Reserve fĂŒr die Heimatfront

Massive Kritik an eben dieser Rekrutierungspolitik kommt von den SozialverbĂ€nden. So meldeten sich im Sommer 2020 die Vorsitzenden des ParitĂ€tischen Wohlfahrtsverbands, der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt zu Wort und bezeichneten das MissverhĂ€ltnis von Finanzierung und Werbung fĂŒr den Bundeswehrdienst und die zivilen Freiwilligendienste als „große Ungerechtigkeit“. WĂ€hrend die zivilen Freiwilligendienste mit 130 bis 411 Euro Taschengeld und kaum Ressourcen fĂŒr Aus- und Fortbildung als massiv unterfinanziert gelten, wird den freiwillig Wehrdienstleistenden im Heimatschutz mit 1.550 Euro Sold und freien Bahnfahrten der Dienst vergoldet – Budget fĂŒr Werbekampagnen, Aus- und Fortbildung nicht einberechnet.

Bundeswehr: Per Corona auf RekrutInnenfang

„Bei der neuesten Kampagne nutzt die Bundeswehr die Verunsicherung ĂŒber Corona, um Nachwuchs zu werben. ‚Wir kĂ€mpfen gegen Corona‘ steht auf einer Postkarte, die derzeit etliche Jungen und MĂ€dchen in der Region erhalten, die im kommenden Jahr 18 Jahre alt werden. Auf der Vorderseite ist im Stil des Namensschildes auf dem Kampfanzug der Nachname des MinderjĂ€hrigen aufgedruckt. Auf der RĂŒckseite heißt es: ‚Wir kĂ€mpfen gegen Corona.‘ Darunter wird der Jugendliche kumpelhaft mit ‚Hi‘ und seinem Vornamen angesprochen. Weiter heißt es: ‚Gerade in dieser schwierigen Zeit unterstĂŒtzt die Bundeswehr mit ihren Frauen und MĂ€nnern in Uniform und in Zivil die deutsche Bevölkerung mit allen KrĂ€ften.‘“

Friedensbewegung kritisiert öffentliche Gelöbnisse der Bundeswehr

So fragt sich die Kooperation fĂŒr den Frieden auch, was die elf gegenwĂ€rtigen AuslandseinsĂ€tze der Bundeswehr mit ihrem Verteidigungsauftrag gemĂ€ĂŸ Grundgesetz (§ 87a) noch zu tun haben.

Auf dem Hintergrund der leidvollen historischen und gegenwĂ€rtigen Erfahrungen, dass Gewalt und Krieg nie Recht und Freiheit verteidigen, sondern zu Unrecht und Unfreiheit fĂŒhren, appellieren wir an alle Soldatinnen und Soldaten, die an öffentlichen Gelöbnissen teilnehmen werden: Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, ob Ihr MilitĂ€rdienst dazu beitrĂ€gt, tatsĂ€chlich „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“! PrĂŒfen Sie Ihr Gewissen, ob die Drohung mit Gewalt und Krieg zu rechtfertigen ist!

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Militarisierung durch Spitzensport

Diese Studie möchte aufzeigen, wie eng der deutsche Spitzensport mit dem MilitÀr verbunden ist und wie die Bundeswehr den Sport als Rekrutierungsmedium benutzt. Dabei wird die Frage beantwortet, inwieweit die Auswirkungen der Spitzensportförderung und deren Defizite eine Militarisierung forcieren.
Durch die historische Einordnung wird verdeutlicht, weshalb eine Remilitarisierung durch den Spitzensport kritisch zu betrachten ist. Darauffolgend werden die wichtigsten Zahlen und Fakten ĂŒbersichtlich dargestellt, um einen Überblick ĂŒber die aktuelle Spitzensportförderung der Bundeswehr zu schaffen.

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„Unter 18 nie! Keine MinderjĂ€hrigen in der Bundeswehr!“

Deutschland gehöre zu einer kleinen Minderheit von UN-Staaten, die MinderjĂ€hrige immer noch fĂŒr das MilitĂ€r rekrutieren. „Damit steht die Bundesregierung in Widerspruch zu ihrem Schutzauftrag gegenĂŒber MinderjĂ€hrigen und macht sich bei der internationalen Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten unglaubwĂŒrdig“, hob Ingenleuf hervor. Auch Deutschland mĂŒsse sich bei der Rekrutierung von Soldaten endlich an den internationalen „18-Jahres-Standard“ halten.