„Stuttgart 21“: Will die Bundeskanzlerin einen Subventionsbetrug verantworten?

Strafanzeige wegen erschlichener EU-Mittel fĂŒr S 21 in Höhe von 114,5 Millionen Euro

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich jĂŒngst wieder so vehement fĂŒr das Projekt „Stuttgart 21“ ausgesprochen hat, wird sich fragen mĂŒssen, ob sie damit einen Subventionsbetrug gegenĂŒber der EuropĂ€ischen Union mitverantworten will. Diesen Schluss zieht das AktionsbĂŒndnis gegen Stuttgart 21 aus der Strafanzeige, die der Richter i. R. Christoph Strecker von den Juristen zu Stuttgart 21 am 19. Februar bei der Staatsanwaltschaft Berlin eingereicht hat.

Diese Anzeige richtet sich formal gegen jenen Beamten des Bundesverkehrsministeriums, der den Antrag auf EU-Subventionen unterzeichnet hat. Sie wirft den Verantwortlichen vor, „eine Subvention der EuropĂ€ischen Union in Höhe von 114.470.000 Euro erschlichen zu haben“. Die Subvention war beantragt worden mit der BegrĂŒndung, der kĂŒnftige Durchgangsbahnhof erreiche wegen der „Beseitigung des Engpasses Stuttgarter Hauptbahnhof auf den Zulaufstrecken und durch FahrstraßenausschlĂŒsse im Kopfbahnhof“ die doppelte LeistungsfĂ€higkeit (siehe Seite 13, Ziffer 4.1 im Subventionsantrag). TatsĂ€chlich aber wird mit Stuttgart 21 die LeistungsfĂ€higkeit des Hauptbahnhofs um ein Drittel verringert.

Erst nach langen Recherchen – auch bei der EU-Kommission – war Richter Strecker in den Besitz des Subventionsantrags gelangt. Dessen Inhalt wertet der Jurist und BĂŒndnissprecher Dr. Eisenhart von Loeper als klare Rechts- und Wahrheitsbeugung. Diese mit falschen Angaben erschlichene Subvention mĂŒsse die Bundesrepublik – ob ĂŒber den Rechtsweg oder freiwillig – an die EuropĂ€ische Union zurĂŒckzahlen. Der Kanzlerin drohe eine weitere europaweite Blamage, wenn sie darauf bestehe, ein ĂŒberflĂŒssiges Prestigeprojekt auch noch mit betrĂŒgerisch erworbenen Subventionen zu Lasten der EU-Kasse zu finanzieren.

Als weiteren Effekt der Strafanzeige verspricht sich das AktionsbĂŒndnis nun endlich eine öffentliche Debatte ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit des geplanten Tunnelbahnhofs. WĂ€hrend die Kostenexplosion nach jĂŒngsten Erkenntnissen der Bahn schon seit 2009 bekannt war, dĂŒrften die S21-Verantwortlichen – einschließlich MinisterprĂ€sident Kretschmann und Verkehrsminister Hermann – seit den Publikationen von wikireal.org und Dr. Christoph Engelhardt im November 2011 gewusst haben, dass Stuttgart 21 die LeistungsfĂ€higkeit des Bahnhofs nicht erhöht – schon gar nicht um 100 Prozent -, sondern vielmehr die KapazitĂ€t des zentralen Bahnverkehrsknotens im SĂŒdwesten um 30 Prozent verringert. Dies belegen auch bahninterne Unterlagen.

Strafanzeige gegen das Bundesverkehrsministerium
EU-Subventionsantrag S21