Massenentlassungen im U.S.-Aussenministerium

Imperialistischer Komplex kÀmpft erbittert um die Macht im Weissen Haus

Seit der Vereidigung von Rex Tillerson als U.S.-Aussenminister am 1.Februar 2017 brodelt es heftig in der GerĂŒchtekĂŒche um dessen Person wie RĂŒcktritt oder Hinauswurf durch Donald Trump. Kein Wunder, denn das Aussenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika hat maßgeblich unter allen bisherigen PrĂ€sidenten dazu beigetragen, die aggressive Politik seit Jahrzehnten gegenĂŒber anderen Staaten mindestens seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges voranzutreiben.

Im Windschatten der auslĂ€ndischen Botschaften und Vertretungen des State Departments konnte die C.I.A. ihre Operationen ungestört ausĂŒben. Innerhalb des Amtes in Washington, D.C. sorgte ein aufgeblĂ€hter Wasserkopf dafĂŒr, dass die eigenen Interessen oder diejenigen von Auftraggebern offen bzw. verdeckt durchgesetzt wurden. Dass dabei die RĂŒstungsindustrie, die Behörde der Vereinigten Staaten fĂŒr internationale Entwicklung (U.S.A.I.D.), die U.S.-Geheimdienste und das Verteidigungsministerium, das Finanz- oder Wirtschaftsministerium Hand in Hand mit dem Aussenministerium arbeiteten oder sich Kompetenz-Gerangel lieferten, liegt wie in anderen Staaten auch in der Natur der fĂŒr Korruption anfĂ€lligen BĂŒrokratie selbst, je grösser und unĂŒberschaubarer diese aufgeblasen ist.

Tillersons AktivitÀten in seinem Ministerium

Bis Oktober 2018 sollen fast 2000 Karrierediplomaten und Beamte in vorzeitigen Ruhestand oder mit Abfindungen in Höhe von 25000 U.S.-Dollar aus dem Dienst ausscheiden. Teilweise besteht ein Einstellungsstopp, freie Stellen bleiben zum grössten Teil unbesetzt. BudgetkĂŒrzungen um mehr als dreissig Prozent sind angekĂŒndigt.

Unter Rex Tillerson kam es bereits im Rahmen der Umstrukturierung zu RĂŒcktritten oder Entlassungen hochrangiger Diplomaten und Beamter – oft waren Personen darunter, die schon unter George W. Bush, John Kerry und Hillary Clinton eingestellt waren. Diejenigen, die sich eine bequeme Laufbahn in der Behörde bis zum Ruhestand erhofft hatten, sind nie gut auf ihren Ex-Chef zu sprechen.

Und jene, die bisher vom endlosen Krieg profitierten werden ihre PfrĂŒnde mit allen Mitteln verteidigen um jeden noch so kleinen Versuch einer Entspannungspolitik des Weissen Hauses zu verhindern. Jeder Minister wĂŒrde dafĂŒr sorgen, dass ihm feindlich gesinnte Personen – vor allem in leitenden Positionen – im eigenen Ressort und Saboteure entfernt werden. Und ein Minister, der vom U.S.-Kongress und Senat nach Anhörungen in den dafĂŒr zustĂ€ndigen AusschĂŒssen bestĂ€tigt werden muss, besetzt SchlĂŒsselpositionen wie Botschafterposten und Berater seines Vertrauens neu.

Unter diesem Aspekt mĂŒssen Meldungen in den Medien und Statements von Politikern und politischen Instituten der vergangenen Monate sowie der zukĂŒnftigen bewertet werden. Das Spotten ĂŒber jede Kleinigkeit im Netz ĂŒber Donald Trump ist ablenkender Teil der psychologischen KriegsfĂŒhrung. Woher sie kommen, wer dahinter steht und was sie fĂŒr Absichten verfolgen. Entscheidend sind Gesetze und Verordnungen sowie geschlossenen VertrĂ€ge der Regierung.

Das gleiche gilt umgekehrt nach dem Warum fĂŒr die Personen, die auf Geheiss von Rex Tillerson gehen mussten, der natĂŒrlich ebenfalls zu den privilegierten Kreisen zĂ€hlt.

Der tiefe Staat, der Industrielle Komplex, fĂŒhrt nicht nur Krieg im Ausland und gegen die eigene Bevölkerung. Im Weissen Haus, im Senat und im Kongress herrscht ein Krieg, dessen Ausgang ĂŒber das weitere Schicksal der Weltbevölkerung entscheidet.

Quelle: https://www.nytimes.com/2017/11/24/us/politics/state-department-tillerson.html

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