Kriegspropaganda und Geschnatter wo man nur hinschaut

Erfundene Zahlen und Behauptungen ĂŒber verschwundene, evakuierte und befreite Zivilisten in bzw aus dem noch nicht befreiten Abschnitt im Osten von Aleppo machen die Runde. Dabei halten alle Beteiligten dieses Stille-Post-Geschnatters die Menschheit offensichtlich fĂŒr einen Haufen Schwachköpfe und behalten damit Recht, wenigstens was die bei Contralinken so berĂŒhmten „MehrheitsfĂ€higen“ angeht. 

Neben so einem echt westlichen C.I.A.-MĂŒll a la „Der Ruski hat uns unsere Clinton weggenommen“ gibt auch das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation sein Schlechtestes und blĂ€st virtuelle Zahlen ĂŒber Zigtausende von evakuierten bzw geretteten Zivilisten in oder aus Ost-Aleppo in die Luft, die vorher schon der „Westen“ und dessen Kriegspropagandisten der U.N.O. angedreht hatten.

Behauptete das Verteidigungsministerium der Föderation am 29. November bereits, dass der Vormarsch der syrischen Truppen und ihrer Alliierten in Aleppo 80.000 Zivilisten (darunter „Zehntausende von Kindern“) aus dem zuvor von „westlichen“ terroristischen Söldnern und Proxy-Milizen besetzten Ost-Aleppo gerettet habe, so legte das Verteidigungsministerium in Moskau heute nochmal nach: weitere 50.000 Zivilisten hĂ€tten „in den letzten zwei Tagen“ ĂŒber humanitĂ€re Korridore die von den Invasoren noch besetzten Gebiete Ost-Aleppos verlassen.

„Checkpoint Asia“ schrieb zur Sache sehr treffend:

„Es liegt eine gewisse poetische Gerechtigkeit darin die eigenen Zahlen des Westens gegen ihn zu benutzen, aber eine LĂŒge bleibt immer noch eine LĂŒge.“

Es kann keine Angaben ĂŒber die Zahl der Zivilisten in Ost-Aleppo vor syrischen Offensive geben, die nicht von den Invasoren und Besetzern Ost-Aleppos selbst stammt oder schlicht erfunden ist bzw auf Mutmaßungen auf Grundlage der frĂŒheren Bewohnerzahl dieser Stadtteile von Aleppo beruht.

Die immer wieder, auch durch die Organisation der Vereinten Nationen (U.N.O.), genannte Zahl von 300.000 Zivilisten in Ost-Aleppo, wurde noch am Ende September nicht nur durch die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen, sondern auch von „Sputnik“ wiederholt. Und selbst gestern noch entblödete sich die U.N.O nicht, von 100.000 Zivilisten in dem winzigen Abschnitt Ost-Aleppos (?!) zu sprechen, den die Syrer noch nicht eingenommen haben.

„Bild“-Reporter Julian Röpcke, offener UnterstĂŒtzer von in Deutschland verbotenen terroristischen Organisationen, sprach gleich von 200.000 Zivilisten auf 13 Quadratkilometern. LĂ€cherlicher geht es nicht.

Alle, aber auch alle Frontberichte und an die Öffentlichkeit gelangten Aufnahmen sprechen gegen eine solche Zahl, sowie gegen die seitens des russischen Verteidigungsministeriums und der „westlichen“ Organisationen genannten Zahlen von FlĂŒchtlingen aus Ost-Aleppo. Als ein (in diesem Falle glaubwĂŒrdiges) Beispiel sei hier eine Äußerung vom Chefredakteur von „Al-Masdar News“ genannt, Leith Abou Fadel:

„Wo zum … sind diese 250.000 Zivilisten in Ost-Aleppo? Wir befreien leere Nachbarschaften“

Zu „Al-Masdar News“ sei gesagt, dass es praktisch eine Frontseite der Loyalisten ist, die auch den libanenischen und palestinensischen Allierten Syriens nahesteht und sich dabei auch und oft genug genau von dem Wahnsinn und Blutrausch der Invasoren und ihrem Terrorkrieg anstecken lĂ€sst, gegen den Syrien zur Zeit ankĂ€mpft. Was die militĂ€rische Situation angeht, sind Berichte von „Al-Masdar News“ allerdings tragfĂ€hig.

Zur Sache berichtete Heise.de ĂŒber den Mythos von 350.000 Zivilisten in Ost-Aleppo:

„Es wĂ€re ĂŒberraschend, wenn sich in den nĂ€chsten Wochen herausstellte, dass in Ost-Aleppo tatsĂ€chlich ĂŒber 300.000 Zivilisten gelebt haben. Manche SchĂ€tzung mit Berufung auf die UN lagen bei 350.000 Einwohner. Die bisherigen Zahlen derjenigen, denen in der jĂŒngsten Zeit die Flucht aus Ost-Aleppo gelungen ist, liegen bei etwa 20.000 (Elijah J. Magnier und OCHA).“

Je mehr der Kessel der Invasoren in Ost-Aleppo zusammenschrumpft, desto peinlicher wird nun natĂŒrlich die Situation fĂŒr die Kriegspropagandisten, die eine Zustimmung, ja Begeisterung der Bevölkerung Aleppos fĂŒr die „Rebellen“, die „RevolutionĂ€re“ erfanden, indem sie schlicht behaupteten dass die Aleppiner nicht etwa aus deren Gebieten geflĂŒchtet seien, sondern ihr neues westliches Leben unter den ehrenwerten Pro-Demokraten und Kopfabschneidern von Al Kaida weiterfĂŒhrten.

Ebenso peinlich ist es fĂŒr die „westlichen“ Propagandisten und die Kriegslobby, dass dadurch auch das „grĂ¶ĂŸte Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg“ ausbleibt, allein weil die Zahlen nicht ausreichen. Dass die syrische Armee und ihre VerbĂŒndeten bereits mehrfach „Rebellen“ und „AufstĂ€ndischen“ einen Abzug aus eingekesselten Gebieten anbot und diese anschließend schlicht in Busse setzte, wie kĂŒrzlich in Ghouta, verschweigt die „westliche“, die kontrollierte, kommerzielle, verlogene Presse natĂŒrlich.

Der U.N. -Menschenrechtsrat zieren neuerdings nicht nur sein „britischer Diplomat“ und Sprecher Rupert Colville (zuvor bereits sprechend im Kosovo, im besetzten Irak, in Afghanistan und besorgter Beobachter des Abschlachtens in Libyen nach der Invasion in 2011), sondern auch solche ehrenwerten Mitglieder wie Saudi-Arabien, wĂ€hrend Russland ja bekanntermaßen rausgeworfen wurde.

In derselben Meldung, in der nun die U.N.O. (namentlich deren Menschenrechtsrat und deren Sprecher Rupert Colville) 100.000 Zivilisten im winzigen noch nicht befreiten Teil Aleppos ausmachte, nahm Diplomat Rupert auch, ganz plötzlich, zu „Verschwundenen“ aus Ost-Aleppo Stellung. Es gĂ€be Beschuldigungen bezĂŒglich Hunderte von MĂ€nnern im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die nach ihrer Flucht aus Ost-Aleppo „von ihren Frauen und Kindern getrennt“ worden seien. Und das schon vor Wochen. Und wieder beruhte alles, aber auch wirklich alles auf Hörensagen; vorneweg von denjenigen, die sich gerne „Aktivisten“ nennen und sich bei Existenz eines ernstzunehmenen Internationalen Strafgerichtshofes genauso ernsthafte Sorgen machen mĂŒssten vor genau diesem zu landen wie ihre sauberen HintermĂ€nner und „Diplomaten“ aus den InvasionsmĂ€chten.

Dass das Verteidigungsministerium von Russland nun offensichtlich sowohl Luftzahlen des „Westens“, als auch dessen schmierigen, verlogenen Methoden und Taktiken der Kriegspropaganda ĂŒbernimmt, deutet aus meiner Sicht erstens auf moralische (und damit militĂ€rische) SchwĂ€che und zweitens auf falsche Freunde, die sich mutmaßlich als „neutral“ oder gute Kumpel Russlands ausgeben oder schlicht als der berufliche Abfall der Menschheit, als „Berater“ bzw „Diplomaten“. Es gibt da mehrere Staaten, die mir als Beraterschleudern einfallen und deren „Dienste“ alles versauen und zu etwas unaussprechlich Ekligem transformieren, was so dumm ist sich mit ihnen einzulassen. Einer dieser Staaten trĂ€gt die Eigenbezeichnung „Bundesrepublik Deutschland“. Meinen Rat aus 2010 werde ich hier nicht noch einmal wiederholen.

Die tatsĂ€chlichen Leistungen und Opfer russischer, syrischer, libanesischer und iranischer Soldaten an der Front in Syrien brauchen keine Propaganda aus dem Hinterland, die sie moralisch schwĂ€cht. Stattdessen haben sie es verdient die Wahrheit zu hören, gerade auch ĂŒber ihre tatsĂ€chlichen Leistungen fĂŒr und gegenĂŒber der Zivilbevölkerung Syriens, die in Aleppo ĂŒber vier Jahre lang unter der Schreckensherrschaft der aus dem „Westen“ finanzierten, ausgerĂŒsteten und eingesickerten terroristischen Söldnerarmeen gelitten hat.

Eine Berichterstattung aber, die aus jedem Massaker an einer Zivilbevölkerung im gegnerisch (noch) besetzten Gebiet eine Jubelmeldung macht, wie die von der iranischen Boulevardschleuder „Press TV“ nach dem Blutbad in Qaim  (al-Qa‘im) – was nach eigenen Angaben das irakische MilitĂ€r anrichtete, „RT“ danach aber das Massaker als Anlass zur lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lligen Kritik am Terrorkrieg der U.S.A. nahm –  so eine Berichterstattung also ist genau die Propaganda, die nicht nur die eigene Seite schwĂ€cht, sondern die auch die Bevölkerung im sogenannten „Westen“ so unfassbar satt hat.