Freigekauft – Rechnung bleibt offen

Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e.V. vom 3. Mai 2016

Jahrzehntelang fuhren die Atomkraftwerksbetreiber Jahr fĂŒr Jahr Milliardengewinne ein. Doch das finanzielle Risiko fĂŒr den strahlenden MĂŒll sollen die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen tragen. Schließlich stĂŒnden die großen Energiekonzerne in einer wirtschaftlich schwierigen Situation in der man sie nicht ĂŒber GebĂŒhr belasten könne.

Zu diesem Ergebnis kam die von Wirtschaftsminister Gabriel eingesetzte „Kommission zur ÜberprĂŒfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK)“.

Dazu sollen die Verantwortlichkeiten neu aufgeteilt werden. Die Verantwortlichkeit, die Kosten und die RĂŒckstellungen fĂŒr den RĂŒckbau und die Verpackung der radioaktiven AbfĂ€lle sollen bei den Konzernen verbleiben. In einem Nachhaftungsgesetz soll die Nachschusspflicht der Konzerne fĂŒr eventuell steigende Kosten in diesen Bereichen festgeschrieben werden. Die Verantwortlichkeit und die Kosten fĂŒr die Zwischenlagerung, die Herstellung endlagerfĂ€higer Gebinde fĂŒr hochradioaktiven MĂŒll, fĂŒr etwaige Nachkonditionierungen fĂŒr schwach- und mittelradioaktiven MĂŒll, fĂŒr die Transporte von den Zwischenlagern in ein „Endlager“ sowie fĂŒr die „Endlagerung“ soll der Staat tragen. DafĂŒr erhĂ€lt er von den Energiekonzernen RĂŒckstellungen in Höhe von 23,3 Mrd. Euro. Mit diesen Zahlungen sollen die Konzerne von allen weiteren Verpflichtungen endgĂŒltig entbunden werden.

Detallierte Informationen ĂŒber Auftrag, Zusammensetzung und Ergebnisse der Kommission sowie die Kritik unter www.atommuellreport.de

Kostensteigerungen sind vorprogrammiert

Bestes Beispiel ist Schacht KONRAD. UrsprĂŒnglich wurden die Kosten fĂŒr das Projekt auf 900 Mio. Euro geschĂ€tzt. Dieser Betrag war bereits mit den Kosten fĂŒr Planung und Erkundung im Jahr 2007 mit 930 Mio. Euro ĂŒberschritten. FĂŒr die Errichtungsphase von 2008 bis – inzwischen – 2022 rechnet die Bundesregierung mit 2,9 Mrd. Euro (ProjektkostenschĂ€tzung der dbe von 2013). Die Betriebskosten wĂ€hrend der Einlagerung werden mit 81,6 Mio. Euro/Jahr (Preisstand 2012) geschĂ€tzt, die Stilllegungskosten mit 290 Mio. Euro. Insgesamt setzt das Bundesumweltministerium die Gesamtkosten derzeit auf 7,2 Mrd. Euro an. Preisssteigerungen absehbar!