Die Schatten-Fraktion des Deutschen Bundestages
Im Deutschen Bundestag sitzt eine der Ăffentlichkeit weithin unbekannte Schatten-Fraktion: die Mitglieder des Vereins „Europa-Union Deutschland e.V.“. Im Bundestag haben sich die Vereinsmitglieder zusammen geschlossen zur „Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag“, die offiziell am 4.April 2007 gegrĂŒndet wurde.
Die Ziele dieser „ĂŒberparteilichen“ Schatten-Fraktion, deren Abgeordnete sich aus Mitgliedern aller oder fast aller vom Volk in den Bundestag gewĂ€hlten Parteien und ihrer Parteilisten zusammensetzen, sind darauf ausgerichtet, aus Deutschland einen „Bundesstaat“ der „EuropĂ€ischen Union“ zu machen. Ihr Verein, die nach deutschem Recht als allgemeinnĂŒtzige „Europa Union Deutschland e.V.“, richtet sich somit gegen die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung, gefĂ€hrdet den Bestand der Bundesrepublik Deutschland und verfolgt das Ziel, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beseitigen.
Nach öffentlich zugĂ€nglichen Quellen ist der Verein „Europa Union Deutschland e.V.“ die deutsche Sektion der „Union EuropĂ€ischer Föderalisten“ (UEF) mit Vereinssitz in Den Haag und einem „Generalsekretariat“ in BrĂŒssel. Die „Union EuropĂ€ischer Förderalisten“ strebt, nach eigener Aussage, die Schaffung eines „europĂ€ischen Bundesstaats“ an. Bereits 2007 schlossen sich Mitglieder der UEF in verschiedenen Mitgliedsstaaten der „EuropĂ€ischen Union“, darunter Vertreter der Jugendorganisation „Junge EuropĂ€ischen Föderalisten“ (JEF) auch aus Deutschland, zum „Netzwerk des Aktionskomitees fĂŒr einen europĂ€ischen Bundesstaat“ zusammen.
Das Bundesverfassungsgericht am 30.Juni 2009 zum sogenannten Lissabon-Vertrag in seiner Entscheidung 2 BvE 2/08 wörtlich und in Deutschland immer noch rechtsverbindlich:
„Das Grundgesetz ermĂ€chtigt die fĂŒr Deutschland handelnden Organe nicht, durch einen Eintritt in einen Bundesstaat das Selbstbestimmungsrecht des Deutschen Volkes in Gestalt der völkerrechtlichen SouverĂ€nitĂ€t Deutschlands aufzugeben. Dieser Schritt ist wegen der mit ihm verbundenen unwiderruflichen SouverĂ€nitĂ€tsĂŒbertragung auf ein neues Legitimationssubjekt allein dem unmittelbar erklĂ€rten Willen des Deutschen Volkes vorbehalten âŠ
Das Grundgesetz setzt damit die souverÀne Staatlichkeit Deutschlands nicht nur voraus, sondern garantiert sie auch. ..
Das Grundgesetz ermĂ€chtigt die deutschen Staatsorgane nicht, Hoheitsrechte derart zu ĂŒbertragen, dass aus ihrer AusĂŒbung heraus eigenstĂ€ndig weitere ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr die EuropĂ€ische Union begrĂŒndet werden können. Es untersagt die Ăbertragung der Kompetenz-Kompetenz. ..
Auch eine weitgehende VerselbstĂ€ndigung politischer Herrschaft fĂŒr die EuropĂ€ische Union durch die EinrĂ€umung stetig vermehrter ZustĂ€ndigkeiten und eine allmĂ€hliche Ăberwindung noch bestehender Einstimmigkeitserfordernisse oder bislang prĂ€gender Regularien der Staatengleichheit kann aus der Sicht des deutschen Verfassungsrechts allein aus der Handlungsfreiheit des selbstbestimmten Volkes heraus geschehen.“
Dem Wortlaut dieses Urteils entsprechend ist der Verein „Europa-Union Deutschland e.V.“ als verfassungsfeindlich einzustufen und zu verbieten.
Zur weiteren juristischen Bewertung kann man feststellen, daĂ die Mitglieder des Vereins „Europa-Union Deutschland e.V.“ im deutschen Parlament offensichtlich ĂŒber ein „MindestmaĂ an fester Organisation und eine abschlieĂende Rollenverteilung“ verfĂŒgen. Ebenso beinhaltet der Verein eine „gegenseitige Verpflichtung der Mitglieder auf einen gemeinsamen Verbandszweck“.
Folgende namentlich bekannte Mitglieder des Vereins „Europa-Union Deutschland e.V.“, welche als Abgeordnete direkt vom Volk, oder ĂŒber Parteilisten in den Deutschen Bundestag gewĂ€hlt wurden, oder ungewĂ€hlt ĂŒber Ăberhangmandate ins Parlament einzogen, werden hier nun nach Parteienzugehörigkeit aufgelistet.
SPD:
Uta Zapf
Heidemarie Wieczorek-Zeul
Ute Vogt
Franz Thönnes
Martin Schwanholz
Angelica Schwall-DĂŒren
Frank Schwabe
Axel SchÀfer
Marlene Rupprecht
Michael Roth
Johannes Pflug
Kirsten LĂŒhmann
Gabriele Lösekrug-Möller
Christian Lange
Susanne Kastner
Johannes Kahrs
Josip Juratovic
Christel Humme
Gustav Herzog
GĂŒnter Gloser
Gabriele Fograscher
Edgar Franke
Petra Ernstberger
Elvira Drobinski-WeiĂ
Martin Dörmann
Gerd Friedrich Bollmann
Klaus Barthel
Doris Barnett
Heinz-Joachim Barchmann
Sabine BĂ€tzing
Rainer Arnold
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen:
Manuel Sarrazin
Tabea RöĂner
Lisa Paus
Omid Nouripour
Sylvia Kotting-Uhl
Katja Keul
Ingrid Hönlinger
Kai Gehring
Hans-Josef Fell
Birgitt Bender
Marieluise Beck
CDU:
Peter Altmaier. Altmaier ist „EU-Beamter“, als solcher „beurlaubt“ und PrĂ€sident von „Europa-Union Deutschland e.V.“
Norbert Barthle
Steffen Bilger
Wolfgang Börnsen
Helge Reinhold Braun
Leo Dautzenberg
Thomas Dörflinger
Ingrid Fischbach
Axel Fischer
Hartwig Fischer
Erich G. Fritz
Hans-Joachim Fuchtel
Ingo GĂ€dechens
Thomas Gebhart
Alois Gerig
Eberhard Gienger
Peter Götz
Markus GrĂŒbel
Stephan Harbarth
JĂŒrgen Hardt
Rudolf Henke
Michael Hennrich
Ansgar Heveling
Egon JĂŒttner
Andreas Jung
Franz Josef Jung. Weltbester Verteidigungsminister, Bombenabwurf-Spezialist fĂŒr Besatzungszonen in Zentralasien und danach einen Monat lang immerhin als Punchingball brauchbares Mitglied des zweiten Merkel-Kabinetts.
Bernhard Kaster
Stefan Kaufmann
Roderich Kiesewetter. War bis zu seiner Ernennung…war bis zu seiner Wahl zum CDU-Bundestagsabgeordneten in 2009 Oberst beim Kommando Operative FĂŒhrung EingreifkrĂ€fte (KdoOpFĂŒEingrKr). Ist Mitglied im AuĂen-Ausschuss, im EU-Ausschuss („Ausschuss fĂŒr Angelegenheiten der EuropĂ€ischen Union„), Obmann der CDU-Bundestagsfraktion fĂŒr „AbrĂŒstung“ und „RĂŒstungskontrolle“, „zivile KrisenprĂ€vention“ und „vernetzte Sicherheit“. AuĂerdem fĂŒhrt Kiesewetter die Delegation Deutschlands in der „parlamentarischen Versammlung“ der 2008 gegrĂŒndeten Mittelmeerunion. Des Weiteren ist MdB Kiesewetter Mitglied der Deutsch-Britischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik (DGAP e. V.) und im Lions-Club (Motto: „Freiheit, Geheimdienst, Sicherheit unserer Nation“, „Liberty, Intelligence, Our Nation‘s Safety).
Eckart von Klaeden. Staatsminister von Frau Dr.Merkel im Kanzleramt.
Volkmar Klein
Julia Klöckner
Axel Knoerig
Jens Koeppen
Rolf Koschorrek
Gunther Krichbaum
GĂŒnter Krings. Ex-Vorsitzender und Mitglied des „Parlamentarischen Beirates fĂŒr nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestages“. In dessem Bericht zur Umsetzung der 2001 beschlossenen „EuropĂ€ischen Nachhaltigkeitsstrategie“ vom MĂ€rz dieses Jahres heisst es:
„Um die fĂŒr die Umsetzung der Ziele erforderliche Verbindlichkeit zu erreichen, mĂŒssen nationale Parlamente und das EuropĂ€ische Parlament kĂŒnftig angemessen in den Entwicklungs- bzw.
Ăberarbeitungsprozess der Strategien eingebunden werden. Bei der Strategie Europa 2020 war das nicht der Fall. Angesichts der geplanten ĂberprĂŒfung der EuropĂ€ischen Nachhaltigkeitsstrategie in 2011 fordert der PBNE deshalb die frĂŒhzeitige Einbindung der nationalen Parlamente sowie des EuropĂ€ischen Parlaments.“
RĂŒdiger Kruse
Ingbert Liebing
Matthias Lietz
Carsten Linnemann
Patricia Lips
Jan-Marco Luczak
Karin Maag
Michael Meister
Philipp MiĂfelder. Man könnte ihn auch das kĂŒnstliche Nachwuchshirngelenk der „Christlich-Demokratischen Union Deutschlands“ nennen. Nochmal: der „Christlich-Demokratischen Union Deutschlands“. Nochmal: der „Christlich-Demokratischen Union Deutschlands“.
Michaela Noll
Eduard Oswald. Vize-PrÀsident des Deutschen Bundestages. (!)
Michael Paul
Joachim Pfeiffer. Ehemals Mitglied der Stuttgarter Burschenschaft Euromania. Oh, ich habe mich verschrieben.
Klaus Riegert
Erwin RĂŒddel
Anita SchÀfer
Wolfgang SchĂ€uble. Also so eine Ăberraschung.
Georg Schirmbeck
Patrick Schnieder
Kristina Schröder. Die von Kanzlerin Angela Merkel in 2009 vorgeschlagene und vom damaligen PrĂ€sidenten Horst Köhler ernannte Bundesministerin fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wie jeder weiss, werden Minister in Deutschland nicht vom Parlament gewĂ€hlt. DafĂŒr haben sie selbst dessen Kompetenzen und wirken in BrĂŒssel in den insgesamt 10 MinisterrĂ€ten als Gesetzgeber fĂŒr die gesamte „EuropĂ€ische Union“, auch in Deutschland.
Ole Schröder. Seit 2009 parlamentarischer StaatssekretÀr beim Bundesinnenministerium. Oder ist das schon das deutsche Landesinnenministerium? Man kommt irgendwie ganz durcheinander. Immerhin sammelte Schröder als Rechtsanwalt bei White & Case schon mal Erfahrung in Insolvenzverwaltung.
Bernhard August Schulte-DrĂŒggelte
Reinhold Sendker
Patrick Sensburg
Thomas Silberhorn
Christian Freiherr von Stetten. Besitzt auch die Schweizer StaatsbĂŒrgerschaft, etwas, was ganz ohne Zweifel entweder fĂŒr die Einen, oder fĂŒr die Anderen noch einmal nĂŒtzlich sein wird.
Gero Storjohann. Stellvertretender Vorsitzender des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages. Sicherlich dann und wann eine recht nĂŒtzliche Funktion, wenn man die Vereinsziele der „Europa-Union e.V.“ berĂŒcksichtigt.
Thomas Strobl. Thomas Strobl ist Vorsitzender des Bundestags-Ausschusses fĂŒr WahlprĂŒfung, ImmunitĂ€t und GeschĂ€ftsordnung, vielleicht ein kleiner Interessenskonflikt.
Stefanie Vogelsang
Johann David Wadephul
Peter WeiĂ. Ein exemplarisches Beispiel. Als mitfĂŒhlender Konservativer in der Caritas und im Beirat ihrer mitfĂŒhlenden Pax-Bank, als Delegierter im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und als Vorsitzender der Vorsitzender der „Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft“ CDA Sachsen, spricht sich der Mandatsnehmer WeiĂ nach dem Bundesverfassungsgerichts-Urteil vom Februar 2009 zu den ArmutssĂ€tzen von Hartz IV fĂŒr deren weitere Absenkung aus.
Ingo Wellenreuther.
Annette Widmann-Mauz
Willi Zylajew
CSU:
Dorothee BĂ€r
Norbert Geis
Michael Glos
Wolfgang Götzer
Stephan Mayer
Hans Michelbach
Marlene Mortler
Gerd MĂŒller
Stefan MĂŒller
Georg NĂŒĂlein. Nebenberuflich Dozent an der Bankakademie in Frankfurt.
Peter Ramsauer. Bundesminister fĂŒr Zeitlupe, Asche-Wolken und schnellstmögliche Abgabe der Lufthoheit an Konzerne und EU im Zuge der bis 2020 angelegten Agenda „Single European Sky“.
Albert Rupprecht
Christian Schmidt. Seit 2005 parlamentarischer StaatssekretÀr im Verteidigungsministerium. Im Verteidigungsministerium. Im Verteidigungsministerium von was?
FDP:
Christine Aschenberg-Dugnus
Klaus Breil
Angelika Brunkhorst
Bijan Djir-Sarai
Rainer Erdel
Edmund Peter Geisen
Heinz Golombeck
Elke Hoff
Birgit Homburger
Werner Hoyer
Hellmut Königshaus. Auch eine herbe EnttĂ€uschung. Der Beauftragte des Parlaments fĂŒr die Soldaten, die ihren Eid auf das Grundgesetz abgelegt haben, arbeitet daran es als Verfassung der Republik zu entmachten.
Sibylle Laurischk
Harald Leibrecht
Michael Georg Link
Oliver Luksic
Horst Meierhofer
Patrick Meinhardt
Petra MĂŒller
Birgit Reinemund
Frank SchĂ€ffler. Wer es nun nicht begriffen hat, auf was dieser „Euro-Skeptiker“ in Wirklichkeit abzielt, der zieht mit am Strick um den Hals dieser Republik.
Joachim Spatz
Max Stadler. Eine furchtbare EnttÀuschung. Eine furchtbare EnttÀuschung.
Carl-Ludwig Thiele. Vorstandsmitglied der Bundesbank. Von 2002 bis 2010 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion.
Stephan Thomae
Florian Toncar
Volker Wissing
Folgende ehemalige Mitglieder des Bundestages / der Bundesregierung waren oder sind Mitglieder des Vereins „Europa-Union Deutschland e.V.“:
Holger Haibach (CDU)
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
Abgeordnete der Partei „Die Linke“ sind offiziell nicht als Mitglieder von „Europa-Union e.V.“aufgefĂŒhrt. Es sei hier aber aus der Abschiedsrede von Oskar Lafontaine als Bundesvorsitzender der Partei vom 15.Mai 2010 zitiert:
„Die europĂ€ische Wirtschaftsregierung â wir haben sie lange Jahre gefordert, auch im Bundestag, immer wieder. Wir haben darauf hingewiesen, dass es nicht anders geht. Da braucht man gar nicht einen tiefen Einblick in die ZusammenhĂ€nge haben. Es war doch so, dass die Griechen immer ihre Löhne zu stark erhöht haben.“
SĂ€mtliche Abgeordnete des Bundestages sind nicht nur Mitglieder der Partei, welche die BĂŒrger Deutschlands gewĂ€hlt haben. Alle Abgeordneten sind zudem Mitglieder einer Einheitspartei innerhalb der „EuropĂ€ischen Union“. Die EU-Parteien und ihre Ableger in Deutschland.
âSozialdemokratische Partei Europasâ SPE: SPD
„EuropĂ€ische Volkspartei“ EVP: CDU und CSU
âEuropĂ€ische GrĂŒne Parteiâ: BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen
âEuropĂ€ische Liberale, Demokratische und Reformparteiâ ELDR: FDP
âEuropĂ€ische Linkeâ: Die Linke
Am 23.September soll sich im Zuge der finanziellen ErmĂ€chtigungsgesetze zur Schaffung einer ĂŒberstaatlichen Finanzorganisation mit völkerrechtlich eigenem Status, dem sogenannten „EuropĂ€ischen Stabilisierungsmechanismus“ ESM, zum zweiten Male die Demokratie auf deutschem Boden selbst abschaffen. Die ab 2013 geplante ESM-Organisation soll nach Plan nicht einmal EU-Recht unterstehen, Banker als Direktoriums-Mitglieder ermöglichen und unbegrenzte Geldmittel von den Mitgliedsstaaten der „EuropĂ€ischen Union“ mit Euro-Finanzsystem anfordern dĂŒrfen.
Wieder heisst es nun, die Entmachtung der Demokratie in Deutschland, ja die Zerschlagung der Repubublik, das sei doch alles fĂŒr einen guten Zweck – diesmal nicht zum Schutze des „Vaterlandes“ Deutschland, sondern zum Schutze seiner WĂ€hrung. Statt „Geld oder Leben“ heisst es „Euro oder Demokratie“. Erst mĂŒsse alles schlimmer werden. Dann erst könne es besser werden.
Jeder StaatsbĂŒrger, der noch ein Interesse daran hat einer zu sein, muss wissen – und das heisst fragen – fĂŒr wen „sein“ Abgeordneter und „seine“ Abgeordnete in Wirklichkeit arbeitet und tatsĂ€chlich entscheidet.
Keiner kann sich jetzt mehr drĂŒcken.
