IPPNW begrüßt Bundesrats-Initiative gegen Brennelemente-Export

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Pressemitteilung der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) vom 15.11.2018

Die Ärzteorganisation IPPNW begrüßt die Bundesratsinitiative Baden-Württembergs, die Lieferung von Brennelementen ins Ausland zu verbieten und fordert die Landesregierungen zur Zustimmung auf. Der Entschließungsantrag, der am 23. November 2018 im Bundesrat beraten wird, zielt auf die Vervollständigung des Atomausstiegs in Deutschland, denn noch immer wird im nordrhein-westfälischen Gronau Uran angereichert, noch immer werden in Lingen Brennelemente unter anderem für den Export gefertigt.

Der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen sagt dazu:

„Es ist ein Skandal, dass die Urananreicherungsanlage von Urenco in Gronau und die Areva-Brennelementefabrik in Lingen noch immer in Betrieb sind. Aus Lingen werden weiterhin gefährliche Atomkraftwerke wie Tihange und Doel beliefert. Wir erwarten, dass der Atomausstieg vervollständigt wird und Deutschland aufhört, Atomkraftwerke in anderen Ländern mit Brennstäben zu beliefern.“

Rosen beklagt auch, dass bislang nicht geklärt wurde, ob Uran aus Deutschland in den USA nicht auch für die Produktion von Tritium für das US-Atomwaffenprogramm missbraucht wurde.

„Es ist nicht akzeptabel, dass sich URENCO unter Mitwirkung der Anteilseigner RWE und E.On an der Atomwaffenproduktion beteiligt“,

so Rosen.

Die Europavorsitzende der IPPNW, Dr. Angelika Claußen, kämpft schon seit Jahren gegen den Export von Kernbrennstoff und von Brennstäben aus den nordrhein-westfälischen Atomfabriken.

„Der nordhein-westfälische Ministerpräsident Laschet und der niedersächsische Ministerpräsident Weil müssen jetzt endlich Farbe bekennen, ob sie sich für den vollständigen Ausstieg aus der Atomtechnologie einsetzen, also sowohl der zivilen wie auch der militärischen Nutzung ein Ende setzen wollen. Der erste Schritt dazu ist ein Stopp der Brennelemente-Transporte in die maroden grenznahen Atomkraftwerke,“

so Claußen.

Sie finden den Entschließungsantrag des Bundesrates unter www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2018/0501-0600/512-18.pdf