GroKo-„S.P.D.“: Umfragen-Hokuspokus bei Forsa

Laut einer Forsa-Umfrage stützen bislang nur 36 Prozent der Mitglieder der "Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" eine erneute Koalition mit "C.D.U." und "C.S.U.". Entsprechend muss vor der Mitgliederbefragung bzw Urabstimmung in der "S.P.D.", wie in 2013, noch ein bisschen eingeflüstert werden.

Das von Forsa in weiser Voraussicht schon vor dem offiziellen Schwenk der "S.P.D." begonnene RTL/n-tv-Trendbarometer zur Feldaufklärung beim sensiblen Objekt "Mitglied", "Anhänger" und "Wähler" der Kanzlerinnen-Partei "S.P.D." ist ein geradezu klassisches Beispiel dafür.

Ntv glänzt mit der Schlagzeile:

"Selbst SPD-Anhänger wollen Große Koalition"

Dass dies nur 36 Prozent aller Mitglieder der "S.P.D." wollen, lässt das Presseorgan wohlweisslich weg. Das steht dann im Kleingedruckten der Pressemeldung der Mediengruppe RTL Deutschland. Demnach befürworten 48 Prozent aller "S.P.D."-Mitglieder, dass ihre Partei

"eine schwarz-grüne Minderheitsregierung tolerieren". 

Genauer befragt (man sieht, die Finanziers der Umfrage wollten es genau wissen) befürworten dieses einigermaßen fiktive Modell der Tolerierung einer Merkel-Regierung aus den Parteien "C.D.U.", "C.S.U." und "Bündnis 90/Die Grünen" 56 Prozent Funktionäre, aber nur 47 Prozent der einfachen Mitglieder in der "S.P.D.".

Des Weiteren befürworten laut der Umfrage 38 Prozent der einfachen Mitglieder eine Große Koalition, aber nur 26 Prozent der Funktionäre. Gerade Letzteres ist einigermaßen verblüffend. auch sind demnach nur 13 Prozent der befragten "S.P.D."-Mitglieder insgesamt für Neuwahlen.

Die Daten für die Befragungen hinsichtlich des sensiblen Themas "S.P.D." wurden laut der RTL Mediengruppe durch Forsa am 23. und 24. November an 1003 Befragten erhoben. Statistische Fehlertoleranz +/- 3 Prozentpunkte.

Am 23. war "S.P.D."-Vorsitzender Martin Schulz zu Besuch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits, nach dem Startsignal durch Steinmeier, eine Kampagne für eine erneute "große Koalition" in Bewegung gesetzt. Doch offiziell wurde der erneute Schwenk zur nächsten Merkel-Regierung erst in der Nacht zum 24. verkündet.

Anzunehmen, dass der Auftrag an Forsa für die ab dem 23. durchgeführte Umfrage unter "S.P.D."-Mitgliedern und Funktionären nicht erst an diesem Tage erging.

In der gleichen Umfrage, also dem RTL/n-tv-Trendbarometer, sank die "S.P.D." auf 19 Prozent, offensichtlich die Quittung für die erneute Wende hin zur "großen Koalition".