Stuttgart 21 finanziell und technisch gescheitert

Projektpartner mĂŒssen S21 jetzt gemeinsam beenden!

Stuttgart: Die ParkschĂŒtzer fordern die Projektpartner und die Bundesregierung auf, Stuttgart 21 jetzt gemeinsam zu beenden, nachdem die Beratungsfirma McKinsey im Auftrag der Bahn die Projektkosten sogar in Höhe von 6,8 Milliarden Euro berechnet hat.

„Jetzt muss Schluss sein mit dem Tunnelprojekt Stuttgart 21“, fordert Matthias von Herrmann, Pressesprecher der ParkschĂŒtzer. „McKinsey hat nun den Betrag errechnet, den unabhĂ€ngige Bahnexperten schon vor Jahren prognostiziert haben. Und McKinsey ist so ehrlich, vor weiteren Kostensteigerungen zu warnen. Das bedeutet: Jetzt mĂŒssen Ramsauer, Grube, Kretschmann und der kĂŒnftige Stuttgarter OB Kuhn schnell das Projekt gemeinsam beenden und somit noch grĂ¶ĂŸeren Schaden vermeiden. Jetzt dĂŒrfen die Verantwortlichen nicht mit dem Finger auf die anderen zeigen. Die weitere Zerstörung, die die Bahn in der Stuttgarter Innenstadt und im streng geschĂŒtzten Rosensteinpark vorhat, muss gestoppt werden. Die Verantwortlichen beim Bund, der Bahn und bei den ĂŒbrigen Projektpartnern mĂŒssen die Warnsignale in Form der McKinsey-Rechnung und in Form der massiven technischen Probleme erkennen und ernst nehmen. Beim Lenkungskreis am symbolischen Datum 21. Januar mĂŒssen die Projektpartner das Ende von Stuttgart 21 einleiten!“

Die ParkschĂŒtzer stellen fest, dass sĂ€mtliche Mehrkosten bei S21 aus der eklatanten Fehlplanung bei Stuttgart 21 resultieren.

Zu den im „Spiegel“ genannten Kostenanteilen der McKinsey-Rechnung eine EinschĂ€tzung der ParkschĂŒtzer:

„1,1 Milliarden Euro fĂŒr Planungen und Leistungen, die entweder bislang nicht angesetzt wurden oder fĂŒr die sich die bisher angesetzten Zahlen als unrealistisch erwiesen haben.“

Kommentar: Dies sind Rechen- und Planungsfehler der Bahn, die sie bisher immer negiert hat. Von wegen „am besten geplantes Projekt“.

„Rund 800 Millionen Euro, die sich aus WĂŒnschen des Landes und der Stadt ergeben. Darunter fĂ€llt neben GrundstĂŒckskĂ€ufen auch der sogenannte Filder-Dialog. Dabei wurde gemeinsam mit den BĂŒrgern die TrassenfĂŒhrung im Bereich des Flughafenbahnhofs festgelegt.“

Kommentar: Seit der Verabschiedung des Kostendeckels von 4,5 Milliarden Euro wurden von Land und Stadt keine weiteren WĂŒnsche erhoben. Eventuell ist mit den GrundstĂŒckskĂ€ufen die Pacht fĂŒr stĂ€dtische GrundstĂŒcke gemeint, die wĂ€hrend der Bauzeit durch die Bahn genutzt werden sollen. Dies hĂ€tte dann aber in die ursprĂŒngliche Kostenplanung schon einfließen mĂŒssen. Die jetzt diskutierte Filder-Alternative (weder geplant noch planfestgestellt!) ist kein Ergebnis des Filderdialogs und stellt auch keine Verbesserung dar. Sie wurde vielmehr nach dem Filderdialog von der Bahn aus dem Hut gezaubert, obwohl sie keine der Forderungen der Fildergemeinden und auch nicht den Schlichterspruch (Erhalt der GĂ€ubahn) umsetzt.

„Rund 400 Millionen Euro ergeben sich allein aus dem entstandenen Zeitverzug – unter anderem angesichts des langwierigen Schlichtungsprozesses.“

Kommentar: Der Faktencheck mit Heiner Geißler dauerte 6 Wochen und wĂ€hrend dieser Zeit baute die Bahn weiter am Grundwassermanagement – der einzigen damals aktiven Baustelle! Den Zeitverzug bei NesenbachdĂŒker, TechnikgebĂ€ude, Bahnhofstrog, Tunnel und Filderbahnhof hat sich die Bahn aufgrund ihrer eigenen Planungsfehler selbst zuzuschreiben. Die einjĂ€hrige Verzögerung beim Grundwassermanagement aufgrund der Klage des BUND hat die Bahn sich selbst zuzuschreiben, da sie den Umweltverband entgegen den Vorschriften nicht eingebunden hat. Die Ausschreibung des NesenbachdĂŒkers ist zwei Mal geplatzt, weil die Baufirmen nicht bereit waren, wie von der Bahn gefordert die Baurisiken zu tragen. Der Zeitverzug beim TechnikgebĂ€ude kam zustande, weil die Baufirma Wolff & MĂŒller höhere Kosten ansetzte und große technischen Risiken sah, die die Bahn nicht eingestand.