USA will Krieg in Afghanistan – Verhandlungen sind tabu
Die Zeit wirft China vor, Kupferbergbau in dem mit NATO-Soldaten blutgetrÀnkten Land zu betreiben.
Es gab vor der Afghanistan-Konferenz im Dezember in London und auch ansonsten oft gerade von westlicher Seite vorgeschlagen die Meinung, dass der Krieg in dem Land so nicht zu gewinnen ist, wenn er wie bisher nur auf militĂ€rische Macht der alliierten StreitkrĂ€fte der NATO-VerbĂŒndeten durchgefĂŒhrt wird. Es hiess, ohne Verhandlungen, ohne Konsens zu einem Waffenstillstand und der eventuellen Regierungsbeteiligung der Warlords und FĂŒhrer der AufstĂ€ndigen könnten keine Wahlen und Frieden in dem Land einziehen.
Das ist von den Vereinigten Staaten von Amerika auch nicht gewĂŒnscht, man setzt auf Eskalationsstrategie und asymetrische KriegsfĂŒhrung – eine SpezialitĂ€t des CENTCOM-Chefs General Petraeus. Das dieser das Zepter ĂŒber die US-Regierung in der Hand hat wurde am 29.MĂ€rz wieder deutlich: Krieg, Krieg, Krieg ĂŒber alles. Der US-PrĂ€sident Barack Obama, US-Verteidigungsminister Robert Gates und die US-Aussenministerin Hillary Clinton fressen dem General mittlerweile ganz offen aus der Hand, wenn es darum geht, in Afghanistan nicht ein StĂŒckchen NormalitĂ€t zuzulassen.
Robert Gates sagte am Wochenende vor dem Senat, dass es noch zu frĂŒh sei, die Versöhnung mit hochrangigen militanten FĂŒhrern zu suchen.
„Die Verlagerung der Dynamik ist noch nicht stark genug, um die Taliban-FĂŒhrer in der Tat zu ĂŒberzeugen, es wĂŒrde nur ins Leere laufen. Erst wenn sie selber Zweifel an ihrem Sieg hegen, sind sie unter UmstĂ€nden bereit, den Beginn zu einem Deal zu machen. Und ich glaube nicht, dass wir soweit sind.“
erklÀrte Gates.
US-Aussenministerin Hillary Clinton ging noch einen Schritt weiter und sagt deutlich, dass die TĂ€tigkeiten in Kabul fĂŒr Washington Anlass zur Sorge seien.
„Wir sind teilweise besorgt ĂŒber die Reintegration und die VersöhnungplĂ€ne, die die Regierung Karzai unternommen hat.“
sagte sie nach Angaben der pakistanischen Zeitung Dawn.
Der US-PrĂ€sident flog am 28.MĂ€rz zu einem im Vorfeld aus SicherheitsgrĂŒnden geheim gehaltenen Besuch zu Hamid Karzai nach Kabul, um diesem die Leviten zu lesen. Der afghanische PrĂ€sident war am Tag zuvor bei dem iranischen PrĂ€sidenten Mahmud Ahmadineschad zu einem Gegenbesuch gereist. Obama hielt in der US-MilitĂ€rbase Bagram eine flammende Rede fĂŒr den weiteren Kriegseinsatz vor den anwesenden US-MilitĂ€rs, die vom Weissen Haus auf Youtube gestellt wurde. Böse Erinnerungen werden bei diesem Anblick wach, Obama fĂŒhlt sich ganz offensichtlich in dieser Rolle als Oberbefehlshaber des US-MilitĂ€rs wohl und scheint sie zu geniessen:
Das Weisse Haus hĂ€tte seinen Ărger ĂŒber Karsai nicht verhehlt und drohe mit der KĂŒrzung von Aufbauhilfe, wenn es korrupte Politiker in die Regierung hole, schrieb am 29.MĂ€rz die Zeit. (2)
Da die USA wissen, wie die Strukturen in Afghanistan aufgebaut sind, an denen sie einen gewissen Anteil haben, ist das Ganze reinste Rhetorik und als sehr hinterhĂ€ltig zu bezeichnen. Die Korruption in dem Land ist nicht zuletzt der Drogenindustrie geschuldet, die einen blĂŒhenden Aufschwung in den letzten neun Jahren erlebte, vor allem in den von den US-Truppen kontrollierten Gebieten.
In dem Artikel der Zeit von Christoph von Marschall hiess es weiter
„Karsai versucht sich dem wachsenden Druck zu entziehen, indem er China und Iran hofiert. In der vergangenen Woche reiste er drei Tage durch China. Peking investiert in die Förderung der wenigen afghanischen BodenschĂ€tze, wie zum Beispiel Kupfer, und streicht damit aus US- Sicht die Vorteile der verbesserten Sicherheit ein, fĂŒr die Amerika und andere Nato-Staaten mit dem Blut ihrer Soldaten und Milliarden Hilfsgeldern bezahlt haben.“
Mit anderen Worten soll das heissen, China setzt sich ins gemachte „NATO“-Nest, allerdings in eines voller unnötiger Dornen.
Pech fĂŒr die NATO-LĂ€nder, dass es normal und usus ist, sich GeschĂ€ftspartner zu suchen, die nicht mit der Waffe in der Hand bei einem in der HaustĂŒr stehen und Bomben und Raketen auf die Angehörigen werfen. Denen das dann auch noch vorzuwerfen zeigt eine Verworfenheit, die ihresgleichen auf diesen Planeten sucht.
29.11.2006 Afghanistan:Der Kupfer-Krieg
Das Kupfergebiet in Aynak wird beherrscht von Truppen des KriegsfĂŒrsten und ehemaligen kurzzeitigen Herrschers Gulbuddin Hekmatyar. Dieser gilt auch und gerade âwestlichenâ Quellen zufolge als machthungrig und skrupellos, auĂerdem soll er die âTalibanâ und âOsama Bin Ladenâ unterstĂŒtzen.
Nun stellen aber zunehmend auch US-Medien die Frage, wer sich denn hinter diesem Schlagwort âTalibanâ eigentlich verbirgt â vielleicht gerade solche Figuren wie Hekmatyar, die schon so ziemlich mit jedem verbĂŒndet und verfeindet waren…Dazu paĂt auch, daĂ es GeheimgesprĂ€che zwischen dem Karzai-Regime, also den US-Besatzern, und Hekmatyar ĂŒber einen Pakt oder Waffenstillstand gegeben hat, auch von GerĂŒchten ĂŒber eine Aufteilung des Landes ist zu hören.
Quellen:
(1) http://www.dawn.com/wps/wcm/connect/dawn-content-library/dawn/the-newspaper/front-page/19-kabuls-move-for-talks-with-top-taliban-upsets-us-930-hh-04
(2) http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-03/obama-karzai-iran-china
