Joachim Gauck: Zitate eines Antidemokraten und Extremisten

Joachim Gauck ist von den Parteileitungen von SPD und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Cem Özdemir und Renate KĂŒnast als favorisierter Kandidat dieser Parteien fĂŒr die nach Grundgesetz zwingend bis zum 18.MĂ€rz abzuhaltende Bundesversammlung und das Amt des BundesprĂ€sidenten bestĂ€tigt worden. Hier nun Zitate und Aussagen des von SPD und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen favorisierten, sowie auch aus der FDP und „pro-europĂ€ischen“ bzw „föderalistischen“ Antidemokraten unterstĂŒtzten PrĂ€sidentschaftskandidaten Joachim Gauck.

Gauck zu Montagsdemonstrationen 2004: „töricht und geschichtsvergessen“

2004 beginnen Montagsdemonstrationen der Bevölkerung in der Berliner Republik gegen die sogenannten Hartz-Gesetze, die vom Industrie-Manager Peter Hartz (Mitglied der SPD und der „Gewerkschaft“ IG Metall) nach Konzept des 1999 erschienenen Schröder/Blair-Papiers („Die SchwĂ€chen der MĂ€rkte wurden ĂŒber-, ihre StĂ€rken unterschĂ€tzt“, 1) durch alle damaligen Bundestagsparteien, SPD, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, FDP, CDU und CSU und mit UnterstĂŒtzung des „Deutschen Gewerkschaftsbundes“ (DGB) beschlossen worden waren. Joachim Gauck erklĂ€rt dazu im August 2004, es sei

„töricht und geschichtsvergessen, wenn der Protest gegen Sozialreformen unter dem Titel Montagsdemonstration stattfindet“. (2)

Kontext der damaligen Hetze gegen die basisdemokratisch, allein gegen alle politischen Organisationen aus der Bevölkerung heraus organisierten friedlichen Großdemonstrationen: der damalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) spricht von einer Beleidigung der Zivilcourage, welche die ostdeutsche BĂŒrgerrechtsbewegung 1989 gezeigt hĂ€tte. Vera Lengsfeld (CDU) Ă€ußert in der „Bild“-Zeitung, „dass das Erbe der BĂŒrgerrechtsbewegung hier instrumentalisiert wird“.

Gauck zu Stuttgarter Montagsdemonstrationen Dezember 2010: „man muss sich darĂŒber freuen, dass BĂŒrger an der demokratischen Willensbildung teilnehmen.“

In einem am 30. Dezember 2010 im „Tagesspiegel“ (3) erschienenen Exklusiv-Interview wertet Joachim Gauck (die GrĂŒnen stehen in Baden-WĂŒrttemberg wegen ihrem angeblichen Eintreten gegen das Industrie-Programm „Stuttgart 21“ bereits bei 29 Prozent in den Umfragen) nach zum damaligen Zeitpunkt 57 Montagsdemonstrationen in Stuttgart die dortigen BĂŒrgerprotest gegen das S21-Programm als gutes Zeichen fĂŒr die Demokratie:

„Egal, wie man die Proteste ĂŒber Stuttgart 21 inhaltlich bewertet, muss man sich darĂŒber freuen, dass sich BĂŒrger von ihren Sofas erheben und an der demokratischen Willensbildung teilnehmen.“

Gauck zu Stuttgarter Montagsdemonstrationen Oktober 2011: Warnung vor „Protestkultur“, die „aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht“

16. Oktober 2011, eine Veranstaltung der Zeitung „Die Zeit“ (Zeit Matinee) des Holtzbrinck-Verlages in den Hamburger Kammerspielen (4). Joachim Gauck Ă€ußert sich kurz vor der mittlerweile 95. Stuttgarter Montagsdemonstration gegen das regionale S21-Umbauprogramm erneut ĂŒber die Stuttgarter BĂŒrgerbewegung  und warnt vor einer „Protestkultur“,

„die aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht“

Joachim Gauck entdeckt in der allein gegen alle Partei-Organisationen aus dem Nichts aufgebauten BĂŒrgerbewegung, deren Anliegen spĂ€ter 1.5 Millionen Badener und WĂŒrttemberger in einer Volksabstimmung ihre UnterstĂŒtzung geben, den Ausdruck einer „deutschen Neigung zu Hysterie und Angst“, die er „abscheulich“ nennt.

Gauck: Debatte ĂŒber Kapitalismus „unsĂ€glich albern“

16. Oktober 2011, „Zeit Matinee“ in den Hamburger Kammerspielen (4). Joachim Gauck Ă€ußert hinsichtlich der weltweiten Proteste gegen das international gesetzfreie Finanz- und Wirtschaftssystem Kapitalismus, das in keiner einzigen Verfassung eines Staates der Welt zwingend vorgeschrieben ist, daß er schon die ganze Debatte darĂŒber fĂŒr „unsĂ€glich albern“ halte. Der Traum von einer Welt, in der man sich der „Bindung“ der GeldmĂ€rkte entledigen könne, sei eine „romantische Vorstellung“. Es werde keine dauerhafte Protestbewegung gegen die Banken und das Finanzsystem geben, so Gauck:

„Das wird schnell verebben“.

Der oft als „ex-DDR-BĂŒrgerrechtler“ titulierte Gauck zieht die Proteste gegen die Diktatur des Kapitals, gerade im Euro-System, in die NĂ€he der Diktatur des DDR-Regimes:

„Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.“

Gauck: politische Entscheidungen nicht von der „GefĂŒhlslage der Nation“ oder von Wahlen abhĂ€ngig machen.

16. Oktober 2011, „Zeit Matinee“ in den Hamburger Kammerspielen (4). Joachim Gauck Ă€ußert sich zum Atomausstiegsgesetz der Merkel-Regierung, welches ein Abschalten aller Atommeiler bis zum Jahre 2023 vorsieht (dem Gesetz haben BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen zugestimmt). Gauck Ă€ußert,

„man könne wichtige politische Entscheidungen, wie etwa den Ausstieg aus der Kernkraft, nicht von der GefĂŒhlslage der Nation abhĂ€ngig machen. Genau das aber tue die Regierung Merkel, weil die Furcht vor der nĂ€chsten Wahlniederlage das politische Handeln dominiere. „Ich fĂŒrchte mich vor einem modernen Politikertyp, der völlig auf Inhalte verzichtet“, so Gauck.“

Gauck zum friedlichen Zusammenleben der Völker: Thilo Sarrazin hat „Mut bewiesen“ und „bestehendes Problem offen angesprochen“

In dem am 30. Dezember 2010 im „Tagesspiegel“ (3) erschienenen Exklusiv-Interview attestiert Joachim Gauck dem SPD-Mitglied Thilo Sarrazin, ehemals von „Die Linke“ und SPD gestĂŒtzter Berliner Finanzsenator und nachfolgend Mitglied des Bundesbank-Direktoriums, „Mut bewiesen“ zu haben. Gauck ĂŒber Sarrazin:

„Er hat ĂŒber ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“

Die „politische Klasse“, so der von SPD und GrĂŒnen favorisierte PrĂ€sidentschaftskandidat Joachim Gauck, könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass

„ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das GefĂŒhl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“.

Gauck zum durch die SPD-Parteileitung niedergeschlagenen Ausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin:

„Man muss nicht gleich demjenigen Sanktionen androhen, der ein bestehendes Problem offen anspricht.“

Thilo Sarrazins offen angesprochene Probleme:

„Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“ (5)

Sarrazin untermauerte seine Thesen, die irrational und rassistisch Religion, Biologie und vermeintlich „durchschnittlich niedrigere Bildungsleistung der muslimischen Migranten“ miteinander in Zusammenhang stellen sollen, noch vor dem von Gauck ausgesprochen Lob in einem Interview mit dem „Kurier“ (6) am 24. September 2011:

„Es ist ja auch interessant, dass von den rund 840 NobelpreistrĂ€gern, die es bisher gab, 25 Prozent jĂŒdische Wissenschaftler waren. Es gab 8 PreistrĂ€ger aus islamischen LĂ€ndern, darunter vier Friedensnobelpreise.“

Ein weiteres laut SPD- und GrĂŒnen-PrĂ€sidentschaftskandidat Gauck „offen angesprochenes Problem“ Thilo Sarrazins:

„dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden..Wir mĂŒssen in der Familienpolitik völlig umstellen: Weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht.“ (7)

Gauck zur Stellung der Familie: Heirat bei PrÀsidentenamt

Ex-Pastor Joachim Gauck lebt seit 21 Jahren von seiner Frau getrennt, hat sich jedoch nie scheiden lassen. Seine Lebenspartnerin ist die leitende Redakteurin Innenpolitik der „NĂŒrnberger Zeitung“, Daniela Schadt. Bereits im Juni 2010 erklĂ€rte Gauck, er werde sich von seiner Frau scheiden lassen und Schadt heiraten – im Falle seiner Wahl zum PrĂ€sidenten. Der evangelische ex-Pastor Gauck zu seinen gesetzten PrioritĂ€ten:

„Ich bin ja kein Feind bĂŒrgerlicher Lebensformen.“ (8)

Gauck ĂŒber Gott, das Leben, die Freiheit, die Welt und die Deutschen

Bei einer MatinĂ©e in Wien schließt Gauck nicht aus, sich als Kandidat fĂŒr das Amt des BundesprĂ€sidenten erneut zur VerfĂŒgung zu stellen. Er sagt dazu (9):

„Im Moment habe ich ein sehr, sehr schönes Leben – und so eine Aufgabe bedeutet doch große LoyalitĂ€t, und das bedeutet EinschrĂ€nkung und RĂŒcksichtnahme. (..) Wenn mich dieser Ruf erreichen sollte, werde ich mich mit meiner Definition von Freiheit, die ja Verantwortung heißt, damit auseinandersetzen. (..) Ich habe doch zu diesem Thema die ganze Zeit nichts gesagt. Deshalb warte ich mal – bis morgen oder ĂŒbermorgen. SchauÂŽn wir mal. (..) Gott und die Mehrheit wird sich fĂŒgen.“

Joachim Gauck wurde bereits bei seiner ersten Kandidatur durch das „linksliberale“ FDP-Netzwerk „Dahrendorfkreis“ und dessen MitbegrĂŒnder Christoph Giesa unterstĂŒtzt, der eine Pro-Gauck-Kampagne auf Facebook initiierte. Unternehmensberater Christoph Giesa war ehemals Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz (10, 11), Protege von FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Rainer BrĂŒderle und ist Mitglied der „Europa-Union“ (12), einem der zahlreichen Netzwerke von „Föderalisten“, die das Grundgesetz und den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zugunsten eines „vereinten Europa“ in Frage stellen. Der Verein „Europa-Union Deutschland e.V.“ verfĂŒgt ĂŒber eine eigene Schatten-Fraktion im Bundestag, mit Hunderten von Abgeordneten aus allen oder fast allen Fraktionen, die sich in der “Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag” organisiert haben. (Die Schatten-Fraktion des Deutschen Bundestages)

Am 2. Februar war Gauck in Rheine in der Ignatz-Bubis-Aula im Josef-Winkler-Zentrum Gast der weit rechts stehenden „Europa-BrĂŒcke“. (13)

Gauck wird von einer ganzen Reihe sogenannter „Föderalisten“ unterstĂŒtzt. (14)

Epilog

18.40 Uhr

Bereits gegen 18 Uhr machte die Nachricht die Runde – Joachim Gauck hat bezĂŒglich seiner Kandidatur abgesagt. Seitdem macht man sich in der Informationsindustrie offenbar hektisch Gedanken darĂŒber, wie man das am besten nicht meldet.

18.47 Uhr

Ein diesbezĂŒglicher Versuch: dieser um 18.42 Uhr in Google News erschienene Artikel „Der Beinahe-PrĂ€sident“ von Claudia Haas, afp. Angeblicher Veröffentlichungstermin: 14:23 Uhr. Wirklich wahnsinnig clever. Wenn man immer noch nicht begriffen hat, was Informationsgesellschaft bedeutet.

19.00 Uhr

Ein anderer verschĂ€mter Hinweis auf die Absage Gaucks: in der „Zeit“ kommt eine bereits heute morgen am Medienmarkt vergriffene Meinungsschablone Marke „Merkel setzt Suche nach neuem BundesprĂ€sidenten fort“ gegen 18.55 Uhr wieder zu Ehren. Erschienen ist der Artikel nach dem Datum bereits um 08:56 Uhr.

20.12 Uhr

Mehrere Quellen melden: nach einem internen Machtkampf, der die Regierungskoalition fast zerreißt, wird Joachim Gauck gemeinsamer PrĂ€sidentschaftskandidat von CDU, CSU, FDP, SPD, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen. Kanzlerin Angela Merkel ruft ihn nach Informationen der „Bild“-Zeitung gegen 20.00 Uhr an, um ihm dies mitzuteilen, nachdem sie zuvor stundenlang zuvor nach KrĂ€ften versucht hat das zu verhindern. Gauck akzeptiert, obwohl er vorher geĂ€ußert hat, er wolle „kein streitiger Kandidat“ zwischen politischen Lagern sein.

21.18 Uhr

Claudia Roth, Sigmar Gabriel, Horst Seehofer, Joachim Gauck, Angela Merkel, Phillip Rösler sitzen nebeneinander und sagen sich lauter ehrenwerte Dinge unter ehrenwerten Leuten.

Joachim Gauck ist zum PrÀsidenten gemacht worden.

Quellen:
(1) http://www.glasnost.de/pol/schroederblair.html
(2) http://www.rp-online.de/politik/deutschland/hartz-iv-weiter-streit-um-montagsdemonstrationen-1.1622178
(3) http://www.tagesspiegel.de/politik/politik-und-gesellschaft-gauck-attestiert-sarrazin-mut/3685052.html
(4) http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/
(5) http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/sarrazin-juden-gene-migration
(6) http://kurier.at/nachrichten/4154805-thilo-sarrazin-legt-nach.php
(7) http://www.rp-online.de/politik/deutschland/sarrazin-berlinern-mangelt-s-an-intellekt-1.2298123
(8) http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschland/joachim-gauck-schlie-szlig-t-heirat-nicht-aus-article888358.html
(9) http://www.focus.de/politik/deutschland/wulff-unter-druck/ddr-buergerrechtler-kann-sich-wulff-nachfolge-vorstellen-gauck-gott-und-die-mehrheit-wird-sich-fuegen_aid_715635.html
(10) http://www.dahrendorfkreis.de/?p=62
(11) http://theeuropean.de/christoph-giesa
(12) http://www.elite-im-hamsterrad.de/derautor.html
(13) http://europa-bruecke.blogspot.com/2011/12/beinahe-bundesprasident-bewegt.html
(14) http://www.wir-fuer-gauck.de/