Die Entdeckung des Otto-Normal-Bombers

Analyse und Kommentar zu den zynischen LĂŒgen und dreisten Manipulationen rund um die Norwegen-Attentate in Oslo und Utoya.

– Der ranghöchste Polizist Norwegens hat in einer Pressekonferenz einrĂ€umen mĂŒssen, daß ein Polizist „auf der Insel hĂ€tte sein sollen“.
– Der norwegischen Polizei wurde bei den Ermittlungen durch die Londoner Polizei „geholfen“.
– Anwohner, die mit Booten Überlebende retteten, wurde von der Polizei befohlen, sich nicht der Insel zu nĂ€hern.
– Große Teile des angeblich vom festgenommenen VerdĂ€chtigen Anders Behring Breivik geschriebenen „Manifestes“ sind ein Plagiat des „Manifestes“, welches 1995 vom „Una-Bomber“ Theodore Kaczynski verschickt wurde.

Ein 1500 Seiten langes „Manifest“ – geschrieben in englisch – wird gestern durch Unbekannte irgendwo in einem norwegischen Forum verlinkt und taucht so plötzlich aus dem Nichts auf irgendeiner Webseite auf (1). Anschließend reichen mutmassliche Ermittler in Deutschland diese wertvollen Informationen sogleich an „Welt Online“ (2) weiter. Verkauft wird das Ganze als authentisches „Manifest“ des norwegischen alleinigen AttentĂ€ters Anders Behring Breivik. Nach Beweisen fĂŒr eine tatsĂ€chliche Urheberschaft von Breivik, der sich nach einem Massenmord an ĂŒber 80 Menschen durch das angeblich erst nach anderthalb Stunden auf die Insel Utoya gelangte Antiterrorkommando der Polizei freiwillig festnehmen lĂ€sst und willig allerlei Aussagen macht, fragen in der Öffentlichkeit wieder einmal die Wenigsten.

Dabei hat die Öffentlichkeit allen Grund zur Skepsis gegenĂŒber Behördenlegenden und blitzschnell „aus dem Nichts“ aufgetauchten (aber seit Jahren aufgebauten) Bedrohungslagen durch vermeintliche Otto-Normal-Bomber.

Laut dem norwegischen MinisterprĂ€sidenten Jens Stoltenberg arbeiten die Geheimdienste aus dem EU-Einflussbereich mit den norwegischen Diensten eng zusammen (3). Erstaunlich, wo es sich doch bisher angeblich um einen norwegischen EinzeltĂ€ter handelt, der an einem Tag zwei Attentate an zwei weit voneinander entfernten Orten vorbereitete, die gesamte Logistik besorgte, koordinierte und anschließend fast gleichzeitig selbst verĂŒbte. Aber nein – kaum ist dieser ganze Schwachsinn, diese unfassbare dreiste LĂŒge der norwegischen Ermittlungsbehörden in sich zusammen gebrochen (weil die Öffentlichkeit vor der Schwatzbude der Terrormarktschreier den Kopf schĂŒttelte und anfing sich zum nĂ€chsten informellen Marktstand zu begeben) werden jetzt nach „Islamisten“, der „Al Kaida“ und den Libyern Antiislamisten, die „europaweiten“ Rechtsradikalen, Nationalisten, Rechtsextremen, christlichen Fundamentalisten und Freimaurer ausgepackt, in der Hoffnung, das Publikum damit wieder vor die eigene Schwatzbude zu locken und ihm abermals irgendeinen Dreck anzudrehen.

Nun heisst es, der VerdĂ€chtige Anders Behring Breivik habe mit Rechtsradikalen der „English Defence League“ aus der Medienmonarchie Großbritannien gechattet. Ebenso mit anderen „anti-islamischen Organisationen“ in Europa (3). Mit dem Bundeskriminalamt? Mit der Nato? Was soll der Blödsinn?

Dann wieder dieser Schwachsinn mit dem KunstdĂŒnger. NatĂŒrlich lebte der nationalistische, islamistische, nein, antiislamistische rechtsextreme Freimaurer-Fan auf einem Biobauernhof. So ist es natĂŒrlich völlig logisch, daß er sich fĂŒnf Tonnen KunstdĂŒnger besorgt und dann zu einer Bombe zusammenbaut und nicht etwa seine alten Kumpels aus dem MilitĂ€r um einen Gefallen bittet.

Schon Stunden nach den Attentaten weiss nicht nur die Polizei mit Bestimmtheit, daß es sich bei dem auf Utoya durch das Antiterrorkommando (was angeblich spĂ€ter eintrifft als die Presse, weil es weder ein Boot noch einen Helikopter auftreiben kann) festgenommenen VerdĂ€chtigen auch um den alleinigen Urheber des Attentates in Oslo handelt, nein, auch die Boulevard-Zeitung „VG“, in deren GebĂ€ude laut ersten Meldungen eine Bombe zĂŒndete, kennt bereits einen „Jugendfreund“ des VerdĂ€chtigen, der die Legende vom Nationalisten, Freimaurer-Fan und Xenophobiker Anders Behring Breivik ĂŒberhaupt erst in die Welt setzt. All dies habe Breivik frĂŒher „im Internet“ gepostet, heisst es. (4)

„Im Internet“. Genauso gut hĂ€tte man schreiben können, das habe der irgendwann einmal am Telefon gesagt oder auf der Straße. Wo sind die Beweise? Wo sind die Belege? Wo sind die GegenĂŒberstellungen der Zeugen von Utoya? War Breivik tatsĂ€chlich der Polizist, Verzeihung, der „Mann in Polizeiuniform“, der sich von der Wachmannschaft, welche die Jugendorganisation der Arbeiderpartiet zu ihrem Schutz auf der Insel beauftragt hatte, mit derem Boot in aller Seelenruhe auf die Insel fahren ließ? (Anm.: mit einem Boot der Veranstalter) (5)

Niemand fragt bezĂŒglich des Oslo-Attentates, daß meiner bescheidenen Meinung nach der SchlĂŒssel des Ganzen ist und nicht das Massaker auf Utoya, warum der laut „seinem“ Manifest so blutrĂŒnstige mutmassliche alleinige AttentĂ€ter Anders Behring Breivik angeblich seit neun Jahren plante möglichst viele Menschen umzubringen, dann aber den oder die SprengsĂ€tze mitten in der allgemeinen Ferienzeit und an einem Freitag Nachmittag im (gesicherten) Regierungsviertel hochgehen ließ, wo also kaum Opfer zu erwarten waren.

FĂŒr mich sieht dieses Attentat im Regierungsviertel eher wie eine Warnung aus. Wie ein Akt der psychologischen KriegfĂŒhrung, der ein Land transformieren und in Bewegung setzen soll.

Die Attentate in Oslo und Utoya werden derzeit durch alle Spione, MilitĂ€rs und Polizeibehörden im Nato-Raum, die nur noch einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung gewinnen können, fĂŒr die eigenen Interessen benutzt. Ein Apparat, der sich seit 10 Jahren in angeblicher Allwissenheit, nein Allunwissenheit ob unfassbarer Fantomfeinde auf unsere Kosten aufgeblasen hat und durchgefĂŒttert wurde, hat jetzt Angst um seine Privilegien, seine Budgets und seine ErmĂ€chtigungen.

Dazu kommt noch Folgendes: niemand redet zur Zeit mehr darĂŒber, was da eigentlich am Donnerstag in BrĂŒssel passiert ist. Das sollte aber, bei allem verstĂ€ndlichen Schock, aller Trauer und aller Verwirrung um diese Attentate im europĂ€ischen Staat Norwegen, der nicht in der „EuropĂ€ischen Union“ ist, nicht vergessen werden. Auch dĂŒrfen dieser vor kurzem ausgerufene kalte „Eis-Krieg“ (6) um die immensen Rohstoffvorkommen in der Arktis – und damit neben den MilitĂ€r-, Spionage- und Sonderpolizei-Budgets weitere platte kommerzielle Interessen, namentlich die der Öl- und Rohstoffindustrie – bei der Bewertung dieser „schlimmste Katastrophe fĂŒr Norwegen seit dem 2. Weltkrieg“ nicht außer Acht gelassen werden. Alle Anrainerstaaten im Arktischen Rat – DĂ€nemark, Finnland, Island, Kanada, Schweden, Russland, die USA und Norwegen – haben bereits Manöver abgehalten (wie das ICEX 2011), eigene TruppenverbĂ€nde an ihrer Nordgrenze aufgestellt und/oder in Bewegung gesetzt (7).

Erwarten können die Norweger durch ihre Behörden, unter deren Verantwortung ein Massaker an Zivilisten im eigenen Land verĂŒbt wurde, ganz normale Ermittlungsarbeit durch ganz normale StaatsanwĂ€lte und eine Kriminalpolizei, die in alle Richtungen ermittelt. Was sie nicht gebrauchen können, sind LĂŒgner und Erfinder, die ihnen wieder einmal auf die Schnelle irgendwelche gerade modernen Bösewichte prĂ€sentieren, allgemeines Mißtrauen sĂ€en, Angst vor dem Nachbarn schĂŒren und die Wahrheit vertuschen wollen.

ErgÀnzung 11.30 Uhr

Das rechte Online-Magazin „Der Westen“ (8), das uns sonst tĂ€glich genau dorthin schreiben will wo es ist, listet heute in einem journalistischen Anfall die Darstellung der norwegischen Antiterroristen ĂŒber die ZeitablĂ€ufe der beiden Attentate auf.

Freitag, 15.26 Uhr: Attentat in Oslo

16.40 Uhr: Urlauber auf einem Campingplatz hören von der rund 400 Meter vom Festland entfernten Insel SchĂŒsse. Was „der Westen“ nicht schreibt: sie rufen natĂŒrlich die Polizei.

17.38 Uhr: Fast eine volle Stunde nachdem in einem laufenden Massaker an ĂŒber 80 Menschen die Polizei zu Hilfe gerufen wurde, sagt sich das antiterroristische Sonderkommando der Polizei (welches sich nach eigener Darstellung in Oslo befindet): „Na, dann fahren wir mal los. Sagte ich fahren? Genau. Mit einem Helikopter dauert es sicherlich lĂ€nger, auf eine Insel zu kommen“.
Die Polizei entscheidet sich, nach eigenen Angaben, keinen Helikopter zu nehmen.

18.00 Uhr: Das polizeiliche Antiterrorkommando trifft am See ein. Es findet aber, sagt es, leider kein Boot. HĂ€tte es mal die von der Arbeitspartei beauftragte Wachmannschaft gefragt. Die hatte doch nach eigener Aussage den mutmaßlichen alleinigen AttentĂ€ter mit einem Boot selbst zur Insel gebracht (Anm: laut Quelle Tagesschau mit einem Boot der Veranstalter). Danach ist sie mutmaßlich verdunstet, mitsamt dem Boot.

18.20 Uhr: Das Sondereinsatzkommando hat, wĂ€hrend sich vor seinen Augen ein Blutbad abspielt, 400 Meter Wasser ĂŒberwunden und trifft auf Utoya ein.

18.35 Uhr: Der mutmassliche Massenmörder, der gerade ĂŒber 80 Menschen allein, in aller Ruhe (Woher nahm er die? Wusste er, daß er Zeit hatte?), mit maximaler KĂ€lte, professionell und mit aus einer Maschinenpistole einzeln abgefeuerten gezielten SchĂŒssen ermordet hat, stellt sich dem „Anti-Terror“-Kommando der norwegischen Polizei.

Und jetzt entscheiden Sie selbst? Glauben Sie diese Darstellung der norwegischen Polizei? Denn wenn sie das tun, dann sind sie entweder grenzenlos naiv oder genau der eine von 100.000 Menschen, dessen einziges Interesse es ist, sich den Glauben an seine AutoritĂ€ten zu bewahren, denen er sich fĂŒr seine konspirative TĂ€tigkeit bedingungslos unterworfen hat.

+++ 12.30 Uhr, weitere ErgÀnzungen als Ticker +++

Was sagt der Anwalt des VerdĂ€chtigen, der angeblich seit Jahren allein zwei Attentate minutiös vorbereitete und eiskalt durchfĂŒhrte, ĂŒber den Inhalt von dessen Aussage bei der Polizei?

„Es ist ausgesprochen schwer fĂŒr mich, eine vernĂŒnftige Zusammenfassung von dem zu geben, was er in dem Verhör gesagt hat.“(9)

Und das sagt sein Anwalt, Geir Lippestad. Große Teile von dem, was Anders Behring Breivik da von sich gegeben habe, sei „unverstĂ€ndlich“ gewesen. Nun heisst es in der Presse, der mutmaßliche EinzeltĂ€ter sein wohl verwirrt, um nicht zu sagen verrĂŒckt.

Wie soll das alles zusammen passen mit dem, was uns bisher durch die Polizei und ihren Geheimdienst Politiets Sikkerhetstjeneste PST (der angeblich nie zuvor von Breivik gehört haben will) erzÀhlt worden ist?

Und wie heisst es heute im sonst so vorbildlichen britischen „Guardian“ (10):

„Mehrere Überlebende des Massakers auf Utoya sagten gestern, daß sie gedacht hĂ€tten, da wĂ€re ein zweiter SchĂŒtze gewesen.“

Gedacht?! Sie haben gedacht?!! Was waren die Aussagen der Zeugen, verdammt nochmal? Was soll dieser Schwachsinn?!

+++ 14.00 Uhr +++

Die auch von uns hier berichtete Antiterror-Übung der norwegischen Sonderpolizei fand nicht diese Woche, sondern am 17.MĂ€rz 2010 statt. Die Uhrzeiten “veröffentlicht” und “geupdated” in dem entsprechenden Artikel der Mobiladresse von Aftenposten (mobil.aftenposten.no) sind nicht die Uhrzeiten der Veröffentlichung bzw des Updates des Artikels, sondern Datum und Uhrzeit des Aufrufens durch einen Seitenbesucher.

+++ 14.10 Uhr +++

WĂ€hrend in Oslo die Trauerfeierlichkeiten fĂŒr die Opfer des Massakers laufen, haben im Laufe des Vormittags SondereinsatzkrĂ€fte der Polizei im Osten von Oslo in einem Wohngebiet ein Haus umstellt und sechs Personen festgenommen. Wie „sky news“ meldet, soll die Polizei versuchen „Zugang zu zwei Chemie-Containern“ zu bekommen, die sich der Meldung zufolge auf dem GrundstĂŒck befinden.

Derweil erklÀrt Norwegens ranghöchster Polizist Sveinung Sponheim hinsichtlich der theoretischen Möglichkeit von der Existenz zur offiziellen Linie divergierender Zeugenaussagen:

„Manche der Zeugenaussagen von der Insel (-Schiesserei) haben uns unsicher darĂŒber gemacht, ob dort einer oder mehrere SchĂŒtzen waren.“

Unsicher. Unsicher.

Norwegens Polizei lĂŒgt, trickst und betrĂŒgt, daß sich die Balken biegen. In Polizeikreisen ist man diesbezĂŒglich ĂŒbrigens stets der felsenfesten Überzeugung, mit solcher „Ermittlungstaktik“ weder kriminell, noch unmoralisch zu handeln.

15.45 Uhr

Die sechs in Oslo Festgenommenen sind schon wieder frei. Die Polizei erklĂ€rt: kein Sprengstoff gefunden. Von „Chemie-Containern“ ist nicht mehr die Rede, jedenfalls nicht auf dem Ticker der „Morgenpost“. Die Polizei wird zitiert:

„Die Polizei verfĂŒgt ĂŒber nichts, dass diese Leute mit Terrorakten in Verbindung bringen könnte.“

16.00 Uhr

Die „New York Times“ warnte gestern vor Rechtsextremisten in Europa. Vorgestern warnte sie noch vor der Ansar al-Jihad al-Alami“, den „Helfern des Globalen Jihad“. Diese Gruppe, so die NYT, habe sich in einem „Kommunique“ zu den Norwegen-Attentaten bekannt, um Norwegen fĂŒr seinen Krieg in Afghanistan zu bestrafen. Ein Zitat gibt es auch noch, es taucht entsprechend des ĂŒblichen Zitatenkarussels dann im Ticker der „Welt“ auf:

„Was ihr seht, ist nur der Beginn. Es wird mehr AnschlĂ€ge geben.“

SpĂ€ter Ă€ndert die „New York Times“ dann den Inhalt ihres Artikels und zitiert einen nun plötzlich gefundenen „Official“, der ihnen was ganz anderes erklĂ€rt:

„AnfĂ€ngliche Bericht konzentrierten sich auf die Möglichkeit von islamischen Militanten, im Besonderen Ansar al-Jihad al-Alami, oder Helfer des Globalen Jihad, die sich zu den Attentaten bekannten, wie manche Analysten vermeldeten. Amerikanische Offizielle sagen, die Gruppe sei bisher unbekannt und existiere vielleicht nicht einmal.“

Na da schau her.

16.12 Uhr

Das vom mutmasslichen AlleintĂ€ter Anders Behring Breivik in vermeintlich jahrelanger, mĂŒhsamer, hochintellektueller Arbeit in Form eines „Tagebuchs“ geschriebene 1500 Seiten lange „Manifest“ ist in „großen Teilen“ und in einigen Passagen fast wörtlich eine Kopie des Manifestes des in den 80er und 90er Jahren in den USA aktiven „Una-Bombers“ Theodor Kaczynski. Das meldet der norwegische Sender TV2.

16.28 Uhr

Beispiele fĂŒr das plumpe Plagiat auf der norwegischen Seite document.no.

Auszug aus dem Manifest von Theodor Kaczynski:

„One of the most widespread manifestations of the craziness of our world is leftism, so a discussion of the psychology of leftism can serve as an introduction to the discussion of the problems of modern society in general.

7. But what is leftism? During the first half of the 20th century leftism could have been practically identified with socialism. Today the movement is fragmented and it is not clear who can properly be called a leftist. When we speak of leftists in this article we have in mind mainly socialists, collectivists, “politically correct” types, feminists, gay and disability activists, animal rights activists and the like. But not everyone who is associated with one of these movements is a leftist. What we are trying to get at in discussing leftism is not so much a movement or an ideology as a psychological type, or rather a collection of related types. Thus, what we mean by “leftism” will emerge more clearly in the course of our discussion of leftist psychology (Also, see paragraphs 227-230.)

Auszug vom angeblichen „Tagebuch“-Manifest von Breivik:

„But what is multiculturalism or Cultural Communism? The movement is fragmented and it is not clear who can properly be called a cultural Marxist. When we speak of cultural Marxists in this article we have in mind mainly individuals who support multiculturalism; socialists, collectivists, “politically correct” types, feminists, gay and disability activists, animal rights activists, environmentalists etc. But not everyone who is associated with one of these movements support
multiculturalism. What we are trying to get at in discussing cultural Marxists is not so much a movement or an ideology as a psychological type, or rather a collection of related types.“

Die Weltöffentlichkeit wartet auf das nun fĂ€llige blöde Gequatsche (auch) der norwegischen Ermittler, die dafĂŒr sicherlich eine plausible ErklĂ€rung haben.

19.55 Uhr

Der Leiter der norwegischen Polizei, Sveinung Sponheim, hat in einer Pressekonferenz zugegeben, daß ein Polizist „auf der Insel hĂ€tte sein sollen“. Man wisse nicht, wo der gewesen sei.

Des Weiteren musste Sponheim zugeben, daß der norwegischen Polizei bei ihren Ermittlungen von der Londoner Polizei „geholfen“ worden ist. Sponheim wörtlich:

„Wir haben Hilfe der Londoner Stadtpolizei („Metropolitan police“) durch einen technischen Experten bekommen.“

20.50 Uhr

Eine 48-jĂ€hrige Anwohnerin, die gegenĂŒber der Nachrichtenagentur afp nur ihren Vornamen Line angeben möchte, sagt aus, daß sie wĂ€hrend des laufenden Massakers auf der Insel mit ihrem Boot sieben Mal hinaus fĂ€hrt um Überlebende zu bergen. Diese sterben teilweise vor ihren Augen im Wasser, wĂ€hrend bereits anwesende HilfskrĂ€fte und Polizei nicht etwa eingreifen, sondern ihr verbieten wollen, die Überlebenden zu bergen. Wörtlich sagt sie:

„Es war nicht nur ich, es waren viele Leute hier mit Booten. Da waren vielleicht 20 Boote und wir nĂ€herten uns und umquerten die Insel, wir kamen viel nĂ€her als die Polizei oder die medizinischen Notdienste“
„Auf ein Boot wurde geschossen, aber nicht auf meines“
Da war ein Polizei-Boot und die sagten, wir sollten uns nicht nĂ€hern aber wir fuhren um die Insel herum. Was sonst hĂ€tten wir tun können?“

21.45 Uhr

Neueste Meldung der norwegischen Polizei: unter den auf Utoya Getöteten sei ein Polizist. Dieser habe sich dort „als Privatperson“ bzw außer Dienst („in a private capacity“) aufgehalten. Bisher gibt es fĂŒr diese Meldung aber noch keine zweite Quelle oder eine offizielle BestĂ€tigung.

22.54 Uhr

Mittlerweile ist deutlich: die Quelle der Meldung vom auf Utoya getöteten Polizist ist wieder einmal „Verdens Gang“ (VG, Name korrigiert), die grĂ¶ĂŸte Boulevard-Zeitung Norwegens, mit einem GebĂ€ude im von Attentat betroffenen Regierungsviertel. In ersten Berichten war genau dieses VG-GebĂ€ude als Ausgangsort einer bzw der Explosion vermeldet worden. Auch ist „Verdens Gang“ die Zeitung, die bereits Stunden nach dem Attentat einen Jugendfreund des bereits feststehenden alleinigen TatverdĂ€chtigen Breivik ausgebuddelt hatte. Und „Verdens Gang“ ist ebenfalls genau die Zeitung, welche heute wusste, warum sich der TatverdĂ€chtige Breivik auf der Insel dem so spĂ€t anrĂŒckenden Antiterrorkommando der Polizei ergeben hatte: Breivik, so „Verdens Gang“, sei nĂ€mlich die Munition ausgegangen.

Nun gut: die Polizei, namentlich Bjorn Eric Jacobsson, hatte das auch gesagt. Irgendwie:

„Wir glauben, ihm ging die Munition aus.“

Wir glauben jetzt alle mal, was die Polizei glaubt. Immer feste. Und nochmal. Und jetzt nochmal und jetzt nochmal und jetzt nochmal. Wir glauben. Weil uns das stÀrker macht als 100.000 Zeitungsleser, die so arrogant sind, daran ein Interesse zu haben.

SpĂ€ter hiess es dann durch die Polizei, der festgenommene Breivik habe eine „beachtliche Menge an Munition“ mit sich gefĂŒhrt. Wir glauben das jetzt mal.

Aber ob wir „Verdens Gang“ glauben, daß da ein Polizist außer Dienst „privat“ dafĂŒr bezahlt wurde als Einziger unbewaffnet ĂŒber 500 Jugendliche in einer politischen Versammlung zu bewachen, auf der am nĂ€chsten Tag der MinisterprĂ€sident reden sollte, ob wir „Verdens Gang“ glauben, weil die einen Polizisten zitieren, der sagt, er erzĂ€hle das jetzt mal mit dem toten privaten Polizisten, den bisher niemand erwĂ€hnt hat, damit diese verdammten „Spekulationen“ endlich aufhören, ob wir das glauben, hmmm….

Also, ich glaube nicht.

(…)

Artikel zum Thema:

22.07.2011 Übrigens: Norwegen steigt nĂ€chsten Monat aus dem Libyen-Krieg aus
Oslo, Utoya: Heute kam es in dem europĂ€ischen (wenn auch nicht euro-pĂ€ischen) Staat Norwegen zu zwei Attentaten. Im Regierungsviertel von Oslo explodierte nach ersten Berichten im GebĂ€ude der Boulevard-Zeitung VG ein Sprengsatz, der auch ein benachbartes RegierungsgebĂ€ude mit einem BĂŒro von Labour-MinisterprĂ€sident Jens Stoltenberg in Mitleidenschaft zog. Die Zeitung VG konnte auf ihrer Webseite allerdings vermelden, daß dem MinisterprĂ€sidenten nichts geschehen sei.

Quellen:
(1) http://today.msnbc.msn.com/id/43857267/ns/world_news-europe/
(2) http://www.welt.de/vermischtes/article13504232/Terrorist-veroeffentlicht-vor-der-Tat-Manifest.html
(3) http://www.guardian.co.uk/world/2011/jul/23/norway-attacks-utoya-gunman
(4) http://www.morgenpost.de/politik/ausland/article1710366/Norwegen-Verdaechtiger-offenbar-Rechtsextremist.html
(5) http://www.tagesschau.de/ausland/oslo138.html
(6) http://edition.cnn.com/2011/WORLD/americas/07/15/larsen.arctic.ice.wars/
(7) http://online.wsj.com/article/SB10001424052702303763404576419862777063804.html
(8) http://www.derwesten.de/nachrichten/Polizei-in-Norwegen-gesteht-gravierende-Einsatzmaengel-nach-Anschlag-ein-id4900060.html
(9) http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:anschlaege-in-norwegen-der-terror-kam-von-innen/60082984.html
(10) http://www.guardian.co.uk/world/2011/jul/23/norway-attacks-utoya-gunman
(11) sky.com

letzte Korrektur: 25.07, 15.34 Uhr