BAYER/MONSANTO unter gesellschaftliche Kontrolle stellen

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Zurück bleibt nichts als verbrannte Erde

Seit mehreren Jahren setzt sich Radio Utopie gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und die Manipulation an Menschen und Tieren ein und veröffentlichte zu diesem Thema zahlreiche eigene Artikel, Beiträge anderer Autoren und Organisationen sowie Presseerklärungen auf dieser Plattform und in der Nachrichtenagentur (abrufbar unter Stichworteingabe in den beiden Archiven).

Mit der bevorstehenden Übernahme des Biotechnologiekonzerns Monsanto durch die BAYER AG droht der Weltöffentlichkeit ein jetzt schon herrschendes unerträgliches Fiasko an Verseuchung für Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser und den Böden mit einhergehenden Krankheiten, steigender Armut und dem Aussterben vieler Spezies wie Insekten ein Inferno, dass vergleichbar ist mit den Auswirkungen eines globalen Atomkriegs.

In wenigen Jahrzehnten würden die Landschaften Halbwüsten gleichen mit der Folge, noch in diesem Jahrhundert den grünen Planeten so gut wie unbewohnbar werden zu lassen. Es droht ein Verlust der Sauerstoffproduktion durch die Beseitigung der natürlich entstanden Ökosysteme, die in ihrem Zusammenspiel niemals auf andere Weise ersetzt werden können, welches sich in Jahrmillionen entwickelt hat.

Die Veränderungen werden nicht kontinuierlich verlaufen sondern wie in allen nichtlinearen Systemen sprunghaft in nicht vorhersagbare Zustände übergehen, die nicht mehr aufgehalten und kontrolliert werden können. Dazu sind die vorhandenen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Ressourcen nicht gegeben. Zudem werden nur diejenigen überleben, die die Macht über die entsprechenden Mittel haben und niemals mit allen Menschen teilen können.

Die utopisch klingende Forderung der Organisation Coordination gegen BAYER-Gefahren, die BAYER AG, die aus der IG Farben hervorging, nicht mehr wie bisher gewähren zu lassen sondern unter gesellschaftliche Aufsicht zu stellen ist die einzige Alternative, es gibt keine andere Lösung zum Überleben.

Das Gleiche trifft auf alle Konzerne dieser Branche zu sowie auf die chemischen und militärischen Rüstungsschmieden, die lebensfeindliche Produkte entwickeln, die mit von ihnen angepriesenen innovativen Fortschritt zum Wohl der Menschheit nicht das Mindeste gemein haben.

Dazu die umfangreiche Presseerklärung vom 14.Juli 2016 von der Coordination gegen BAYER-Gefahren:

BAYERs Argumente überzeugen nicht

Anfang Juni hatten die OrganisatorInnen des MONSANTO-Tribunals einen Offenen Brief an den BAYER-Konzern verfasst. Darin stellten unter anderem die indische Aktivistin Dr. Vandana Shiva und die Grünen-Politikerin Renate Künast Fragen zum Kauf des US-amerikanischen Agro-Multis MONSANTO, den das Unternehmen plant. Die Antworten des Global Players darauf fallen jedoch äußerst dürftig aus. So schweigt die Aktien-Gesellschaft sich dazu aus, ob sie für alle von MONSANTO angerichteten Schäden und Altlasten aufkommen will. Auch über mögliche Sondervergütungen für die ManagerInnen-Riege im Falle einer gelungenen Übernahme will die Firma lieber nicht reden. Stattdessen wiederholt sie die zuvor schon in der Öffentlichkeit immer wieder gebetsmühlenartig präsentierte Formel, der Deal habe vorrangig das Ziel, bessere Antworten auf das Problem der Welternährung zu finden. „Gemeinsam könnten wir in Zukunft noch schneller neue Lösungen für die Landwirtschaft entwickeln“, stellt BAYER in Aussicht. Toni Michelmann von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) weist das als pure Rhetorik zurück: „Es gibt einen riesigen Innovationsstau in der Landwirtschaftsbranche. Und der Erwerb von MONSANTO erlaubt es BAYER, trotz fehlender Neuentwicklungen weiter Milliarden einzufahren, weil die Monopol-Stellung sichere Gewinne garantiert.“

Michelmann verweist in diesem Zusammenhang auf eine jüngst erschienene Studie des Düsseldorfer Institutes für Wettbewerbsökonomik, wonach Fusion und Übernahmen die Forschung lähmen. Die Untersuchung, die sich Transaktionen im Pharma-Sektor widmete, stellte ein Schrumpfen der entsprechenden Etats um ca. 20 Prozent fest. Zudem registrierten die WirtschaftswissenschaftlerInnen auch Auswirkungen auf die Mitbewerber. Diese steckten den ForscherInnen zufolge wegen des nachlassenden Innovationsdrucks ebenfalls weniger Geld in ihre Labore, so dass die gesamte Branche an Dynamik verlor.

Noch nicht einmal an den guten Willen des Konzerns mag der CBGler glauben. „Schon ein Blick auf die Produkt-Palette von BAYER und MONSANTO zeigt, dass die Agro-Riesen sich herzlich wenig für die Versorgung der Menschen mit Grundnahrungsmitteln interessieren. Sie haben mit Soja und Mais nämlich vorzugsweise Futtermittel für die globale Fleisch-Industrie im Angebot.“

Überdies verdrängten die riesigen Anbau-Flächen für diese Pflanzen immer mehr solche für wirklich wichtige Güter des täglichen Bedarfs, so Michelmann mit Blick auf die aktuelle Lage in Brasilien. Dort erhöhte sich der Preis für Bohnen, mit denen sich gerade die Ärmsten der Armen ernähren, drastisch, hauptsächlich, weil es kaum noch Felder gibt, auf denen sie wachsen. Die für den Weltmarkt produzierten „Cash fruits“ haben die Hülsenfrüchte nämlich von den Äckern vertrieben. Um die „Bohnen-Krise“ zu lösen, erwägt die brasilianische Regierung deshalb jetzt, die Gemüse-Sorte aus China zu importieren.

Die Agro-Riesen sind also viel eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Vandana Shiva drückte es jüngst in Berlin am Rande einer von der CBG mitveranstalteten Pressekonferenz folgendermaßen aus: „Unternehmen wie BAYER und MONSANTO stellen eine wachsende Bedrohung für die Artenvielfalt und die Fruchtbarkeit der Böden dar, was die Menschheit und den ganzen Planeten gefährdet.“

Und Im Doppelpack potenziert sich diese Gefahr noch einmal. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager kündigte zwar an, BAYERs MONSANTO-Übernahme genau zu prüfen und ihre Auswirkungen auf die Preise, die Artenvielfalt und die Innovationstätigkeit in den Blick zu nehmen, aber die Coordination erwartet sich kaum etwas davon. „Außer vielleicht ein paar Auflagen hat BAYER von der EU nicht viel zu befürchten“, konstatiert CBG-Vorstand Axel Köhler-Schnura. Der Diplom-Kaufmann plädiert daher für einschneidendere Maßnahmen: „BAYER, MONSANTO, Dow & Co. spielen nun bereits seit Jahren ein zynisches Monopol-Spiel mit den Ernährungsgrundlagen der Menschheit als Einsatz und dem einzigen Ziel, die Renditen für ihre AnteilseignerInnen zu steigern. Das zeigt, dass die Konzerne ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Darum fordern wir, sie unter gesellschaftliche Kontrolle zu stellen.“

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