Analyse: Die Absage der „Pegida“-Demonstration ist im Kontext des Terrorkrieges und seiner Lobby zu sehen
Stand 19.01., 06.00 Uhr: Nach Absage von „Pegida“-Demonstration durch die Veranstalter verbietet die Polizeidirektion Dresden fĂŒr Montag (19.) alle Demonstrationen in Dresden. Auch die Organisatoren von „Dresden fĂŒr Alle“ und „Dresden Nazifrei“ sagen ihre Demonstrationen fĂŒr heute ab. Der Innenausschuss des Landtags Sachsen beschĂ€ftigt sich am Montag mit der AffĂ€re.
Ausgerechnet das Bundeskriminalamt, schwer belastet in der StaatsaffĂ€re um Sebastian Edathy, und das Landeskriminalamt Sachsen sorgen mit „Erkenntnissen“ fĂŒr eine Absage der nĂ€chsten Demonstration der, Achtung Realsatire, „Patriotischen EuropĂ€er gegen die Islamisierung des Abendlandes“ in Dresden durch die Organisatoren um Lutz Bachmann, „nach Absprache mit dem Staatsschutz und der Landespolizeidirektion“.
Eine kurze EinschÀtzung.
Bereits im August schrieb Radio Utopie zu einer, meiner bescheidenen Meinung nach, laufenden Spionage-Operation der Terrorkriegs-Lobby zur Störung des Völkerfriedens in der Weltstadt Berlin. Kurden, Jesiden, TĂŒrken, Israelis, PalĂ€stinenser, Muslime, Juden, Sunniten, Schiiten, stĂ€ndig wurde nach alter Manier versucht die Menschen gegeneinander zu hetzen. Es gelang nicht. Ich wiederhole hier ebenfalls, was ich mitten im blutigen Angriff des israelischen Regimes gegen dessen aufstĂ€ndische Kolonie Gaza im Juli zu unserer gemeinsamen Berliner Republik schrieb:
„Deutschland ist kein âjĂŒdischer Staatâ, es ist auch kein âchristlicher Staatâ oder ein âislamischer Staatâ, unsere Republik ist ĂŒberhaupt kein Kirchenstaat, sondern hat eine Verfassungsordnung die Deutschland zur Heimat aller Religionen und des friedlichen Zusammenlebens der Völker macht.“
Nun zu einer EinschÀtzung und Analyse meinerseits zur aktuellen Situation:
1. Die Warnung der „Sicherheitsbehörden“ ihren Job nicht zu machen ist seit Jahren deren effektives Mittel ihre Forderungen durchzusetzen. Genau das ist auch in diesem vorliegenden Fall geschehen.
2. Was die angeblichen „Islamisten“ angeht, die hinter diesen Drohungen gegen Bachmann stehen sollen (via Email? Telefon? Sonst irgendeine von den Spionagediensten und der Geheimpolizei abgefangenen und analysierten Postkarte?), rate ich den BĂŒrgerlichen und politisch Rechten, die sich „Pegida“ zugehörig fĂŒhlen und an anderen bzw assoziierten Demonstrationen teilnehmen, zu dem, was Linke, Progressive, Sozialdemokraten im Westblock seit dreizehneinhalb Jahren Terrorkrieg im Zuge von Eroberungen mehrheitlich islamischer Staaten in Asien und Afrika verlernt haben: zum Nachdenken. Wer den Geheimdiensten alles glaubt und – wie alle etablierten linken Organisationen – das quasireligiöse Dogma der absoluten GlĂ€ubigkeit gegenĂŒber allen gerichtlich nie untersuchten Behauptungen der Geheimpolizeien und Spione mit ZĂ€hnen und Klauen verteidigt, ist weder politikfĂ€hig noch ein Demokrat, sondern im Kern autoritĂ€r und unterwerfungssĂŒchtig.
Was die Entwicklung am morgigen Montag angeht, ist zu befĂŒrchten, dass die Wirkung dieser aus dem B.K.A und der Landespolizei offenbar erzwungenen Absage wie folgt sein wird:
– in Dresden finden sich trotzdem ein paar Hundert oder Tausend Menschen am alten Versammlungsplatz ein, emotionalisiert und radikalisiert, und weinen sich, swild nach TurbantrĂ€gern umschauend, bei den HelmtrĂ€gern ĂŒber Linke und andere „VolksverrĂ€ter“ aus…
– die republikweiten Ableger von „Pegida“ gewinnen an Zulauf, die „Bewegung“ fasert also aus…
– insgesamt werden die pro-anti-FliehkrĂ€fte in der Bevölkerung gestĂ€rkt und weitere Spannungen geschĂŒrt, wĂ€hrend das Wort „Contra“ auf magische Art und Weise verschwunden scheint.
Nun, das muss nicht sein. Es liegt jetzt an den Menschen mal den Kopf einzuschalten.
Ich habe bereits in meinem Artikel nach dem Charlie Hebdo Attentat satirisch nahegelegt, was wĂ€re wenn arabische bzw Armeen aus mehrheitlich muslimischen LĂ€ndern 2001 in Europa eingefallen wĂ€ren und dort erst Potugal und dann Frankreich erobert hĂ€tten (wo man die christianischen AttentĂ€ter von Medina und Mekka vermutete, oder Massenvernichtungswaffen), sich dort dann plötzlich zum ersten Mal seit anno dĂŒnnemal Katholiken und Evangelisten zu Hunderttausenden alle selbst abschlachten (unter wohlmeinender, aber leider hilfloser Besatzung unter Aufsicht ihrer MajestĂ€t von Saudi-Arabien) und – wĂ€hrend alle naselang Spanien mit dem Atomkrieg gedroht wird, wegen des Betriebs von Atomkraftwerken – dann in Kairo die „Patriotischen Araber gegen die Christianierung des Morgenlandes“ demonstrieren.
Und dann ihre Demonstration absagen, wegen den „Erkenntnissen“ des Ă€gyptischen Geheimdienstes und seiner sauberen Freunde ĂŒber vermeintlich christianistische Attentate.
Ich rechne mit den, wenn auch gewohnt langsamen, Erkenntnissen meiner werten MitbĂŒrger darĂŒber, dass sie in der letzten Dekade des Terrorkrieges die ganze Zeit verar**ht wurden.
Von mir aus glaubt was ihr wollt und demonstriert was ihr wollt. Aber lasst wenigstens meine Republik stehen.
Vielen Dank.
Stand 19.01., 06.00 Uhr:
Kurz nach der Absage der „Pegida“-Demonstration durch die Organisatoren hat die Polizeidirektion Dresden fĂŒr heute alle Demonstrationen in Dresden. Sie beruft sich diesbezĂŒglich auf „EilzustĂ€ndigkeit“, § 32 Absatz 3 SĂ€chsisches Versammlungsgesetz und § 60 Absatz 2 SĂ€chsisches Polizeigesetz (hier die VerfĂŒgung). In der BegrĂŒndung heiĂt es:
„Der Polizeidirektion Dresden liegen basierend auf Informationen des Bundeskriminalamtes und des Landeskriminalamtes Sachsen Erkenntnisse vor, dass im Zusammenhang mit dem wöchentlich stattfindenden Versammlungsgeschehen von „Pegida“ eine konkrete Gefahr besteht.
Danach wurden AttentĂ€ter aufgerufen, sich unter die Protestierenden (Pegida-Demonstranten) zu mischen, um zeitnah einen Mord an einer Einzelperson des Organisationsteams der Pegida-Demonstration zu begehen. Dieser Aufruf Ă€hnelt einem ĂŒber einen Twitter-Account ĂŒbermittelten Tweet, in dem auf Arabisch die Demonstrationen Pegida als Feindin des Islam bezeichnet werden. Angaben zum konkreten Vorgehen liegen hierbei nicht vor. Vor diesem Hintergrund und mit dem Einsatz gemeingefĂ€hrlicher Mittel zu rechnen und von einer unmittelbaren GefĂ€hrdung von Leib und Leben aller Teilnehmer an Versammlungen auszugehen. Den Sicherheitsbehörden liegen auch keine Hinweise vor, die ErmittlungsansĂ€tze fĂŒr die Identifizierung von potentiellen TĂ€tern bieten, so dass eine solche derzeit unmöglich ist. Insoweit gibt es keine geeigneten polizeilichen Mittel, um die vorliegende Gefahr abzuwehren.
Damit sind andere MaĂnahmen als das Verbot aller Versammlungen ungeeignet, die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt Dresden am 19. Januar 2015 bei der insgesamt zu erwartenden Anzahl von Versammlungsteilnehmern zu gewĂ€hrleisten.
In Anbracht der unmittelbaren GefĂ€hrdung von Leib und Leben einer Vielzahl von Personen ist die BeschrĂ€nkung des Versammlungsrechts auch unter BerĂŒcksichtigung des hohen Stellenwerts des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit nicht nur erforderlich, sondern auch verhĂ€ltnismĂ€Ăig.“
Oder anders ausgedrĂŒckt: „Wir haben da was im Internet gelesen. Und ihr wisst ja, diese Terroristen kommunizieren jetzt alle verschlĂŒsselt. Also haben wir keine Ahnung und können leider nichts machen. Und ihr lasst das mal mit dem Demonstrieren, zur Strafe, öh, Sicherheit.“
Auch die Organisatoren von „Dresden fĂŒr Alle“ und „Dresden Nazifrei“ haben fĂŒr heute ihre Demonstrationen in Dresden abgesagt. Der Innenausschuss des Landtags Sachsen beschĂ€ftigt sich heute mit der AffĂ€re. Die innenpolitischen Sprecher der Fraktionen „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ und „Die Linke“ fordern, in Interviews, vom sĂ€chsischen Innenminister Markus Ulbig „ein Offenlegen aller HintergrĂŒnde“ der AuĂerkraftsetzung von Artikel 8 Grundgesetz durch die Dresdner Polizei.
