Jet mit Präsident Morales in Europa zur Landung gezwungen: wegen Snowden

Die endlose Posse um Edward Snowden ist nicht nur surreal sondern nimmt kriminelle Züge an: bolivianischer Staatschef wird als mutmasslicher Entführer einer C.I.A.-Legende behandelt.

Alle internationalen Verträge, das Völkerrecht, ja selbst die letzten Normen von "diplomatischen Gepflogenheiten" wurden heute Nacht vom übelsten Haufen Dreck über Bord geworfen, der derzeit auf dieser Welt (noch) im Amt ist.

In der Nacht zu heute wurde der Maschine des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in zwei europäischen Staaten, Frankreich und Portugal, das Überflugrecht verwehrt. Und nicht nur das: die Präsidentenmaschine Boliviens wurde zur Landung auf dem Wiener Flughafen Schwechat gezwungen, obwohl es sich laut Flugradar schon weit in südwestlicher Richtung von der österreichischen Landeshauptstadt befand (Callsign FAB-001).

Einziger Grund war die Vermutung, dass sich der unsichtbare staatenlose Edward Snowden an Bord des Flugzeugs in Begleitung des Präsidenten befinden würde, da Morales von einem Gipfeltreffen des Forums der Gas exportierenden Länder unter Teilnahme des russischen Präsidenten Vladimir Putin aus Moskau kam.

Das Flugzeug von Präsident Morales war vom Flughafen Vnukovo dreissig Kilometer südwestlich vom Stadtzentrum gestartet. Der mutmaßliche Aufenthaltsort von Edward Snowden aber ist der Flughafen Scheremetjewo, ca. dreissig Kilometer nordwestlich von Moskau.

Gibt es einen internationalen Haftbefehl? Nein. Auslieferungsantrag der U.S.A.? Nein. Auch im Fall eines solchen gibt es keinerlei Recht das Flugzeug eines Staatschefs zu nötigen. Die Feiglinge in den staatlichen Stellen Frankreichs und Portugals hatten deshalb praktischerweise das Überflugrecht aus technischen Gründen verweigert.

Was hätte nun passieren können? Wäre die Falcon 900EX-Maschine der bolivianischen Luftwaffe bei einer Weigerung zur Landung im Luftraum der N.A.T.O. von aufsteigenden Kampfjets wegen "Eintritts eines Bündnisfalls" bedrängt worden? Der bolivianische Aussenminister David Choquehuanca erklärte dazu:

"Mit der Entscheidung der französischen und portugischen Flugbehörde wurde das Leben des Präsidenten riskiert... Wir wissen nicht, wer die Lüge erfunden hat, dass Mister Snowden an Bord ist."

Nun, es ist ein Kinderspiel, das zu erraten: Geisteskranke.

Der Verteidigungsminister von Bolivien, Ruben Saavedra teilte mit, dass die Crew derzeit (03.00 Uhr MEZ) mit Morales die Rückflugroute bespricht. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich die Maschine noch auf dem Wiener Flughafen.

"Kurz vor dem Start in Moskau erteilte Lissabon grünes Licht zum Überflug des Hoheitsgebiets vor der Überquerung des Atlantiks. Die portugiesischen Behörden haben uns gewarnt, dass wegen technischer Probleme ihr Luftraum nur überflogen, aber nicht gelandet werden kann",

so der bolivianische Verteidigungsminister.

"Die Blockade von Morales während des Fluges, die von Lissabon und Paris erlassen wurde ist ein Angriff und brutale Aggression", kommentierte der venezolanische Aussenminister, Elias Jaua, der sich in Weissrussland aufhält, den Vorfall. "

Wir bitten die Länder Lateinamerikas zu entscheiden."

Quellen:
http://www.repubblica.it/esteri/2013/07/03/news
http://www.washingtonpost.com/world/the_americas/bolivian-minister-evo-morales-plane-rerouted-to-austria-on-suspicion-snowden-on-board/2013/07/02/af7a3eb4-e366-11e2-bffd-37a36ddab820_story.html

Artikel wurde um 09.15 Uhr aktualisiert

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