Afrikas ‚Zweite Befreiung‘ vom Neokolonialismus der Gegenwart

Gaddafis grĂ¶ĂŸtes Verbrechen aus der Sicht der NATO war sein Bestreben, die Interessen der lokalen arbeitenden Bevölkerung ĂŒber die des auslĂ€ndischen Kapitals zu stellen, indem er mit der zweiten Phase der Befreiung weitermachte und die neoliberalen politischen Bestrebungen von IWF und Weltbank abschmetterte. In der Tat beschlagnahmte PrĂ€sident Obama im August 2011 $30 Milliarden von der libyschen Zentralbank, die Gaddafi fĂŒr die Einrichtung des afrikanischen IWF und der Afrikanischen Zentralbank vorgesehen hatte.

Libyen: Clintons KriegslĂŒgen

Bekanntlich drĂ€ngen spĂ€testens seit dem Auftritt von BundesprĂ€sident Joachim Gauck bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz Anfang 2014 große Teile des außen- und sicherheitspolitischen Establishments darauf, Deutschlands scheinbar bislang an den Tag gelegte „Kultur der (militĂ€rischen) ZurĂŒckhaltung“ zugunsten einer offensiver ausgerichteten Außenpolitik ad acta zu legen (siehe ausfĂŒhrlich IMI-Studie 2015/02).

Categorized as: MilitÀr, Krieg

Uganda ignoriert UNO-Restriktionen gegen libysche Firmen

Wenn es um‘s fette Öl-GeschĂ€ft geht, hört die scheinheilige West-Freundschaft (nur scheinbar) auf. Inoffiziell wird von Diplomaten, MilitĂ€rs und Wirtschaftsvertretern in closed session um die PfrĂŒnde weiter gedealt wie bisher, denn PrĂ€sident Museveni, der am Tropf Washingtons hĂ€ngt, darf sich keinen eigenen Standpunkt wie die Meldung suggeriert in den afrikanischen Sand malen. Die „unerhört vorlaute“ EigenmĂ€chtigkeit aus Kampala lĂ€sst die Schlussfolgerung zu, dass in KĂŒrze die BeschlĂŒsse zur Lösung der libyschen Angelegenheit von den Invasoren verkĂŒndet werden wird.

Der neue Kolonialismus

Was wir in Libyen beobachten, ist die Neugeburt des Kolonialismus. Dieses Mal sind es nicht einzelne europĂ€ische Regierungen, die um Reiche und Ressourcen konkurrieren. Der neue Kolonialismus operiert unter der Flagge der „Weltgesellschaft,“ womit die NATO und die LĂ€nder gemeint sind, die mit dieser zusammenarbeiten.

Obama hebt die amerikanische Scheinheiligkeit um eine Stufe

Was denkt die Welt? Obama hat Luftangriffe und Drohnen gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt in Afghanistan, Pakistan, Jemen und wahrscheinlich Somalia. In seiner Ansprache am 28. MĂ€rz rechtfertigte Obama seine Luftangriffe gegen Libyen mit dem Argument, dass der bedrĂ€ngte Herrscher Gaddafi Luftangriffe einsetzte, um eine Rebellion zu unterdrĂŒcken. Solange ich mich entsinnen kann, hat Gaddafi einen schlechten Ruf. Wenn wir dem Sprichwort „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“ Glauben schenken, ist Gaddafi wahrscheinlich kein netter Zeitgenosse. Allerdings besteht nicht der leiseste Zweifel daran, dass der derzeitige PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika und das vorhergehende Bush/Cheney-Regime um ein Vielfaches mehr Menschen in Irak, Afghanistan, Pakistan, Jemen und Somalia ermordet haben als Gaddafi in Libyen umgebracht hat.

Categorized as: MilitÀr, Krieg