Söldnerarmeen des „Westens“ siegen bei Aleppo, Präsident der Türkei besucht Russland

Kurz vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan in Moskau erleidet Syrien bei Aleppo gegen die Invasionsmächte eine schwere, eine seltsame Niederlage.

Bald fünfzehn Jahre nach den Attentaten des 11. September 2001, mit Tausenden Toten in New York und Washington, der daraufhin durch den U.S.-Kongress für den Präsidenten ausgestellten zeitlich unbegrenzten Vollmacht ("Authorization for Use of Military Force") überall auf dem Planeten militärische Gewalt einzusetzen gegen diejenigen,

"die er bestimmt als diejenigen, welche die terroristischen Angriffe, die sich am 11. September ereigneten, geplant, autorisiert, begangen, oder unterstützt haben"

und im Zuge eines vom U.S.-Präsidenten Barack Obama ("Demokraten") unter Berufung auf diese in 2001 ausgestellte A.U.M.F. mit dem Ziel eines "Regime Change" seit fünf Jahren gegen Syrien geführten Angriffskrieges, durchbrechen U.S.-gestützte Söldner und Paramilitärs unter Führung von "Al Kaida"-Milizen (s. unten) den Belagerungsring um ihre Kräfte im syrischen Aleppo.

Nachdem bereits der "Spiegel" getitelt hatte "Die Islamisten sind Aleppos letzte Hoffnung" schrieb der Kriegsberichterstatter der "Bild"-Zeitung Julian Röpcke auf Twitter:

"In Syrien hat die Politik des Westens gerade 300.000 neue al-Qaida-Sympathisanten geschaffen. Die Belagerung von #Aleppo ist durchbrochen".

Tweet von Bild-Reporter Julian Röpcke 01

"Bild"-Kriegsreporter Röpcke in einem weiteren Tweet (übersetzt):

"Egal wer an der Operation teilnahm, egal welche militärischen Mittel benutzt wurden 300.000 belagerte Menschen schulden diesen Männern jetzt ihre Freiheit."

Tweet von Bild-Reporter Julian Röpcke 02

In einem weiteren Tweet, ebenfalls vom 6. August (untenstehend der Screenshot), verlinkte Röpcke auf ein Video der Söldner-Milizen bei ihrem Zusammentreffen von innerhalb und außerhalb des gesprengten Belagerungsrings.

Tweet von Bild-Reporter Julian Röpcke 03

Im von "Bild"-Reporter Julian Röpcke verlinkten Video (Link: https://www.youtube.com/watch?v=w0yOlRwozVo) der Paramilitärs ab 1.15 eindeutig zu identifizieren: ein Söldner der von den Vereinigten Staaten von Amerika bewaffneten und 2011 aufgestellten Miliz "Harakat Nour al-Din al-Zenki" ("Nour al Din al-Zinki"), zitiert von "Reuters" als "Gruppe der Freien Syrischen Armee".

Dieser Söldner schnitt vor wenigen Tagen zusammen mit seinen Kumpanen einem 12-jährigen Jungen in Aleppo den Kopf ab.

Söldner von an Enthauptung von 12-jaehrigem beteiligter Miliz bei Aleppo (01)

Söldner von Miliz identifiziert der an Enthauptung von 12-jaehrigem beteiligt war (02)

Söldner von Miliz identifiziert der an Enthauptung von 12-jaehrigem beteiligt war (03)

Söldner von Miliz identifiziert der an Enthauptung von 12-jaehrigem beteiligt war (04)

"Bild"-Reporter Röpcke bezog sich in seinen nur noch pervers zu nennenden Äußerungen darauf, dass eine Eroberung Syriens durch reguläre Truppen von U.S.A., E.U.-Staaten und N.A.T.O. in über fünf Jahren Krieg immer wieder gescheitert war.

Am 31. August 2013 musste U.S.-Präsident Obama bereits angekündigte Luftangriffe auf Syrien wieder absagen, weil sogar das Vereinigte Königreich nicht mitzog. Am 30. August 2013 hatte das britische Unterhaus Luftangriffe gegen Syrien abgelehnt, obwohl die Invasionsmächte einen Chemiewaffen-Einsatz der syrischen Regierung zusammengelogen hatten, welcher offenkundig durch die eigenen "Rebellen" verübt worden war. (1, 2, 3)

Im November 2015 dann: ein neuer Anlauf der Regierung David Cameron für den Einsatz der Luftwaffe in Syrien. Wieder abgelehnt. Im Dezember 2015 schließlich, nach den Attentaten in Paris unmittelbar vor der Syrien-Konferenz in Wien, ergibt sich schließlich das britische Unterhaus und stimmt zu.

Radio Utopie hat über die Jahre immer wieder davor gewarnt, dass die Invasion Syriens unersetzbare Voraussetzung der weitergehenden imperialistischen Pläne der Herrscher des "Westens" sind, u.a. bezüglich der "Mittelmeerunion" als der anvisierten weiteren Transformation der "Europäischen Union" zu einem trikontinentalem Block, und die Invasionsmächte daher die Syrien-Invasion mit allen in den eigenen Ländern vermittelbaren Mitteln weiter fortführen werden.

Eine Umgruppierung der "westlichen" Proxy-Armeen in den eroberten Teilen Syriens, sowie im bereits 2003 eroberten Irak, zur weiteren, kriegstaktischen Kreation "Islamischer Staat" / "I.S.I.S." / "I.S.I.L." / "Daesh" in 2014 gehörte unserer damaligen Einschätzung nach zu diesem neuen Anlauf in der Syrien-Invasion und einem Terrorkrieg 2.0, samt internationaler Kriegskoalition, mit der Regierung von Deutschland als "Willige". Genau so kam es. Eine Opposition in Deutschland dagegen gibt es nicht, schon gar nicht eine parlamentarische.

In der gestrigen Kampfzone südwestlich vor Aleppo war zwei Tage zuvor noch ein Angriff der "westlichen" Söldnerarmeen, auch in Kooperation mit der Miliz unter den Kürzeln "Islamischer Staat" / "I.S.I.S." / "I.S.I.L." / "Daesh", in sich zusammengebrochen. Die syrischen Streitkräfte und ihre Verbündeten aus Iran, Libanon, sowie die russischen Streitkräfte, mussten also vorgewarnt sein. Dennoch erobern die asymmetrischen (terroristischen) Verbände der Invasionsstreitkräfte bei ihrem gestrigen Durchmarsch im Bezirk Ramouseh (Ramussa) zentrale Einrichtungen der syrischen Militärs, die in den Jahren des Krieges zur Festung ausgebaut worden waren, wie die Militärkademie und die Artillerieakademie. Drohnen von "Al Kaida"-Milizen operieren ungestört und betreiben Luftaufklärung. Nur mit Handfeuerwaffen Bewaffnete können sich ungestört bewegen. Propagandavideos der Terrorarmeen aus den Kampfgebieten, u.a. vom Zusammentreffen der Milizen von außerhalb und innerhalb Aleppos nach Sprengen des Belagerungsringes, werden erstellt, akustisch und optisch bearbeitet und auf "sozialen" Netzwerken bis in die Hauptnachrichtensendungen des "Westens" verbreitet. In den eroberten syrischen Militäreinrichtungen wird umfangreiches, modernes Miliärmaterial erbeutet.

In zwei Tagen empfängt der russische Präsident Wladimir Putin den türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan. Erdogan selbst hatte von Unterstützung des Westens "für Terroristen" und den gescheiterten Militärputsch gegen die Türkei geredet.

Erdogan selbst hatte sich in 2014 offiziell mit der U.S.-Regierung geeinigt zweitausend "Rebellen" für den Krieg in Syrien aufzustellen und zu bewaffnen. Im März 2016 hatten die Paramilitärs der "Aufständischen" / "Rebellen" in Syrien in der türkischen Hauptstadt Ankara einen neuen, vereinigten "Militärrat" angekündigt, sowie die "Formation eines vereinigten Operationsraums, zu koordinieren zwischen der Freien Syrischen Armee und allen Oppositionsfraktionen am Boden" (wer nun das Oberkommando über diesen "Militärrat" hat, darf sich jeder selbst überlegen. Nahe liegt: diejenigen, die alles finanzieren).

Erst am 2. August, während der laufenden ersten Offensive der nun auch offiziell vereinigten Terrorarmeen des "Westens" vor Aleppo, trafen sich die "bewaffneten und politischen Flügel der syrischen Opposition" im türkischen Ankara.

Für die Gespräche zwischen Putin und Erdogan nächste Woche in Russland haben laut russischen "Analysten" Syrien und die Ökonomie Priorität.

Anmerkung zu Umettikierungen und vernebelnden Abkürzungen der asymmetrischen (terroristischen) Paramilitärs der Invasionsstreitkräfte im Syrien-Krieg: "Jaish al-Fatah" (JaF), "Armee der Eroberung" wird als "Dachorganisation" verkauft, diese werde angeführt von der "Al Nusra"-Front, welche bis vor einigen Tagen offiziell Teil von "Al Kaida" galt, dann aber vor dem Angriff auf den Belagerungsring um die eingeschlossenen Kräfte in Aleppo umbenannt wurde in "Jabhat Fatah al-Sham" / "Dschabha Fatah al-Scham".

Für syrische Armee auf Twitter benannte Abkürzungen: #SAA, "Syrian Arab Army".

Der derzeitige Frontverlauf ist in dieser Grafik dargestellt, der Frontverlauf in Aleppo insgesamt hier. Dabei zu beachten: derzeit ist kein Stadtteil Aleppos unter Belagerung, da die Invasoren im Süden durchbrachen und zuvor im Norden die syrischen Regierungstruppen.

(...)

Artikel zum Thema:

14.03.2016 Russland sinkt sogar unter den Großmächte-Standard eines abschreckenden Beispiels
Der Beschluss mag manchen als taktische Maßnahme erscheinen, die während der heute begonnenen „Friedenskonferenz“ in Genf maximalen Druck auf Syrien und seinen Präsidenten Assad ausüben soll. Doch unserer Einschätzung nach ist es vielmehr eine strategische Maßnahme, die zunächst einmal das ungefähre Gleichgewicht der Kräfte und den Stellungskrieg in Syrien wieder herstellt, eine Einladung für die terroristischen / asymmetrischen Milizen der Invasoren zu neuen Angriffen darstellt und zudem den Krieg auf unabsehbare Zeit hinaus zieht.

07.02.2016 DER TERRORKRIEG: Strategie der Transformation
Zusammengefasst und einfach erklärt, ist die Strategie des Terrorkrieges diejenigen zu verändern, zu transformieren, die ihn führen.

28.09.2014 Syrien-Invasion und Terrorkrieg: Der Imperialismus versucht die Theorie der Verrückten
Russland, China und U.S.A. haben sich offenbar auf einen imperialistischen Konsens und den Eintritt in ein Orwellsches Zeitalter des Ewigen Krieges sich gegenseitig stabilisierender autoritärer Blöcke geeinigt.