Nach Tauschbörsen fĂĽr Prepaid-Handykarten Angebot zum Wechseln des Gesichts: KĂĽnstler bietet sein „Face“ an

Unabhängig von der biometrischen Datenbank des U.S.-Inlandsgeheimdienstes hat sich Leo Selvaggio, ein KĂĽnstler aus Chicago (einer Grossstadt mit unverhältnismässigen fĂĽnfundzwanzigtausend installierten Ăśberwachungskameras) mit einer Initiative URME (phonetisch bedeutet es „you’re me“ -„du bist ich“) zu Wort gemeldet. Er bietet sein eigenes Gesicht allen Menschen weltweit an, sich dieses bei Bedarf „ĂĽberzustĂĽlpen“. Wird das Angebot angenommen, wĂĽrden Millionen oder gar Milliarden von „Leo Selvaggio‘s“ von den Programmen zur Gesichtserkennung erfasst werden – sei es auf der Strasse oder auf den Fotos im Internet. Wenn das Foto nicht mit einer Maske aufgenommen wurde, kann das Gesicht durch Bearbeitung des Bildes nachträglich geändert werden.

Seelenmord

Neulich sah ich den Film Belle, und ein Teil davon lässt mich nicht in Ruhe. Das KostĂĽmdrama, das im England der 1780er spielt, dreht sich um eine wahre historische Begebenheit: die ungeheuerliche Fahrt des Sklavenschiffs Zong im Jahr 1781 von Westafrika in die Karibik. Seine Ladung bestand aus 470 dicht gepackten menschlichen Wesen, als es zur Ăśberquerung des Atlantik in See stach – zu dicht gepackt, wie sich herausstellt. Eine Seuche erfasste die Ladung. Sklaven und Matrosen begannen zu sterben. Das Schiff ging dem Untergang entgegen. Das Wasser wurde knapp. Letztendlich warf die ĂĽberlebende Besatzung die Ladung ĂĽber Bord … 132 lebende Menschen, noch immer in Ketten. Das war völlig normal.

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