CSU-Parteitag: Heribert Prantl reiht sich bei den EU-Antidemokraten ein

Der ehemals pro-demokratische linksliberale Journalist Heribert Prantl vollzieht den Schwenk zum Antidemokraten der "Europäischen Union" und stellt sich vor der Wahl des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden auf die Seite von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, einem Mitglied der "Europa-Union".

Wenn ich mich daran erinnere, daß auch ich Heribert Prantl mal als liberalen und pro-demokratischen Journalisten hochgehalten habe, steht mir das ganze schaurige Ausmaß des Verrats etablierter Journalisten, Medien, Parteien und Organisationen an Republik und Verfassung wieder mal vor Augen.

Noch im Sommer 2009, vor der Bundestagswahl, war Prantl als Leuchtturm der parlamentarischen Demokratie in Funktion. Am 31.Juli schrieb er damals zum Niedergang des Bundestages (Leuchtturm Prantl über Bundestag):

"Der Ausfall des Parlaments als souveränes Verfassungsorgan bedeutet letztlich den Herzstillstand der Demokratie. Um diesen Exitus zu verhindern, hat das Bundesverfassungsgericht erste, zweite und dritte Hilfe geleistet. Mehr als Hilfe zur parlamentarischen Selbsthilfe kann das Verfassungsgericht allerdings nicht leisten. Die vormundschaftsgerichtliche Betreuung des Bundestags kann und darf nur eine vorübergehende sein. Man kann den Hund nicht zum Jagen und den Gesetzgeber nicht zur Wahrnehmung seiner Rechte tragen."

Das stimmt. Aber man kann sie dazu jagen. Und man kann die eigenen Rechte wahrzunehmen, ob mit oder ohne Parlament.

Heribert Prantl hat sich, seit er nach der Bundestagswahl 2009 praktisch abtauchte, nun offensichtlich dazu entschieden seine Rechte als Journalist dahingehend zu nutzen, um diese und alle anderen Grundrechte für die "Europäische Union" zu verraten und zu verkaufen.

Zur Zeit steht auf dem Nürnberger CSU-Parteitag die Wahl des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden an. Zur Wahl stehen das Mitglied der "Europa-Union" im Bundestag Peter Ramsauer, ebenfalls Bundesverkehrsminister, und Peter Gauweiler, der gestern noch einmal ausdrücklich betonte, daß er die von manchen vorgeschlagene "Bundesrepublik Europa" mit einem Bundesland Deutschland ablehnt und Grundgesetz und bayrische Landesverfassung verteidigt. Dazu schreibt Prantl heute in in einem gespenstischen Artikel der "Süddeutschen":

"Schon pfeift die frühere Europa-Partei CSU die Anti-Euro-Lieder Gauweilers. Er würde, er wird die CSU zurückführen ins Europa der Vaterländer. Das wäre die Spaltung der Union."

Oh mei, Prantl. "Vaterländer". Es zeigt sich, daß jeder einzelne im alten westdeutschen Establishment bis heute nicht über das geistige Niveau des Postfaschismus hinausgewachsen ist.

Auch Heribert Prantl hat sich nun in die Riege der Verächter dessen eingereiht, was er selbst einmal verteidigt hat: die Verfassung einer ganz normalen Demokratie. Er wird genauso wie alle anderen Antidemokraten und Pro-EU-Lobbyisten merken, was es heißt, trotz Privilegien, günstiger Position und quasi "eingebautem" Sieg dennoch mit Schimpf und Schande zu verlieren.

(...)

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