Schwedisches Verteidigungsministerium untersucht angebliche syrische „Giftgas-Proben“
Unter Berufung auf eine ErklĂ€rung des schwedischen MilitĂ€rexperten Ake Sellstrom in dem staatlichen Fernsehsender SVT sowie auf den Sender TV4 berichten heute die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti und die aserbaidshanische Agentur Trend, dass die aus Syrien eingeholten Proben in dem Labor der Swedish Defence Research Agency des Verteidigungsministeriums in Umea nach chemischen Kampfmitteln untersucht werden. Die Ergebnisse werden in zwei Wochen erwartet. Möglicherweise wĂŒrde auch ein Teil der Substrate in finnische Labore geschickt, hiess es.
Die Experten im Auftrag der U.N.O. verliessen am Freitag das syrische Staatsgebiet mit einem vom deutschen AuswĂ€rtigen Amt gecharterten Flugzeug. Laut dem deutschen Aussenminister Guido Westerwelle wird die Mission der unabhĂ€ngigen Chemiewaffenexperten in Syrien personell, logistisch und materiell von dem durch B.N.D.-Affairen und weiteren inlĂ€ndischen Geheimdienstskandalen schwer erschĂŒtterten deutschen Rechtsstaat unterstĂŒtzt.
Die Bundesregierung steht offen auf der Seite der eingedrungen syrischen ParamilitÀrs, die durch indirekte Hilfe finanziert werden.
Am 2. September 2013 empfing Westerwelle den Vorsitzenden der „Nationalen Koalition der Syrischen Opposition“, Ahmad Jarba. In Berlin wurde von Deutschland, den Vereinten Arabischen Emiraten, der syrischen „Nationalen Koalition“ sowie der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) der Rahmenvertrag fĂŒr den sogenannten Wiederaufbaufonds Syrien (Syria Recovery Trust Fund) abgeschlossen. Nur allein dieser Vertrag zur „Wiederaufbauhilfe“ kostet den deutschen Steuerzahlern ungefragt 10 Millionen Euro.
BegrĂŒndet wird die Wahl des militĂ€rischen Chemiewaffen-Labors des schwedischen Verteidigungsministeriums damit, dass es das einzige auf der Welt ist, dass von der Organisation fĂŒr das Verbot von Chemiewaffen („Organization for the Prohibition of Chemical Weapons“, O.P.C.W.) offiziell fĂŒr ihre Analysen zugelassen ist und ĂŒber die notwendigen AusrĂŒstungen und Erfahrungen dieses Typs von Chemikalien verfĂŒgt.
Schweden ist kein Mitglied des Nordatlantikpakts, wird aber als nĂ€chster Beitrittskandidat sowie auch Finnland in einem Artikel auf der N.A.T.O.-InternetprĂ€zenz vom 9.August 2013 genannt. Das schwedische und finnische MilitĂ€r unterhĂ€lt engste Beziehungen als Mitglied im Programm „Partnership for Peace“ (PfP) der N.A.T.O. zu dem westatlantischen BĂŒndnis.
„Sweden could be seen as the most enthusiastic contributor to NATO missions, and possibly the one that has edged closest to actually joining. The perception that an unreformed Russia presented a growing threat combined with a feeling that the EUâs CSDP might be insufficient security insurance could yet instigate a Swedish application to join „, (N.A.T.O.).
Eine UnabhĂ€ngigkeit der Untersuchungen dĂŒrfte unter diesen Bedingungen als sehr fraglich einzuordnen sein.
Es ist anzunehmen, dass der U.S.-amerikanische PrĂ€sident mit seinem Begleitpersonal, der vor seinem Eintreffen zum G-20-Treffen in Sankt Petersburg morgen zu einem zweitĂ€gigen Staatsbesuch nach Schweden fliegt, das Thema „Chemiewaffen-Einsatz“ auf der Agenda hat. Es sind GesprĂ€che mit dem schwedischen Premierminister geplant.
In Stockholm werden heftige Protestaktionen wegen der EnthĂŒllungen des N.S.A.-Abhörproramms erwartet.
Die schwedische Zeitung „The Local“ rief gestern alle Einwohner von Stockholm auf, ihre Fahrzeuge morgen und ĂŒbermorgen zu Hause zu lassen, denn der Verkehr wird durch Absperrungsmassnahmen in Teilen der Hauptstadt zum Erliegen kommen. Die U-Bahnstation in der NĂ€he des Königlichen Palastes und am Grand Hotel, in dem die U.S.-Delegation mit ihrem PrĂ€sidenten logiert, bleibt geschlossen. Auch die Zubringerautobahn E4 zum Flughafen Arlanda wird komplett wegen der Besucher mit der Air Force One fĂŒr zwei Tage ohne RĂŒcksicht auf die hohen wirtschaftlichen EinbuĂen abgeriegelt.
Obama wird ausserdem – als Geste gegenĂŒber dem israelischen Staat und/oder dem jĂŒdischem Volk – die Grosse Synagoge von Stockholm sowie das Royal Institute of Technology (Kungliga Tekniska Högskolan, KTH), die Königliche Technische Hochschule – aufsuchen.
Von einem Empfang oder Treffen mit Vertretern des schwedischen Königshauses wird nichts berichtet. Schon einmal schlug der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika im Dezember 2009 ein ihm zu Ehren vorbereitetes Mittagessen im norwegischen Palast zur Friedensnobelpreisverleihung vor Ort plötzlich wegen dringender „hĂ€uslicher“ Angelegenheiten aus (Obama meidet die Tafel des Königlichen Hofs in Oslo) und brĂŒskierte die gesamte internationale Weltpresse mit der Ablehnung einer Pressekonferenz anlĂ€sslich seiner hohen Ehrung (Obama flieht die internationale Presse in Oslo).
FĂŒr das syrische Volk bleibt nur zu hoffen, dass es unter diesen amerikanisch-europĂ€ischen VerhĂ€ltnissen keinen Grund gibt, noch mehr zu leiden als in den letzten zwei Jahren.
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Quellen:
http://en.trend.az/regions/world/europe/2185274.html
http://en.ria.ru/world/20130903/183130632/Swedish-Lab-to-Study-UN-Teams-Syria-Samples—Paper.html
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Aktuelle_Artikel/Syrien/130902-BM-Jarba.html
http://www.nato.int/docu/review/2013/Partnerships-NATO-2013/NATOs-neutral-European-partners/EN/
http://www.thelocal.se/50006/20130902/