichtspunkt sollte die Organisation der Vereinten Nationen als Bollwerk verteidigt werden und der öffentliche Druck muss dafĂŒr sorgen, dass dort jegliche Kumpanei und Korruption offengelegt wird – ohne fĂŒr die geplante Abschaffung als solche wegen Bedeutungslosigkeit zu sorgen. Einen anderen Schutz vor unendlicher WillkĂŒr von Staaten und Corporates hat die Menschheit bisher nicht.

Die EntfĂŒhrung von dreiundvierzig Blauhelmtruppen, die von der pazifischen Republik Fidschi zur VerstĂ€rkung der Beobachtermission United Nations Disengagement Observer Force (U.N.D.O.F.) zur Überwachung des Abkommens von 1974 zwischen Syrien und Israel entsandt wurden, ist kein isolierter lokaler, militĂ€rischer Konflikt sondern Teil des weltweiten Kampfes um Interessen, die weit entfernt von den Belangen der Menschen allgemein liegen, auch wenn Regierungsvertreter stets das Gegenteil behaupten.

Am Samstag, dem 23. August 2014 verkĂŒndete die Regierung der Phillippien den sofortigen RĂŒckzug sĂ€mtlicher Blauhelm-Truppen im kommenden Oktober von den Golanhöhen (332 Soldaten) und aus Liberia innerhalb von Jahresfrist (115 Soldaten) – und das vor der EntfĂŒhrung der Fidschi-Soldaten. Als GrĂŒnde wurden im ersteren Fall unbestimmte Bedrohung durch den hausgemachten Zirkus „Islamischer Staat“ und im zweiten Fall der Ebola-Ausbruch in Afrika genannt. Im SĂŒd-Sudan wurde vor einer Woche ein russischer Hubschrauber in Friedensmission abgeschossen – auch dieser Vorfall wie so viele weitere in der Vergangenheit an unterschiedlichen SchauplĂ€tzen mit ÜberfĂ€llen auf Organisationen der U.N.O. passt in das Bild, das von der GefĂ€hrdung von U.N.O.-Truppen vorgegeben wird um diese als Zeugen vor Ort zum RĂŒckzug aus umkĂ€mpften Krisengebieten zu bewegen.

„Bring our troops home“ – mit diesem Titel wurde am 24.August 2014 die Entscheidung des phillippinischen PrĂ€sidenten bekannt gegeben. Solange sich die Lage nicht entspannt hat, werden keine neuen Soldaten gesandt.

Der Staatschef der Phillippinen, Benigno Aquino III., strebt fĂŒr das Wahljahr 2016 eine neue Amtszeit an, die aus gutem Grund wegen der Marcos-Diktatur von der Verfassung nicht erlaubt ist und versucht diese wieder zu Ă€ndern, was einem Staatsstreich gleich kommt. Die Phillippinen als strategischer Partner sind ein langjĂ€hriger „Vasallen-Staat“ Washingtons. Die Entscheidung zum RĂŒckzug aus den Friedensmissionen der U.N.O. kann nicht ohne den Vorgaben der U.S.-Berater gefallen sein.

FĂŒnf Tage spĂ€ter kommt es am Donnerstag, den 28. August zu der EntfĂŒhrung der U.N.D.O.F.-Soldaten aus Fidschi und zur Belagerung eines phillippinischen Postens mit einhundertundsechzehn Soldaten durch „unbekannte Bewaffnete“ auf den Golanhöhen, die der „Al-Qaida“ zugeordnet wurden.

Die irische Regierung, die mit einem Kontingent Soldaten an der Mission beteiligt ist, lĂ€sst inzwischen durchdringen, dass insgesamt die Aufstellung der United Nations Disengagement Observer Force mit derzeit eintausendzweihundertunddreiundzwanzig Soldaten aus sechs LĂ€ndern einer umfangreichen ÜberprĂŒfung unterzogen werden muss, in Frage zu stellen ist und auf der nĂ€chsten U.N.O.-Sicherheitsratssitzung zu diskutieren wĂ€re.

Der irische Verteidigungsminister Simon Coveney teilte mit, dass die Soldaten der Irish Defence Forces noch ihren Auftrag bis zum Ablauf des Mandats erfĂŒllen werden. Coveney erklĂ€rte, dass aus der entmilitarisierten Zone ein Gebiet des bewaffneten syrischen BĂŒrgerkriegs geworden ist und Ă€ussert die Ansicht, dass auch alle anderen involvierten Staaten den irischen Standpunkt zur vorlĂ€ufigen Aufgabe der Mission teilen werden.

Die stationierten irischen Soldaten wurden durch Eliteeinheiten ausgetauscht, die ĂŒber modernste KampfausrĂŒstung verfĂŒgen. Auch in einer asiatischen Zeitung wurde der Abbruch der Mission wegen „SicherheitsgefĂ€hrdung“ in den Ring geworfen und spekuliert, dass Indien als Hauptmacht dem Beispiel Manilas folgen könnte.

Um diesen „BĂŒrgerkrieg“, der bis an die Golanhöhen vorgedrungen ist, vorzutĂ€uschen, wurden in Jaba, Tal Kroum und Rawadi in der syrischen Provinz Quneitra KĂ€mpfe zwischen der syrischen Armee, der Freien Syrischen Armee und der Nusra Front inszeniert. Bei den erfundenen oder echten ScharmĂŒtzeln wurde laut MilitĂ€rangaben der israelischen Armee ein israelischer Offizier verwundet. Ein britischer „Beobachter fĂŒr Menschenrechte“ in diesem Gebiet will wissen, dass zwanzig syrische Soldaten und eine unbekannte Anzahl an „Rebellen“ getötet wurden. All diese Angaben befangener Beteiligter sind nicht nachprĂŒfbar und wie so oft in der Kriegspropaganda nicht fĂŒr bare MĂŒnze zu nehmen.

Die grössten Profiteure des Abzugs der seit vierzig Jahren stationierten U.N.O.-Truppen auf den strategisch bedeutenden und an Rohstoffen reichen Gebieten der Golanhöhen an der Grenze zu Syrien sind Israel, die Vereinigten Staaten von Amerika, Saudi-Arabien, Katar und alle weiteren Staaten, Regierungen und Wirtschaftsstrategen, die von einer Zerschlagung Syriens in mehrere Teile profitieren.

Im Jahr 1982 veröffentlichte der israelische „Journalist“ Oded Yinon einen geo-strategischen Plan (Yinon Plan) zum Schutz Israels, den Jonathan Cook in dem 2008 veröffentlichten Buch „Israel and the Clash of Civilizations: Iraq, Iran and the plan to remake the Middle East“ erwĂ€hnt. Darin heisst es, dass NachbarlĂ€nder wie Syrien eine Bedrohung darstellen. Um diese zu schwĂ€chen sei es nĂŒtzlich, die Bewohner verschiedener Ethnien gegeneinander auszuspielen, eigene rivalisierende Zwergstaaten zu grĂŒnden, die wirtschaftlich und politisch von der UnterstĂŒtzung anderer Staaten abhĂ€ngig sind. Unter anderem wird dabei das Gebiet der Drusen mit der ehemaligen Hauptstadt Quneitra genannt, in dem Bereich sich die „EntfĂŒhrten“ aufhalten sollen.

Die militĂ€rische AufrĂŒstung der Kurden und der „moderaten“ Söldnertruppen, die PrĂ€sident Assad stĂŒrzen und die Phantome der „I.S.“ stoppen sollen, sind nichts anderes als ein langfristig geplantes Undercover-Unternehmen, nachdem die direkte Absetzung durch eine „oppositionelle Revolution“ in Syrien gescheitert ist. Die „Moderaten“ liessen durch Kenan Mohammed, dem Sprecher der F.S.A., schon mal wissen, dass ihre KĂ€mpfer keine Gefahr fĂŒr Israel darstellen werden. Warum sollten sie auch, sind sie doch ein Teil der vom Westen unterstĂŒtzten Gespensterarmee Israels.

Die Heuchelei Ban Ki-moons ĂŒber Verhandlungen mit den EntfĂŒhrern sind Fassade. Jeder in entsprechenden Positionen weiss Bescheid ĂŒber die wirklichen ZusammenhĂ€nge.

Angeblich wurden die Fidschi-Soldaten zu ihrer eigenen Sicherheit von den „Al-Qaida“-Rebellen aus der aktuellen Kampfeszone gekidnappt und an einen sicheren Ort gebracht, wo sie in guter Verfassung seien (Quelle: U.N.O.). U.N.D.O.F. hĂ€tte keinen Kontakt, so der U.N.O.-Chef. Aus Fidschi wurde am Freitag der gleiche Wortlaut von Brigadegeneral Mosese Tikoitoga von der Republic of Fiji Military Forces vermeldet wobei Tikoitoga das Geschehen zusĂ€tzlich so beschrieb: „Um 7.30 Uhr fuhren drei LKWs mit einhundertfĂŒnfzig Bewaffneten an das Haupttor von Position 27 und forderten die RĂ€umung des Postens binnen zehn Minuten.“

Die Kriegs- und Spionageindustrie verheddert sich mit jeden Tag zunehmend in WidersprĂŒche, veröffentlicht Meldungen dieser Art unlogischen Inhalts (I.S.I.S. köpft Journalisten / die Nusra Front ist um das Wohl von Blauhelmen besorgt und versteckt sie unversehrt vor den Kriegswirren), die keinen Sinn ergeben und dadurch als bösartige IrrefĂŒhrung entlarvt werden.

Dennoch gilt der eingangs erwĂ€hnte Appell, die Organisation der Vereinten Nationen mit ihren Menschenrechts-Statuten nicht in die geschichtliche Bedeutungslosigkeit zu versenken sondern sich zu wehren und mit AufklĂ€rungsarbeit ĂŒber HintergrĂŒnde dagegen zu halten. Wer den Willen dazu hat, findet im Internet zahlreiche Artikel zu den Machenschaften einer ganzen Industrie, die die Menschen unter Kontrolle und AbhĂ€ngigkeit bringen und halten wollen und inzwischen auch in sozialen Netzwerken von politischen Aktivisten verteilt werden.

Artikel zum Thema

12.05.2014
Israel deklariert Golanhöhe um Quneitra zur gesperrten MilitĂ€rzone und errichtet Mittel- und Langstreckenraketen-System “Mitar”

28.05.2010 Israelische Armee fackelte Naturschutzgebiet Gamla in den Golanbergen ab

Quellen:
http://www.reuters.com/article/2014/08/29/us-syria-crisis-peacekeepers-un-idUSKBN0GT2M820140829
http://www.fijitimes.com/story.aspx?id=278731
http://www.irishexaminer.com/breakingnews/ireland/coveney-we-cannot-have-irish-soldiers-dragged-into-civil-war-in-syria-640585.html
http://www.nytimes.com/2014/08/29/opinion/political-mischief-in-the-philippines.html
http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/syria-crisis-rebels-seize-border-crossing-with-israel-in-the-golan-heights-9695351.html
http://globalnation.inquirer.net/109840/bring-our-troops-home
“Greater Israel”: The Zionist Plan for the Middle East